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    Würzburg

    Wo steckt der Nikolaus in Würzburg?

    Am Nikolaustag gibt es ihn aus Schokolade. Doch den Nikolaus findet man auch sonst in Würzburg. Wo haben Nikolausberg, Nikolaushof und Nikolausheim ihre Namen her?
    Der Nikolaus kommt am Freitag auch wieder auf den Würzburger Weihnachtsmarkt. Foto: Daniel Peter

    "Kaum ein Heiliger ist in der ganzen katholischen Kirche seit 1500 Jahren so berühmt wie der heilige Bischof Nikolaus", heißt es im Heiligenkalender der katholischen Kirche zum 6. Dezember. Der Gedenktag von Nikolaus von Myra wird im gesamten Christentum begangen. Er gilt als Schutzpatron der Reisenden, Seefahrer und der Kranken. Zahlreiche Kirchen, Kapellen und Altäre tragen seinen Namen.    

    "Auch im christlich geprägten Würzburg lassen sich viele Namen auf den Heiligen Nikolaus zurückführen", sagt Stadtheimatpfleger Hans Steidle. Dass er als Heiliger der Kranken verehrt wurde, sieht man zum Beispiel heute noch am Nikolausheim in der Sanderau.   

    Die Kapelle St. Nikolaus, Hauskapelle des Ehehaltenhauses in der Sanderauer Virchowstraße. Foto: Rudi Held

    Das Seniorenheim Ehehaltenhaus/St. Nikolaus in der Virchowstraße gehört heute zum Bürgerspital. Das Haus wurde bereits im 13. Jahrhundert als Siechenhaus "St. Nikolaus" gegründet. Wie Stadtheimatpfleger Steidle erläutert, sollten Kranke damals außerhalb der Stadt versorgt werden. Auch die Hauskapelle im Ehehaltenhaus ist "St. Nikolaus" geweiht.

    Nikolaustor in Heidingsfeld. Ein Foto aus dem Jahr 1952. Foto: Walter Röder

    Einen ähnlichen Zusammenhang gibt es in Heidingsfeld, wo es bis zum Zweiten Weltkrieg das Nikolausspital gab, dessen Stifts- und Hauskapelle dem Heiligen Nikolaus geweiht war. Heute erinnert an die Zeit, als hier Kranke gepflegt wurden, noch das Nikolaustor, das ein Teil der Heidingsfelder Stadtmauer war und gut erhalten ist. Die Straße Am Nikolausspital verbindet die Kloster- mit der Wenzelstraße.

    Warum heißt der Berg Nikolausberg?

    Die höchste Erhebung der Stadt heißt Nikolausberg. Deshalb gibt es hier auch den Nikolaushof und die Nikolausstraße. Woher der Berg seinen Namen hat, ist nicht ganz klar. Denn das Käppele ist nicht dem Heiligen Nikolaus geweiht, sondern ist eine Marienkapelle. Doch der Berg heißt schon lange "Kleßberg", was laut Stadtheimatpfleger Steidle die fränkische Kurzform von Klaus - eine Abkürzung von Nikolaus ist. 

    Wie Wolfgang Weiß, Professor für fränkische Kirchengeschichte an der Würzburger Universität, erklärt, gibt es eine Überlieferung, dass im 17. Jahrhundert auf dem Berg eine Kapuzinerklause mit Nikolauskapelle entstanden sei. "Eventuell gibt es da auch einen Zusammenhang mit der Nikolauskapelle des Ehehaltenhauses in der Sanderau", sagt Weiß. 

    Das Käppele auf dem Nikolausberg.  Foto: Robert Menschick

    Mündlich überliefert ist laut Weiß eine Legende, dass in diesem Kapuzinerhospitium einst ein kleines Vesperbild der Mutter Gottes stand, das vom Volk verehrt wurde. Mehrere Legenden von wundertätigen Heilungen durch dieses Bild sind überliefert.    

    Die Nikolaus-Figur von Riemenschneider

    Der Heilige Nikolaus von Tilman Riemenschneider. Foto: Mathias Wiedemann

    Auch im Museum für Franken auf der Festung Marienberg gibt es einen Heiligen Nikolaus. Der weltberühmte Würzburger Künstler Tilman Riemenschneider (1460-1531) fertigte die anmutige, in sich ruhende Figur 1510.

    Derzeit ist das Kunstwerk ans "Haus der Bayerischen Geschichte" nach Regensburg verliehen und dort bei der Ausstellung "100 Schätze aus 1000 Jahren" noch bis 8. März zu sehen.

    Die Nikolausbahn

    Eher neueren Datums ist die Nikolaus-Bahn der Würzburger Straßenbahn GmbH (WSB). Die historische Straßenbahn, die außerhalb der Adventszeit als „Schoppenexpress“ im Einsatz ist, fährt an den Adventswochenenden und am 24. Dezember zwischen Sanderau und Hauptbahnhof. Fahrscheine gibt es in der Bahn.

    Die Nikolausbahn fährt am Wochenende. Foto: Thomas Obermeier

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