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    Frickenhausen

    Woher kommt die Milch? Drittklässler forschen nach

    Wie viele Mägen hat eine Kuh? Das erläutert diese Gruppe ihren Klassenkameraden der 3a der Grundschule in Frickenhausen.  Foto: Marius Flegler

    Anlässlich des Weltschulmilchtages besuchten Mitarbeiter des Landesamts für Ernährung und Landwirtschaft am Montag die Grundschule in Frickenhausen. Mit dabei war auch Lioba Kinzinger aus Burgerroth. Sie ist Landwirtin, besitzt selbst 35 Milchkühe und hält schon seit über 15 Jahren Vorträge rund ums Thema Milch an Schulen. "Wisst ihr, warum ich heute hier bin?", richtet sie sich zu Beginn der Stunde an die Schüler der Klasse 3a. "Wir machen heute Milch!", ruft eine Schülerin begeistert. Das bleibt dann jedoch den Kühen auf der Weide überlassen. Um sich genauer über den Vorgang der Milchproduktion und die Tiere selbst zu informieren, werden die Kinder in vier gleich große Gruppen eingeteilt. 

    Referentin Lioba Kinzinger unterstützt die eifrigen Gruppen bei ihrer Recherche.  Foto: Marius Flegler

    Jede bekommt dabei eine andere Fragestellung. Herauszufinden gilt es beispielsweise, wie viele Mägen eine Kuh besitzt, wie Kühe überhaupt Milch produzieren, wie sie gemolken werden und was mit der Milch nach dem Melken geschieht. Zur Hilfestellung erhalten die Schüler ein Arbeitsheft mit genau beschriebenen Vorgängen darüber, wie die Milch vom Bauernhof in den Supermarkt gelangt. Das Erlernte schreiben sie auf Plakaten nieder, die kreativ verziert werden. Anschließend präsentieren die Gruppen nacheinander ihre Ergebnisse vor der gesamten Klasse. 

    Butter und Eis werden gleich verkostet

    "Wir haben nun viel über Milch geredet, jetzt möchte ich ein Experiment mit euch machen.", sagt Lioba Kinzinger, der sofort begeistertes Jubeln entgegen schlägt. Die Kinder dürfen nun selbst Hand anlegen und aus Sahne Butter schütteln. Auf Vollkornbrot und mit Tomaten garniert lassen, sie sich die selbst hergestellte Butter sichtlich schmecken. Das Highlight ist jedoch das Joghurteis. Hierfür werden gefrorene Himbeeren püriert und mit Joghurt vermengt. Binnen weniger Minuten ist die gesamte Nachspeise bereits verzehrt. Zum Ende der Stunde reflektieren die Schüler noch einmal, welche Bestandteile in der Kuhmilch enthalten sind, bevor sie dann zum Spielen in die Pause entlassen werden.

    Bevor die Sahne zu Butter geschüttelt werden kann, muss sie von der Buttermilch getrennt werden.  Foto: Marius Flegler

    Christine Zehnter von der Vernetzungsstelle Kita- und Schulverpflegung Unterfranken erklärt, dass das "EU-Schulprogramm" von der Europäischen Union sowie den Bundesländern finanziert wird. Durch das Programm soll ein Gefühl für bewusste Ernährung mit Milch als Calciumlieferant für Heranwachsende geschaffen werden. Kinder in Kindergärten und Schüler der Jahrgangsstufen eins bis vier erhalten so kostenlos einmal die Woche bevorzugt regionales und saisonales Obst und Gemüse. Dazu Trinkmilch und andere ausgewählte Milchprodukte, die alle ohne den Zusatz von Zucker ihren Weg an die Schulen finden.

    Grundschule Frickenhausen möchte erst nach Umzug am EU-Schulprogramm teilnehmen

    Das bayrische Staatsministerium stellt den Schulen und Kindergärten vorab eine Liste mit zugelassenen Lieferanten zur Verfügung. Zu diesen nehmen die Schulen dann eigenständig Kontakt auf und vereinbaren die Bestellung, sowie den Wochentag, zu dem die Produkte geliefert werden sollen. Unverträglichkeiten, die etwa durch Allergien auftreten können, kommen laut Zehnter nur selten vor. Natürlich habe man das aber im Blick. 

    Sabine Juretzka ist Lehrkraft an der Grundschule. An dem Programm, das seit seiner Ausweitung im vergangenen Jahr bereits über 270.000 Kinder von mehr als 2400 Schulen aus ganz Bayern wöchentlich beliefert, möchte ihre Schule auch teilnehmen, sagt sie. Da die Schule jedoch nach Fertigstellung der Sanierung der Grundschule Eibelstadt dorthin umziehe, werde man noch so lange warten. Maßnahmen wie etwa zur korrekten Einhaltung der Kühlkette müssen getroffen werden und sollen erst an den neuen Standort angepasst werden.

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