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    Würzburg

    Wohnen: Wo in Würzburg ein neues Studentenwohnheim entsteht

    Es gab zwar Proteste gegen den Neubau, doch der Stadtrat machte den Weg für ein neues Studentenwohnheim frei. Ein weiteres wird nun saniert.
    Blick vom Stadtring auf die Grundstücke Kantstraße 6 und 7 -  rechts im Bild das leer stehende Wohnhaus, das einem Studentenwohnheim weichen soll.
    Blick vom Stadtring auf die Grundstücke Kantstraße 6 und 7 - rechts im Bild das leer stehende Wohnhaus, das einem Studentenwohnheim weichen soll. Foto: Patrick Wötzel

    Mehr und besserer Wohnraum für Studierende stand auf der Tagesordnung des Notfall-Stadtrats: Auf einem brach liegenden Grundstück am Stadtring entsteht ein neues dreigeschossiges Wohnheim mit 61 Wohneinheiten, und das Adam-Stegerwald-Haus mit Platz für 346 Studierende wird saniert. Der Ferienausschuss hat die Baugenehmigung für beide Projekte erteilt.

    Diskussionsbedarf gab es nur über die Grundstücke Kantstraße Nummer 6 und 7, etwa 50 Meter vom viel befahrenen Stadtring entfernt. Kein Problem hatte der Ausschuss mit der Bebauung des größeren Grundstückteils, auf dem sich ein abgeholzter, inzwischen mit Gestrüpp bewachsener ehemaliger Obstgarten befindet. Hier sollen zwei der insgesamt drei Einzelhäuser entstehen, die zusammen mit einem dritten Gebäude um eine Gemeinschaftsfläche herum ein Ensemble bilden sollen. Das neue Wohnheim bekommt eine Tiefgarage und ausreichend Fahrrad-Abstellplätze für alle künftigen Bewohner.

    Anwohner wollen Villa auf dem Grundstück lieber sanieren

    Das Projekt wurde von der Kommission für Stadtbild und Architektur (Kosa) in zwei Sitzungen behandelt und nach Wiedervorlage durch das Würzburger Büro Hetterich Architekten für gut befunden. In den umliegenden Mietshäusern sind allerdings nicht alle Nachbarn mit dem Projekt einverstanden: Sie wollen das leer stehende und teilweise durch einen verwilderten Garten versteckte Wohnhaus auf dem Grundstück Kantstraße 6 erhalten, hat Florian Evenbye vom "Arbeitskreis Denkmalschutz Würzburg" der Redaktion in einer E-Mail mitgeteilt. Die "historische und äußerlich gut erhaltene Villa aus dem 19. Jahrhundert" könne saniert werden und böte dann kaum weniger Raum als das dritte Wohnheimgebäude, so Evenbye, der im Namen mehrerer Nachbarn des Grundstücks spricht.

    Aus diesem Grund stimmten im Ferienausschuss Sebastian Roth (Linke) und Heinz Braun (ÖDP) als einzige gegen die Baugenehmigung. Man sollte zumindest "noch eine Runde in der Stadtbildkommission und in den Gremien drehen", forderte Roth, nachdem der Kosa eine inzwischen eingegangene Einschätzung des Landesamts für Denkmalschutz für das leer stehende Haus offenbar nicht vorlag. "Es ist nicht als denkmalgeschützt einzustufen", betonte Baureferent Benjamin Schneider.

    Adam-Stegerwald-Haus wird saniert

    Auch Alt-Oberbürgermeister Jürgen Weber (Würzburger Liste) sprach sich gegen den Erhalt des alten Gebäudes aus und begrüßte die städtebauliche Entwicklung in der Kantstraße: "In der Abwägung ist studentisches Wohnen wichtiger. Und die Bewohner dahinter in der Keesburgstraße würden sich über Lärmschutz zum Stadtring freuen."

    "In der Abwägung ist studentisches Wohnen wichtiger."
    Jürgen Weber, Alt-Oberbürgermeister und Stadtrat

    Ohne Debatte und einstimmig erteilt wurde dagegen die Baugenehmigung für die Generalsanierung des Adam-Stegerwald-Hauses und seiner Tiefgarage zwischen Barbarastraße und Gneisenaustraße. In der 1981 gebauten Studentenwohnanlage beherbergt die gemeinnützige FDS-Stiftung 346 Studierende von Uni und Fachhochschule zu günstigen Preisen in 262 Einzel- und Doppelapartements. Bei der Sanierung sollen Gemeinschaftsräume und Büros zu weiteren Wohnflächen und ein Restaurant in einen Gemeinschaftsraum umgewandelt werden.

    Das Adam-Stegerwald-Haus zwischen Barbara- und Gneisenaustraße wird saniert und erweitert.
    Das Adam-Stegerwald-Haus zwischen Barbara- und Gneisenaustraße wird saniert und erweitert. Foto: Patrick Wötzel
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