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    Würzburg: Verschärfen Airbnb und Co. die Wohnungsnot?

    Der Wohnungsmarkt in Würzburg ist angespannt. Gleichzeitig werden private Wohnungen über Sharing-Plattformen an Touristen vermietet. Foto: Jens Kalaene, dpa

    Ein Besuch in Würzburg lohnt sich. Auch in der Herbst- und Winterzeit zieht es viele Menschen in die Domstadt. Wer nicht auf ein teures Hotel angewiesen sein möchte, kann sich über spezielle Portale auch eine Ferienwohnung mieten. Allein das Portal "Airbnb" listet für den Zeitraum 13. bis 15. Dezember 88 Unterkünfte in der Würzburger Innenstadt und den umliegenden Stadtteilen auf. Im Zweifel können das Wohnungen sein, die für Wohnungssuchende nicht zur Verfügung stehen. Denn Vermieter können mit den privaten Ferienvermietungen gutes Geld machen. So verlangt ein Airbnb-Vermieter beispielsweise rund 110 Euro die Nacht für ein Zimmer in einer Wohnung an der Schönbornstraße.

    Welche Auswirkungen diese Vermietungen für Würzburger hat, wollten die CSU-Stadtratsmitglieder Nadine Lexa, Wolfgang Roth und Emanuele La Rosa von der Stadtverwaltung wissen. Denn in Würzburg herrsche massive Wohnungsknappheit, "eine Untervermietung von Wohnraum an Touristen und Kurzzeitgäste erscheint somit wenig sinnvoll", heißt es im schriftlichen Antrag vom 6. Mai. In Berlin könne man "illegale" Ferienwohnungen sogar anonym melden, dann drohe den Vermietern ein Bußgeld von bis zu 100 000 Euro.

    "Zweckentfremdung von Wohnraum"

    Die Stadtverwaltung hat sich mit dem Antrag nun beschäftigt und wird am Dienstag im Planungs-, Umwelt- und Mobilitätsausschuss (PUMA) erste Erkenntnisse präsentieren. Um ein genaueres Bild der Situation zu bekommen, hat die Stadt eine Studie zum Thema „Zweckentfremdung von Wohnraum durch Fremdenbeherbergung in der Stadt Würzburg“ in Auftrag gegeben. Bearbeiter ist das ALP Institut für Wohnen und Stadtentwicklung in Hamburg.

    Bei dieser Studie sollten die Daten der Ferienwohnungs-Anbieter "Airbnb" und "fewo-direkt" unter die Lupe genommen werden. Von "fewo-direkt" kam trotz mehrmaliger Nachfragen keine Antwort, heißt es von Seiten der Stadtverwaltung. Airbnb stellte ein Profil der „Airbnb-Community in Würzburg 2018“ zur Verfügung, nicht jedoch einzelne Datensätze zu den angebotenen Unterkünften.

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    Dennoch gibt es ein Ergebnis der Untersuchung: Der Anteil an zweckentfremdeten Wohnungen durch die Vermietung an Touristen liegt derzeit bei 0,14% des Würzburger Wohnungsbestandes. Das sei keine Größenordnung, die den Wohnungsmarkt signifikant belasten würde. "Es ist dennoch eine Größenordnung, die bei einem angespannten Wohnungsmarkt nicht irrelevant ist", so die Stadt.

    Eine ausführlichere Berichterstattung zu diesem Thema erfolgt nach der Sitzung des Ausschusses am 5. November.

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