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    Würzburg: Warum Klimaschützer vor Siemens demonstrieren

    Kundgebungen der Fridays For Future-Bewegung sind in der Innenstadt Würzburgs mittlerweile normal. Jetzt demonstrierten sie aber vor einem Unternehmen. Worum ging es?
    Rund 50 Unterstützer der Klimaschutzbewegung Fridays for Future demonstrierten am Freitag vor der Siemens-Niederlassung in der Schweinfurter Straße in Würzburg. Foto: Patty Varasano

    Seit fast einem Jahr ist die Fridays For Future-Bewegung (FFF) in Würzburg aktiv. Am 18. Januar 2019 liefen die Klimaaktivisten zum ersten Mal durch die Innenstadt. Auch die Kommunalpolitik hat sich mehrfach mit Forderungen der Aktivisten beschäftigt.

    Kritik an Auftrag für Kohlebergwerk

    Bei der jüngsten Kundgebung ging es aber nicht um Forderungen an die Stadt Würzburg. Auch einen Demonstrationszug durch die Innenstadt wie bei bisherigen Veranstaltungen hat es dieses Mal nicht gegeben. Ziel einer kleineren und ruhigeren Demo mit rund 50 Teilnehmern war die Würzburger Siemens-Niederlassung. Doch warum? Der indische Industriekonzern Adani will in Australien eines der größten Kohlebergwerke der Welt aufbauen, das aus fünf Untertageminen und sechs Tagebaustätten bis zu 60 Millionen Tonnen Kohle pro Jahr fördern soll. Siemens hat den Auftrag zur Lieferung einer Zugsignalanlage für diese Mine erhalten. Das kritisieren die Klimaschützer, die sich am Freitag vor Siemens-Niederlassungen in ganz Deutschland zur Kundgebung getroffen haben.

    Aktivistin: Siemens Würzburg könnte Druck erhöhen

    "Über 50 große Unternehmen haben bereits eine Zusammenarbeit mit Adani an diesem Projekt abgelehnt und wir fordern das Gleiche von Siemens", sagt Vivien Deppisch von der FFF-Ortsgruppe Würzburg auf Nachfrage der Redaktion. Die Demonstration solle vor allem medialen Druck aufbauen. "Aber auch Siemens Würzburg kann an die Leitung weitergeben, dass dieses Projekt nicht unterstützt werden soll", sagt sie.

    Dass die Demonstration am Freitag weitaus kleiner war als vergangene Kundgebungen, lag unter anderem daran, dass sie erst am Donnerstag über die sozialen Medien angekündigt worden ist. "Es war eine spontane Aktion, wir sind mit der Anzahl der Teilnehmer aber dennoch zufrieden", zieht Deppisch von FFF das Fazit.

    So reagiert Siemens auf die Demos

    "Wir tragen Sorge dafür, dass die Lichter nicht ausgehen, während wir den Klimawandel gemeinsam und mit allen Mitteln bekämpfen", schreibt hingegen das Unternehmen in einer Pressemitteilung. Die umstrittene Mine habe sämtliche erforderlichen Genehmigungen von den australischen Regulierungsbehörden erhalten – einschließlich strenger Umweltauflagen. Wegen der Debatte um die Lieferung stehe Siemens in Kontakt mit verschiedenen Personen, die direkt oder indirekt mit dem Projekt zu tun haben. Dies teilt ein Unternehmenssprecher auf Nachfrage dieser Redaktion mit. Der Konzern möchte bis Montag entscheiden, ob der Auftrag ausgeführt wird.

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    Mit Material von dpa

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