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    Würzburg

    Würzburg pflanzt Bäume: Wald statt Acker

    175 Hektar Ackerflächen gehören der Stadt Würzburg. Ab jetzt soll jedes Jahr ein Hektar davon  aufgeforstet werden. Warum es nicht mehr sind.     
    Würzburg wird am Projekt "Plant-for-the-Planet" teilnehmen. Die globale Bewegung will auf der ganzen Welt neue Bäume pflanzen, um die Klimakrise zu bekämpfen. Foto: Silvia Gralla

    Bäume speichern Kohlendioxid, bilden Sauerstoff und kühlen. Um etwas für das Klima zu tun, will die Stadt Würzburg einige ihrer Grundstücke aufforsten. Auf Antrag der Würzburger Liste (WL) hat dies der Ausschuss für Planung, Umwelt und Mobilität kürzlich beschlossen.

    175 Hektar ihres Grund und Bodens verpachtet die Stadt derzeit an Landwirte. Die WL hatte vorgeschlagen, dass sämtliche dieser Pachtverträge gekündigt und die Grundstücke zu Wald gemacht werden. Das lehnte die Stadtverwaltung aber ab.

    Etwa 25 000 Euro kostet die Aufforstung 

    Denn zum einen kämen nur etwa 15 Prozent der Grundstücke überhaupt für eine Aufforstung zur Verfügung. Denn viele seien nicht geeignet, weil sie Wiesen – zum Beispiel Streuobstwiesen oder Trockenrasen – sind. Zudem befinden sie sich unter Stromleitungen oder sind als Ersatzflächen für Baumaßnahmen vorgesehen. Weitere Flächen sind zu klein oder Biotope.

    Zum anderen stellte Umweltreferent Wolfgang Kleiner klar, habe im Moment der Umbau beziehungsweise die Wiederaufforstung des bereits bestehenden Waldes der Stadt Priorität. Im rund 1000 Hektar großen Stadtwald sind allein in diesem Jahr etwa ein Prozent des Baumbestandes abgestorben. Diese Lücken soll der Forstbetrieb zuerst füllen.

    Als Kompromiss schlug der Umweltreferent deshalb vor, mit einem Hektar Acker im Jahr anzufangen. Geeignete größerer Flächen gibt es in Oberdürrbach, Heidingsfeld und Versbach. Aus dieser wird jetzt eine ausgewählt, deren Pachtvertrag zeitnah kündbar ist, deren Aufforstung positive klimatische Wirkung hat und die gut mit anderen Biotopen vernetzt werden kann. Die Kosten für Pflanzung, Zaunschutz, Kontrolle, Wässerung und mehr werden mit rund 25 000 Euro für einen Hektar kalkuliert.

    Stadtwald wird nachhaltig bewirtschaftet 

    Ebenfalls einstimmig beschlossen hat der Ausschuss die nachhaltige Bewirtschaftung des Stadtwaldes. In diesem haben Biodiversität, Klimaschutz, Wasserschutz und Erholung bereits seit einigen Jahren Vorrang vor der Holznutzung. Auf Antrag der Grünen wurde jetzt beschlossen, diese Strategie konsequent weiter zu führen und zu einer umfassenden Biodiversitätsstrategie zu erweitern, sowie Gartenamt mit Forstbetrieb mit zusätzlichen Personal auszustatten.

    Auf Antrag der CSU wurde weiterhin die Teilnahme am Projekt "Plant-for-the-Planet" beschlossen.  Die globale Bewegung will auf der ganzen Welt neue Bäume pflanzen, um die Klimakrise zu bekämpfen. Weiter soll die Öffentlichkeitsarbeit zum Thema verstärkt werden.   

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