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    Würzburg

    Würzburger Absolventinnen erhalten Kulturpreis Bayern

    Vanessa Tutsch (Mitte) erhielt den Kulturpreis Bayern 2019 als beste Absolventin der Hochschule für Musik Würzburg. Überreicht wurde der Preis von Reimund Gotzel, Vorstandsvorsitzender der Bayernwerk AG (rechts), und Staatsminister Bernd Sibler (links). Foto: Alex Schelbert, Bayernwerk AG

    Vanessa Tutsch und Dr. Frederike Middelhoff haben den Kulturpreis Bayern des Bayernwerks verliehen bekommen. Tutsch für ihre Arbeit zu Emotionen bei professionellen Sängern, Middelhoff für ihre Dissertation in Neuerer deutscher Literaturgeschichte. Das teilte das Unternehmen mit. Die beiden gehören zu den besten 33 Absolventen staatlicher bayerischer Hochschulen und Universitäten, die kürzlich im Münchener Brauhaus am Nockherberg mit der Bronzestatue „Gedankenblitz“ geehrt worden sind. Der Preis ist mit 2.000 Euro dotiert.

    Überreicht wurde er von Reimund Gotzel, Vorstandsvorsitzender der Bayernwerk AG, und Staatsminister Bernd Sibler. Mit dem Kulturpreis Bayern hat das Bayernwerk gemeinsam mit dem Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst nun schon zum 15. Mal herausragende Leistungen in Kunst und Wissenschaft ausgezeichnet.

    Den Preis erhielten 33 Absolventen, fünf Kulturschaffende und ein Sonderpreisträger. „All unsere Preisträger gestalten die Kultur, Wissenschaft und Kunst Bayerns aktiv mit und setzen Impulse für unsere Zukunft“, erklärte Reimund Gotzel. Die Arbeiten der Absolventen und Doktoranden kommen aus unterschiedlichen Fachbereichen. Sie bilden ein großes Spektrum gesellschaftlich relevanter Themen ab.

    Emotionen im Einklang

    Viele Studien untersuchen die Wirkung von Musik auf die Emotionen der Zuhörer. Vanessa Tutsch setzt mit ihrer Arbeit in einem weniger erforschten Feld an: Welche Rolle spielen die Emotionen eines Musikers bei der Erarbeitung und Aufführung eines Stückes? Tutschs Arbeit befasst sich mit angehenden professionellen Sängern.

    Fünf Musikstudenten wurden dabei während des Einübungsprozesses und bei der Aufführung eines Musikstücks begleitet. Sie führten ein Übungstagebuch und wurden in mehreren Interviews befragt. Vanessa Tutschs Ergebnisse zeigen, dass die Rolle der Emotionen komplex ist und sich im Lauf des Übeprozesses bis zum Zeitpunkt der Aufführung verändert. Die Studie liefert tiefergehende Erkenntnisse, wie individuell Sänger mit Emotionen umgehen und wie sich im Prozessverlauf die eigenen Emotionen der Sänger zunehmend den in der Musik hörbaren annähern, um eine ausdrucksstarke Performance zu erreichen.

    Autobiografie eines Pferdes

    Frederike Middelhoff lebt und arbeitet in Hamburg. In ihrer Doktorarbeit hat sie eine bislang unerforschte Gattung der deutschen Literaturgeschichte untersucht: Die Autozoographie. Dabei handelt es sich um quasi-autobiografische Ich-Romane, in denen ein Tier seine Lebensgeschichte erzählt. Hinter Titeln wie „Lebensgeschichte eines Miethpferdes“ (1799) verbirgt sich aber nicht bloß eine literarische Unterhaltungsform.

    Dr. Frederike Middelhoff (Mitte) erhielt den Kulturpreis Bayern 2019 als beste Absolventin der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Überreicht wurde der Preis von Reimund Gotzel, Vorstandsvorsitzender der Bayernwerk AG (rechts), und Staatsminister Bernd Sibler (links). Foto: Alex Schelbert, Bayernwerk AG

    Bei der Rekonstruktion des Entstehungskontextes der Gattung hat die Literaturwissenschaftlerin vielmehr herausgefunden, dass im Untersuchungszeitraum von 1789-1922 sowohl in der Tierseelenkunde als auch der Tierschutzbewegung und der Zoologie über die Autobiografiefähigkeit von Tieren nachgedacht wurde.

    Man schrieb den Tieren Eigenschaften zu, die für das Verfassen einer Autobiografie benötigt werden: Selbstbezug, Gedächtnis und Selbstausdruck. So stellt die 32-Jährige in ihrer Arbeit auch Verbindungen zwischen der Tiertheorie und den von ihr untersuchten literarischen Erzählungen her. An Beispielen zeigt Middelhoff, dass die Ich-Romane der Pferde, Katzen und Hunde das Artenwissen ihrer Zeit beschreiben und dieses Wissen gleichzeitig als Zuschreibung durch den Menschen reflektieren.

    Bearbeitet von Stefanie Dürr

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