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    Würzburg

    Würzburger FDP-Kandidaten: Rücktritt war einzig richtiger Weg

    Ein FDP-Mann, der mit den Stimmen der AfD Ministerpräsident von Thüringen wurde? Geht das? Das sagen Stadtratskandidaten der FDP dazu.
    Was sagen FDP-Kandidaten für die Stadtratswahl zur Wahl und dem Rücktritt vom Thomas Kemmerich?  Foto: Silvia Gralla

    Sie hat für gewaltige Reaktionen gesorgt, die Wahl des FDP-Abgeordneten Thomas Kemmerich zum Thüringer Mininsterpräsidenten. Erstmals war ein Ministerpräsident auch mit den Stimmen der AfD auf den Chefsessel gehoben worden. Diese hatte zwar im dritten Wahlgang einen eigenen Kandidaten aufgestellt, dem aber keine einzige Stimme gegeben und so zusammen mit der CDU Kemmerich mit einer Stimme Vorsprung vor dem Kandidaten von Rot-Rot-Grün, Bodo Ramelow, zum Ministerpräsidenten gemacht. Proteste gegen dieses Wahlergebnis gab von allen Seiten.

    Noch am Mittwochabend hatten sich daraufhin in Würzburg spontan knapp 100 Demonstranten versammelt und waren mit Transparenten durch die Straßen gezogen. Vor dem Büro des FDP-Kreisverbandes in der Bronnbacher Gasse stand die ganze Nacht ein Streifenwagen der Polizei. 

    "Ich bin entsetzt und peinlich berührt, dass ein Liberaler eine Wahl mit AfD-Stimmen angenommen hat."
    Andrew Ullmann, Kreisvorsitzender der FDP Würzburg-Stadt

    Was sagen Stadtratskandidaten der FDP zu den Ereignissen, die sich am Donnerstagnachmittag überschlugen? Denn am Tag nach seiner Wahl legte FDP-Ministerpräsident Thomas Kemmerich  sein Amt nieder. Sein Rücktritt sei "unumgänglich", sagte Kemmerich. Er wolle den Makel der Unterstützung durch die AfD vom Amt des Ministerpräsidenten nehmen und den Weg freimachen für eine Neuwahl des Landtages.

    "Der Rücktritt des Ministerpräsidenten Kemmerich und die Einleitung von Neuwahlen sind der einzig richtige Weg. Ich hoffe, dass dies möglichst schnell erfolgen kann", antwortet Julia Bretz, Spitzenkandidatin der FDP-Stadtratsliste. Sie hätte von vorneherein die Wahl nicht angenommen, sagt sie. Kemmerich erweise seinem Land durch den Rücktritt daher den besten Dienst.

    Die Einleitung von Neuwahlen ist der einzig richtige Weg

    Auch Joachim Spatz, auf Platz zwei der Liste und Fraktionsvorsitzender von FDP und Bürgerforum im Stadtrat hält den Rücktritt und die Einleitung von Neuwahlen für den einzigen richtigen Weg. Er glaubt, wie auch Bretz, dass die AfD von sich aus und unabgesprochen gehandelt habe, um die "Solidarität der Demokraten" zu beschädigen.

    Der Bundestagsabgeordnete Andrew Ullmann, Kreisvorsitzender der FDP Würzburg-Stadt und Nummer fünf auf der Stadtratsliste, sagt: "Ich bin entsetzt und peinlich berührt, dass ein Liberaler eine Wahl mit AfD-Stimmen angenommen hat." Sollten Absprachen mit der AfD stattgefunden haben, hält er ein Parteiausschlussverfahren für gerechtfertigt. Der Rücktritt Kemmerichs und die Einleitung von Neuwahlen seien der einzig richtige Weg, so UIlmann weiter. Nun seien die anderen Parteien in der Pflicht diesen Antrag mitzutragen.

    Eine Zusammenarbeit jedweder Art mit der AfD lehnen die Freien Demokraten aus Würzburg ab

    Schon am Mittwoch hatte der Würzburger Kreisverband der FDP einer Pressemitteilung Stellung genommen:  Sollte es Kemmerich nicht zeitnah gelingen, eine stabile Regierungsarbeit unter konsequentem Ausschluss der AfD aufzunehmen, sei man für sofortige Neuwahlen, hieß es darin. In Würzburg habe die FDP bislang zusammen mit den anderen demokratischen Parteien die Ergebnisse der AfD niedrig halten können und das solle so bleiben. Eine Zusammenarbeit jedweder Art mit der AfD lehne man als Freie Demokraten aus Würzburg-Stadt auch in Zukunft ab, schließt die Pressemitteilung.

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