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    Würzburg

    Würzburger Flüchtlingsrat: Ursachen von Jugendkriminalität

    Studentenpfarrer Burkhard Hose und Eva Peteler engagieren sich im Würzburger Flüchtlingsrat. Foto: Archivbild Pat Christ

    "Gut, dass der Hintergrund dieser Zahlen thematisiert und kritisch betrachtet wird und die möglichen Ursachen dafür benannt werden“, erklärt der Flüchtlingsrat der Stadt Würzburg zur Berichterstattung dieser Redaktion über kriminelle junge Flüchtlinge in Würzburg. Auffällig ist, der überproportional hohe Anteil von jungen Asylsuchenden in Jugendbanden, die in den vergangenen Monaten immer wieder Straftaten in der Stadt begangen haben. Aber auch in anderen Bereichen der Jugendkriminalität ermittelte die Polizei 2018 häufiger gegen Flüchtlinge, als es deren Anteil an der Bevölkerung entspricht.

    Würzburger Flüchtlingsrat fordert: Jeder Mensch muss eine Perspektive bekommen

    Der Würzburger Flüchtlingsrat ist ein Zusammenschluss von in der Flüchtlingshilfe engagierten Personen. Zur Überrepräsentation von Flüchtlingen in der Statistik, schreiben sie: "Dem Phänomen liegen Fakten zugrunde, die viel zu lange kaum Beachtung fanden und die auch heute noch zum Teil nur erklärend angeführt werden. Doch dadurch allein ändert sich nichts."

    Stattdessen müsste sich etwas an den besonders schwierigen Bedingungen junger Flüchtlinge ändern, wie zum Beispiel die "zermürbende" Länge des Asylverfahrens, fehlende  Bleibeperspektive und die Unterbringung in Sammelunterkünften.  Zwar bemühe sich die Stadt Würzburg an vielen Stellen, ihren Beitrag zu einer guten Integration junger Geflüchteter zu leisten. Dennoch seien weitere Schritte auf kommunaler und politischer Ebene nötig.  

    Als Beispiele nennt der Flüchtlingsrat den Ausbau des Integrationskonzeptes der Stadt Würzburg und die bessere sozialpädagogische und schulpsychologische Betreuung an Schulen. „Integration ist kein kurzfristiges Projekt, sondern ein langfristiger Prozess,“ schreibt der Flüchtlingsrat. Jeder junge Mensch in Deutschland müsse eine Chance auf Struktur, Bildung und Perspektive bekommen – ein Menschenrecht, das unabhängig von Aufenthaltsstatus, Pass oder Herkunft gültig sein müsse. „Die Verweigerung dieses Menschenrechts fällt auf die ganze Gesellschaft zurück, nicht zuletzt auch davon zeugt die angeführte Kriminalstatistik.“

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