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    Würzburg

    Würzburger Medizinhistoriker Mayer gestorben

    Wann immer man etwas über Arzneipflanzen-Geschichte oder Klostermedizin wissen wollte, brauchte man nur Johannes G. Mayer zu fragen. Jetzt kam die Nachricht seines Todes.
    War in vielen Medien gefragter Fachmann, wenn es um mittelalterliche Heilkunde, Arzneipflanzen und Klostermedizin ging: der Würzburger Historiker und Germanist Dr. Johannes Mayer.
    War in vielen Medien gefragter Fachmann, wenn es um mittelalterliche Heilkunde, Arzneipflanzen und Klostermedizin ging: der Würzburger Historiker und Germanist Dr. Johannes Mayer. Foto: Thomas Obermeier

    Sein häufigster Einsatzort im vergangenen Jahr: die Würzburger Landesgartenschau. 400 Termine bot die Forschergruppe Klostermedizin dort, und Leiter Dr. Johannes Gottfried Mayer hatte selbst mehr als 170 Vorträge übernommen. Ein intensiver Sommer für den Medizinhistoriker und Germanist, der bundesweit ein gefragter Fachmann für die Geschichte der Arzneipflanzen und der Klostermedizin war.

    In diesem Jahr hatte sich Mayer wieder ganz größeren Publikationen und Buchprojekten widmen wollen. Die Epoche der Klostermedizin im Allgemeinen, Hildegard von Bingen im Speziellen, der Nutzen pflanzlicher Arzneimittel bei Infektionskrankheiten - nach 35 Jahren intensiver Arbeit wollte der Geschäftsführer der Würzburger Forschergruppe Klostermedizin eine Art Fazit ziehen. Es wird dazu nicht mehr kommen: In der vergangenen Woche ist der Medizinhistoriker – völlig überraschend - im Alter von 65 gestorben.

    Der gebürtige Nürnberger, der über die Erforschung mittelalterlicher Prosa zum Thema Arzneipflanzen kam, hatte die Forschergruppe Klostermedizin mitbegründet und aufgebaut, die 1999 aus einer Kooperation des Institutes der Geschichte der Medizin mit dem Arzneimittelhersteller Abtei entstand. Das Ziel: mit finanzieller Hilfe der Pharmaindustrie mittelalterliche Schriften zu analysieren und die Erkenntnisse für die moderne Medizin zu nutzen. 

    Und immer ging es Johannes Mayer auch darum, das pharmazeutisch-medizinische Wissen für interessierte Laien verständlich aufzubereiten: in zig Beiträgen in Zeitungen und Magazinen, in Fernsehbeiträgen, nicht zuletzt im 2002 erschienenen großen „Handbuch der Klosterheilkunde“ oder einem Gewürz-Buch mit Alfred Schuhbeck. Sein geplantes populärwissenschaftliches Buch über Hildegards Heilkunde und die erste umfassende Monografie zur gesamten Klostermedizin-Epoche - sie werden unvollendet bleiben.    

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