• aktualisiert:

    Würzburg

    Würzburger Verkehr: Wann kommen Park & Ride-Plätze?

    Für Pendler, Einkäufer und Anwohner ein wichtiges Thema: Parkplätze am Rand der Innenstadt oder in den Stadtteilen. Der erste Park & Ride-Platz ist in der Sanderau geplant.
    Auf dem Talavera-Parkplatz in Würzburg parken viele Pendler. Foto: Patty Varasano

    Auf der Talavera parken viele Pendler, in der Zellerau klagen die Anwohner über fehlende Parkplätze. Ebenso ist es in der Sanderau: Der Parksuchverkehr im Viertel ist groß, wenn Veranstaltungen in der s.Oliver Arena sind, noch größer. Seit längerer Zeit verspricht die Stadt für Parkplätze zu sorgen. Wie weit sind die Lösungen?

    Über Verbesserungen für die Zellerau hat der Stadtrat im Herbst 2018 diskutiert. Damals wurde unter anderem vorgeschlagen, die Talavera zu bewirtschaften und einen Teil der rund tausend Stellplätze für Anwohner zu reservieren. Die Verwaltung sollte ein Parkkonzept für Anwohner erarbeiten.

    Dass dieses bislang noch nicht vorliegt, begründet das Rathaus damit, dass man zuerst ein Konzept für Park & Ride-Plätze in der gesamten Stadt erarbeitet: "Bestandteil dieses Konzeptes, das auch die Talavera einschließt, ist unter anderem ein schlüssiges Parkraumzonen-Konzept, das das Oberflächenparken in der Stadt Würzburg umfassend regelt", erklärt Rathaussprecher Christian Weiß.

    Park & Ride-Plätze für die Zellerau

    "Das macht Sinn", sagt die Zellerauer SPD-Stadträtin Gisela Pfannes. Denn bevor man über eine Bewirtschaftung der Talavera  nachdenke, müsste man über eine Alternative für den Dauerparkplatz, auf den Pendler, Einkäufer und Anwohner angewiesen sind, nachdenken. "Möglichst am Stadtrand wie zum Beispiel am Zeller Bock, damit die Autos gar nicht durch die Zellerau fahren."

    Auch CSU-Stadträtin Sonja Buchberger will Verkehr aus dem Viertel bringen. Ein Grundstück in der Nähe des neuen Kreisels am Bürgerbräu-Gelände sei ein geeigneter Standort für ein Parkhaus. Als kurzfristige Abhilfe für Anwohner schlägt sie vor, den kleinen Parkplatz gegenüber der Gaststätte Time-Out in der Frankfurter Straße zu bewirtschaften. "Denn hier stehen vor allem Pendler den ganzen Tag." 

    Umbau der Haltestelle Königsberger Straße geht nur langsam voran

    Seit fast eineinhalb Jahren arbeitet die Verwaltung an der Erstellung eines Park & Ride-Konzeptes. An acht Orten im Stadtgebiet sollen Parkplätze mit direkter Anbindung an den ÖPNV entstehen. Stadtbaurat Benjamin Schneider hatte vergangenen Herbst gesagt, dass der Stadtrat vermutlich bis Ende 2019 Ergebnisse vorgelegt bekommt. Jetzt erklärt Rathaussprecher Weiß, dass sich erst der neue Stadtrat damit beschäftigen wird. Dieser wird im März gewählt und nimmt im Mai seine Arbeit auf.   

    Einer der acht Standorte steht aber eigentlich schon fest: Die Stettiner Straße in der Sanderau. Hier beschloss der Stadtrat im Mai vergangenen Jahres, dass im Areal des Minigolfplatzes gegenüber der s.Oliver Arena ein Parkhaus gebaut wird. Bereits ein Jahr zuvor wurde der Ausbau der Haltestelle Königsberger Straße entschieden.

    Park & Ride Settiner Straße Foto: Grafik: Leon Fröhlich

    Momentan ist die Haltestelle in der Königsberger Straße eine der letzten vier nicht barrierefreien Straba-Haltestellen der Stadt und zu klein dafür, dass in Stoßzeiten zwei Züge stehen können. Busse aus dem Umland halten hier teilweise auf den Gleisen und die rund 1400 Fußgänger, die zu Schulzeiten hier täglich queren, laufen ungesichert über die Friedrich-Spee-Straße.

    Deshalb soll die Gleisanlage vergrößert und eine zusätzliche Bus-Haltestelle an die heutige Zufahrt zur s.Oliver Arena verlegt werden. Laut WVV-Sprecher Jürgen Dornberger ist aber noch nicht absehbar, wann die 2017 beschlossenen Pläne verwirklicht werden. "Aufgrund der engen Platzverhältnisse gestaltet sich der Umbau schwierig." Momentan verhandle die WVV mit Eigentümern von Grundstücken in der Friedrich-Spee-Straße, die man für die Erweiterung der Haltestelle braucht.  

    "Mittlerweile haben wir rund 3300 Unterschriften gegen das Parkhaus gesammelt."
    Matthias Nickerl, Betreiber des Minigolfplatzes Stettiner Straße

    Für den Bau des gegenüber liegenden Parkhauses mit 500 Stellplätzen wurden inzwischen notwendige Voruntersuchungen zum Baumbestand und zu Fragen der Verkehrsplanung durchgeführt. "Weiter benötigte Gutachten wie zum Beispiel Klimauntersuchungen befinden sich in Vorbereitung", erklärt Rathaus-Sprecher Weiß. Wann der Bau beginnt, kann man laut Weiß noch nicht sagen. 

    Dass es noch keinen Bautermin gibt, könnte auch daran liegen, dass es nicht unumstritten ist: Sowohl im Stadtrat, hier stimmten die Fraktionen der Grünen, der FWG und einige einzelne Stadträten aus anderen Fraktionen dagegen, als auch bei den Bürgern. Nicht alle Sanderauer wollen den 2700 Quadratmeter großen Teil der 15 000 Quadratmeter großen Grünfläche für Parkplätze opfern. Im Frühjahr hat sich auch eine Bürgerinitiative dagegen gebildet. "Mittlerweile haben wir rund 3300 Unterschriften gegen das Parkhaus gesammelt", sagt Matthias Nickerl, der den Minigolfplatz in der Stettiner Straße betreibt.   

    Fotos

      Kommentare (14)

        Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!