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    Würzburger entwickeln gesellschaftskritisches Rollenspiel

    Je weiter man in das Rollenspiel SteaMage vordringt, desto variantenreicher wird es.  Foto: www.stemage-game.de

    Als Waldelfe oder Magier zusammen mit Freunden Abenteuer erleben: Das wollen die Spielentwickler Christopher Putz und Tobias Radtke in der Fantasywelt von SteaMage ermöglichen. Mit ihrem Tischrollenspiel hoffen die Würzburger aber auch ein Zeichen für Toleranz gegenüber Minderheiten zu setzen.

    „SteaMage ist ein Pen-&-Paper-Rollenspiel“, fasst Putz zusammen. Pen-&-Paper-Rollenspiele, für die zunächst nur Stift und Papier benötigt werden, gibt es in Deutschland schon seit den 1980er Jahren. Besondere Beliebtheit gewann dabei „Das Schwarze Auge“, durch das auch Putz seine Leidenschaft für Rollenspiele entdeckte.

    Sponsoren gesucht für Crowdfunding-Kampagne

    Aktuell betreibt das Team noch bis zum 12. Oktober eine Crowdfunding-Kampagne. Denn bevor das Spiel auf den Markt kommt, müssen Herstellungs- und Personalkosten gedeckt werden. Trotzdem laufen im Moment schon die Vorbestellungen von SteaMage. Ende Januar soll das Rollenspiel dann unter www.steamage-game.de erhältlich sein.

    Spielentwickler Christopher Putz präsentiert SteaMage. Foto: Anna-Sophie Humer-Hager

    Zusammen mit seinem ehemaligen Studienkollegen Radtke, der ebenfalls begeisterter Rollenspieler ist, arbeitete Putz mit Unterbrechungen bereits seit 2012 an der Entwicklung von SteaMage. Ende 2018 expandierte das Zweierteam, sodass mittlerweile auch ein Illustrator, eine Setzerin und eine Lektorin mitwirken.

    SteaMage will Zeichen für mehr Toleranz setzen

    Das besondere an SteaMage ist, dass für die Spielmacher Inklusion und Diversität eine große Rolle bei der Entwicklung spielten. „Das viktorianische Zeitalter war keine schöne Zeit für Minderheiten“, stellt Putz klar. „Trotzdem wird auch heutzutage beispielsweise zu wenig Aufklärung über Homosexualität oder Transgender gemacht. Wir gehen aber noch einen Schritt weiter und möchten alle sexuellen Orientierungen, Geschlechtsidentitäten und Menschen mit Behinderungen in SteaMage repräsentiert sehen. Dadurch wollen wir den Leuten zeigen, dass es nichts zu verstecken gibt.“

    Wie SteaMage funktioniert

    Doch wie funktioniert SteaMage? „Das Spiel hat eine Vorbereitungs- und eine Spielphase. Zunächst erstellt man nach einem Regelkatalog einen Charakter, mit der man sich in der Welt von SteaMage bewegt“, erläutert Putz. „Wir geben aber für Beginner im Buch auch ein paar Figuren vor.“ Während die Welt im Regelbuch beschrieben ist, denkt sich der Spielleiter die äußeren Begebenheiten des Abenteuers aus.

    Für SteaMage haben Putz und Radtke aber auch zwei Beispielabenteuer entworfen. Mithilfe verschiedener sechs-, acht- und zwölfseitiger Würfel müssen die Spieler außerdem Proben bestehen. Ein richtiges Ziel gibt es dabei nicht. „Es geht eigentlich nur darum, Spaß zu haben und schöne Abenteuer zu erleben“, fasst Putz zusammen. Obwohl SteaMage anfängerfreundlich konzipiert wurde, kann der Schwierigkeitsgrad nach Belieben gesteigert werden.

    Abenteuer und Konflikte zwischen Magie und Technologie

    SteaMage soll zeitlich in der viktorianischen Ära des 19. Jahrhunderts spielen. „Neben Elementen aus dem Steampunk, also dem viktorianischen Lebensgefühl und imaginärer Dampfkraft-Technologie, die der heutigen Technik überlegen ist, hat SteaMage auch einen Fantasy-Aspekt“, erklärt Putz die Hintergründe. „In einer magischen Welt mit Drachen und anderen Fabelwesen gibt es eine industrielle Revolution und dadurch Konflikte zwischen Magie und Technologie.“

    Jede Runde, die mehrere Stunden dauern kann, verläuft außerdem anders, denn der Spielverlauf wird von den Reaktionen der Spieler mitbestimmt. „Das ist ein bisschen wie Impro-Theater“, sagt Putz lachend. „Spielen kann SteaMage grundsätzlich jeder, der ein bisschen Fantasie hat und beschreiben kann. Im Prinzip geht es auch allein, aber geselliger ist es natürlich in der Gruppe.“

    So sieht das Regelwerk des Fantasy-Rollenspiels aus. Foto: ASH

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