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    WÜRZBURG

    Würzburgs Uni und das Klinikum sind Bau-Giganten

    Amtsübergabe des Bereichsleiters Unibau des Staatlichen Bauamtes
    Im Fürstensaal der Residenz übergab Uni-Bereichsleiter Peter Mack (links) den Stab an seinen Nachfolger Jan Knippel (Mitte), rechts Joachim Fuchs, Leiter des Staatlichen Bauamts Würzburg. Foto: Daniel Peter

    Wenn es um das Bauen in Unterfranken geht, dann investiert niemand so viel in den Hochbau wie der Freistaat. Allein in den letzten fünf Jahren ist laut Regierungspräsident Paul Beinhofer eine dreiviertel Milliarde Euro verbaut worden – ein Großteil davon für die Hochschulen.

    Beinhofer nannte die Zahlen bei der Verabschiedung von Peter Mack in den Ruhestand. Der bald 64-jährige passionierte Bergsteiger leitete seit 2011 den Bereich Hochschulen im Staatlichen Bauamt Würzburg und hat in dieser Zeit große Maßnahmen umgesetzt oder auf den Weg gebracht – allen voran die Entwicklung des Uni-Campus Nord auf den ehemaligen Leighton Barracks und den weiteren Ausbau des Uniklinikums. Hinzu kamen millionenschwere Sanierungen im Altbestand.

    Hochschulbau: Jan Knippel folgt auf Peter Mack

    Macks Nachfolger ist der 52-jährige Jan Knippel, der vom Freistaat in den letzten drei Jahren als Referent ans Bundesumwelt- und bauministerium in Berlin abgeordnet war. Seine Aufgabe dort: Baumaßnahmen des Bundes mit Blick auf Kosten, Termintreue und Qualität zu verbessern. Erkenntnisse daraus könnten auch für den Hochschulbau in Unterfranken nützlich sein, meinte er schmunzelnd bei seiner Vorstellung.

    Zuvor hatte der studierte Architekt und Designer an den Universitätsbauämtern Regensburg und Erlangen-Nürnberg gearbeitet. Auf Knippel wartet in Würzburg viel Arbeit. Wichtige Weichenstellungen sind getroffen – die weitreichendste mit den geplanten Neubauten der Kopfklinik und des Frauen-Mutter-Kind-Zentrums auf dem Nordgelände des Uniklinikums.

    Wichtige Weichenstellung: Klinikerweiterung im Norden

    Die Flächen befinden sich aktuell noch im Eigentum des Juliusspitals, und finanziell wird offenbar ordentlich gepokert. Landtagspräsidentin Barbara Stamm machte vor den geladenen Gästen in der Residenz keinen Hehl daraus, dass sie auf einen raschen Abschluss der Kaufverhandlungen hofft: „Wir müssen das jetzt auch umsetzen!“

    Stamms politischer Einsatz für die Klinikerweiterung – im Zusammenwirken mit dem scheidenden Unibau-Chef – wurde von verschiedenen Seiten hervorgehoben. Von einer „historischen Entscheidung“ sprach Regierungspräsident Beinhofer. Nach den ursprünglichen Plänen sollte die denkmalgeschützte Kopfklinik im Bestand neu gebaut werden. Mit Blick auf die Kostenentwicklung und andere Probleme ein waghalsiges Unterfangen. Nicht zuletzt durch die fachliche Unterstützung Macks fand ein Umdenken und Umlenken statt. Bis zu 750 Millionen Euro sollen nun auf zusätzlich 22 Hektar Klinikgelände investiert werden.

    Klinikchef Ertl: Gute Mediziner in guten Bauten

    Als Unibau-Bereichsleiter zeichnete sich Mack auch verantwortlich für das neu errichtete Deutsche Zentrum für Herzinsuffizienz (DZHI) und die Planungen für die Strahlentherapie: Im Januar gab es vom Freistaat grünes Licht für den Bau.

    Für Professor Georg Ertl, Ärztlicher Direktor des Uniklinikums, sind moderne Klinikbauten und „menschengerechte Arbeitsbedingungen“ nicht nur wichtig im Sinne der Medizin und Patienten: Attraktive Räumlichkeiten und Ausstattung spielten zunehmend eine Rolle, um Mitarbeiter für das Klinikum zu gewinnen und zu halten.

    Universität wächst und hat großen Raumbedarf

    Auch Uni-Präsident Professor Alfred Forchel unterstrich den Raumbedarf der Julius-Maximilians-Universität (JMU) mit mehr als 5000 Beschäftigten in Forschung, Lehre und Verwaltung. Als Meilenstein während Macks Amtszeit bezeichnete er die Eröffnung des neuen Campus Nord.

    Durch zahlreiche – vom Bauchef gelenkte – Projekte habe die JMU an Modernität und „Gesicht“ gewonnen. Forchel nannte als Beispiele die neue Mensateria, die Graduiertenschule, die Verbindungsbrücke der beiden Campusteile, den Hörsaal- und Bibliotheksbau am Wittelsbacherplatz, den Kopfbau am Botanischen Institut oder den Neubau der Nanosystemchemie.

    Mit dem neu errichten Deutschen Zentrum für Herzinsuffizienz ist auf dem Gelände der Uniklinik in Grombühl ein hochmodernes Gebäude entstanden. Foto Thomas Obermeier Foto: Thomas Obermeier

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