• aktualisiert:

    Zell

    Zell bekommt ein deutlich aufgewertetes Mainufer

    In diesem Bereich der Zeller Mainauen soll der neue Biotop-Park mit Uferzugang entstehen. Foto: arc.grün | landschaftsarchitekten

    Das Zeller Mainufer ist ein wunder Punkt. Es ist eingepfercht zwischen einer befahrenen Staatsstraße und dem Fluss. Der schmale Weg muss gemeinsam von Fußgängern und Radfahrern benutzt werden. Bei anhaltendem Regen bilden sich große Pfützen. Die Unterführungen unter der Straße sind wenig einladend.

    Das alles soll sich künftig ändern, zumindest auf einer 4000 Quadratmeter großen Fläche auf Höhe des Schützenhauses. Ralf Warm von den Kitzinger Landschaftsarchitekten arc.grün stellte seine überarbeiteten Pläne am Dienstagabend in der Zeller Gemeinderatssitzung vor. "Wir wollen verschiedene Sichtachsen auf den Main und viele Sitzmöglichkeiten schaffen", erklärte Warm, der den Multifunktionsplatz wie gewünscht herausgenommen hat.

    Stattdessen soll ein Biotop entstehen, der als Lebensraum für Vögel dient und in dem sich Stege wiederfinden. Auch zwei Grillplätze, eine Kanuanlegestelle, eine Holzplattform, Infostelen und Sitzstufen am Fluss sind fester Bestandteil des Konzepts. "Das Mainufer wird auf diesem Abschnitt von den Pflanzen freigemacht. Dafür entstehen dahinter viele Schilfflächen und Platanen, Weiden oder Erlen", berichtete Warm und wies daraufhin, dass das Ökokonto am Ende klar positiv wäre.

    Es gibt allerdings zwei Punkte, welche die Marktgemeinderäte bewegten. Der eine ist die Trennung von Fußweg und Fahrradweg, der allgemein gewünscht wird. Der Fahrradweg soll nach hinten in Richtung Staatsstraße verlegt werden; dessen Verlauf wäre also künftig gekrümmt. "Der Fahrradweg ist stark frequentiert. Viele nutzen ihn auch, um zur Arbeit zu kommen", sagte Sebastian Rüthlein. Dort, wo die Fußgänger den Weg überqueren müssten, könne es gefährlich werden. In der Diskussion mit dem Planer stellte man fest, dass es – außer einer Beschilderung – nicht allzu viele praktikable Möglichkeiten gebe. Wichtig war dem Gemeinderat in jedem Fall, dass das Ganze für alle Beteiligten gut einsehbar ist.

    Der andere Punkt waren die erhöhten Kosten. Durch die Radwegeumlegung und das Anlegen eines Biotops sind sie von 193 732 auf 472 400,25 Euro angestiegen. Hinzu kommen 129 971,80 Euro an Baunebenkosten. "Es ist deshalb verhältnismäßig teuer, weil der Boden belastet ist, wohl noch vom Straßenbau", erklärte Warm. Die Entsorgung sei aufwendig. Hinzu kämen die zuletzt stark gestiegenen Baukosten. "Doch im Vergleich zu anderen Maßnahmen in Uferbereichen sind wir immer noch günstig."

    Die Kosten sind auch ein Grund, warum die Mehrheit des Gemeinderats den renaturierten Uferabschnitt nicht zu lang machen will. Er liegt aktuell bei knapp 250 Metern. Schließlich verständigte man sich geschlossen darauf, die Planung weiterzuverfolgen, so wie sie jetzt ist. Es wäre bereits der zweite Bauabschnitt im Mainvorlandbereich.

    Der erste namens "Zell Park West" ist ein Gebiet auf der anderen Seite der Straße, dessen Entwicklung bereits weit fortgeschritten ist. Dort entsteht eine Freizeitfläche mit Spielbereichen für Kinder unter 12 Jahre, eine Wasserspielanlage, viele Sitzgruppen und eine E-Bike-Ladestation. Die Vorhaben sollen zu mehr als der Hälfte städtebaulich gefördert werden. In der Sitzung beschlossen die Gemeinderäte auch noch mehrere Aufträge für den Kindergartenneubau in der Falkenstraße.

    Schaffung einer Sichtachse zum Main: Blick aus Richtung Zell auf den noch nicht ersichtlichen Fluss. Foto: arc.grün | landschaftsarchitekten
    So sieht der aktuelle Plan für das Zeller Mainufer aus. Gut erkennbar ist der gekrümmte Fahrradweg, das Biotop und die Verweilanlagen in der Mitte. Foto: arc.grün | landschaftsarchitekten

    Fotos

      Kommentare (0)

        Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!