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    KIST

    Zufahrt ins Kister Gewerbegebiet: Landratsamt gegen Tempo 70

    Viel zu schnell wird an der neuen Zufahrt zum Gewerbegebiet „Sonnleite” in Kist vorbeigefahren. Wer wieder auf die Staat... Foto: Matthias Ernst

    Die im letzten Jahr neu geschaffene Ein- und Ausfahrt ins südliche Kister Gewerbegebiet „Sonnleite“ an der Staatsstraße (St) 578 sorgt für Unmut in der Bevölkerung. Auch der Gemeinderat ist nicht glücklich mit den Geschwindigkeiten, die an dieser Stelle gefahren werden dürfen. Ursprünglich war geplant ab der Abzweigung nach Kleinrinderfeld (St 2296) bis zum Ortsschild Kist die Geschwindigkeit auf 70 Stundenkilometer zu begrenzen. Aktuell gilt hier immer noch Tempo 100.

    Nachdem die Maßnahme durch das Staatliche Bauamt abgeschlossen war und die endgültige Beschilderung angebracht wurde, fehlten die entsprechenden Temporeduzierungen in beide Richtungen. Bürgermeister Volker Faulhaber (SPD) informierte den Gemeinderat in der letzten Sitzung, dass eine angeordnete Reduzierung der Geschwindigkeit – die Gemeinde hatte sogar Tempo 50 angeregt – nicht kommen wird. Das Landratsamt, als Fachbehörde für die Staatsstraßen im Landkreis zuständig, erklärte auf Nachfrage dieser Redaktion, dass eine Notwendigkeit zu Temporeduzierung nicht gesehen werde. „Die Straßenführung ist gerade und überschaubar“ und deshalb bestehe „in diesem Bereich keine Notwendigkeit, die Geschwindigkeit zu beschränken“.

    Unfälle sind vorprogrammiert

    Das sieht man natürlich im Rathaus von Kist ganz anders. Man verweist darauf, dass in Kürze ein Autohaus im Gewerbegebiet an der Zufahrt entstehen wird, das die Autofahrer zusätzlich mit dem Blick auf die Ausstellungsräume ablenken könnte. Und dann seien Unfälle vorprogrammiert. Die sind schon mehrfach nur knapp vermieden worden, wie mehrere Bewohner berichten. Vor allem beim Linksabbiegen in Richtung Gerchsheim müssen Autofahrer höllisch aufpassen. Denn immer wieder werde beobachtet, wie viele Autofahrer die gerade Strecke nutzten, um schneller zu beschleunigen als auf die erlaubten 100 Stundenkilometer. Bei Autofahrern, die aus Richtung Gerchsheim kommen, falle auf, dass diese auch nicht abbremsen würden, weil es leicht bergab geht.

    Durch die mittlerweile erfolgte Eröffnung der Seniorenresidenz wird sich das Problem noch verschärfen, ist sich der Bürgermeister sicher. Auch sie kann über die Zufahrt zum Gewerbegebiet angefahren werden.

    Verkehrsinsel soll noch in diesem Jahr ausgebaut werden

    Das Staatliche Bauamt verweist darauf, dass das Landratsamt anordnende Behörde ist. In Kürze werde auch noch die fehlende Fahrbahnbegrenzung aufgebracht. Die war im letzten Winter wegen der niedrigen Temperaturen nicht abschließend markiert worden. Die Spezialfarbe hätte sonst nicht gehalten. Moderne Spurassistenten von Fahrzeugen orientieren sich an diesen Begrenzungen und lösen notfalls Alarm aus, wenn sich Fahrzeuge ihnen ungewollt nähern.

    Auch die aktuell nur provisorisch angebrachte Verkehrsinsel an der Ausfahrt der St 2296 auf die St 578 soll noch in diesem Jahr ausgebaut werden Insgesamt glaubt man seitens der Behörden alles unternommen zu haben, um die Verkehrssicherheit weiter zu gewährleisten, auch wenn es viele Kister anders sehen.

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