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    OCHSENFURT

    Zukunft der Pfründespitalstiftung ungewiss

    Die Zukunft der Pfründespitalstiftung steht erneut im Stiftungsausschuss des Ochsenfurter Stadtrats zur Diskussion. Mehrheitsmeinung im Stadtrat war bisher, die Stiftung aufzulösen, die vorhandenen Grundstücke zu verkaufen und Altschulden zu begleichen. Jetzt hat die SPD-Fraktion den Antrag gestellt, die Pfründespitalstiftung zu einer Art Bürgerstiftung zu erweitern und damit zum Erhalt der Klosterkirche und weiterer historisch bedeutsamer Gebäude der Stadt beizutragen.
    Im Abseits: Die Klosterkirche führt ein kaum beachtetes Dasein. Weil der Strom abgestellt ist, finden dort seit einiger Zeit keine Gottesdienste mehr statt.
    Im Abseits: Die Klosterkirche führt ein kaum beachtetes Dasein. Weil der Strom abgestellt ist, finden dort seit einiger Zeit keine Gottesdienste mehr statt. Foto: Gerhard Meissner

    Ursprünglich war die Stiftung Betreiber des städtischen Altenheims. Zu dessen Bau Anfang der 70er Jahre waren Grundstücke aus dem Stiftungsvermögen verkauft worden. Für die Teilsanierung in den 90er Jahren nahm die Stiftung Darlehen auf. Rund 1,8 Millionen Euro Schulden aus dieser Zeit lasten heute noch auf der Stiftung, obwohl das Haus Franziskus längst vom Kommunalunternehmen übernommen wurde.

    Der ursprüngliche Stiftungszweck ist also passé. Und der Vorschlag, die vorhandenen Äcker und Waldgrundstücke zu verkaufen und damit die Schulden zu bezahlen, brachte zunächst ein ernüchterndes Ergebnis. Nach einem Wertgutachten sind die Flächen gerade einmal 500 000 Euro wert. Auf den übrigen 1,3 Millionen Euro bliebe die Stadt sitzen.

    Außerdem gehören auch ein paar unveräußerliche Flächen zum Portfolio, etwa die Dr.-Martin-Oechsner Anlage zwischen den beiden Brücken. In der Vergangenheit hat die Stadt Flächen der Stiftung immer wieder zum Tausch benutzt und dadurch etwa die Ansiedlung neuer Betriebe ermöglicht.

    Eine weitere Erblast der Stiftung ist die Kapuzinerkirche an der Uffenheimer Straße, die früher zum benachbarten Kloster gehörte. Just im 350. Jahr ihrer Erbauung gibt die Kirche ein eher trauriges Bild ab. Das Dach ist sanierungsbedürftig, der Kreuzgang dient als Abstellraum. Seit dem Abriss des alten Haus Franziskus ist der Elektroanschluss gekappt.

    Erst in den nächsten Monaten, wenn die neue Seniorenwohnanlage „Am Lindhard“ fertig ist, soll der Strom wieder angeschlossen werden. Kein Wunder, dass im Stadtrat bereits der Vorschlag aufkam, die Kirche der katholischen Kirchengemeinde zu schenken. Doch die hat schon genügend unterhaltspflichtige Immobilien am Hals und plant außerdem den Bau eines neuen Pfarrzentrum. Spielraum für weitere Unterhaltslasten bleibt da nicht, heißt es seitens der Pfarrgemeinde.

    Fraglich ist außerdem, inwieweit die Stiftung überhaupt aufgelöst werden kann. Eine entsprechende Anfrage hat die Stadt vor Monaten schon an die Regierung von Unterfranken gestellt. Die Antwort liegt noch nicht vor.

    Den Vorschlag, die Stiftung neu auszurichten, hatte SPD-Fraktionschef Toni Gernert bereits in den vorangegangenen Beratungen geäußert. Jetzt hat seine Fraktion dazu auch einen Antrag nachgelegt, allerdings erst unmittelbar vor der Sitzung des Stiftungsausschusses. Die Stiftung soll demnach für weitere sogenannte Zustiftungen geöffnet werden – für wohlhabende Gönner und Erblasser.

    Die Erlöse aus der Stiftung könnten zum Erhalt der Klosterkirche und weiterer historisch bedeutsamer Gebäude der Stadt beitragen, heißt es zu Begründung. Das Problem der 1,8 Millionen Euro Restschuld, die die Stadt noch abstottern muss, wäre damit allerdings noch lange nicht gelöst.

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