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    Veitshöchheim

    "Zuletzt stirbt die Hoffnung"

    "Zuletzt stirbt die Hoffnung" heißt der Roman des Veitshöchheimer Kabarettisten und Theater-Regisseurs Günther Stadtmüll...

    "Zuletzt stirbt die Hoffnung" heißt der Roman, den der Veitshöchheimer Günther Stadtmüller am Dienstag, 18. September 2018, um 19 Uhr in der Bücherei im Bahnhof bei einer Autorenlesung der Öffentlichkeit präsentiert.

    Stadtmüller, Jahrgang 1947, hat schon immer geschrieben. Aufsätze für seine Schüler, denen er als Lehrer mit gutem Beispiel vorangehen wollte, Texte für Kabarett und Theater, Gedichte und kleinere Abhandlungen zu den unterschiedlichsten Anlässen. Was ihm nach eigenem Bekunden noch fehlte, war ein abgeschlossener Roman. Mit "Zuletzt stirbt die Hoffnung" hat er ein lang gehegtes Ansinnen verwirklicht.

    In dem Buch erzählt der Autor die Geschichte des Joseph Müller, dem Großvater seiner Frau Maria Anna, der dem Beispiel von drei Onkeln gefolgt war und 1929 nach Amerika ging. Joseph schickt regelmäßig Geld nach Deutschland, sodass das Auskommen seiner Frau, der vier Töchter und des Sohnes einigermaßen gesichert war. Joseph kann nicht verstehen, dass seine Familie nicht nachkommen will, zumal sich in Deutschland nach der Machtergreifung der NSDAP die politischen Verhältnisse dramatisch verändert haben.

    Mitte der Dreißigerjahre bricht dann plötzlich der Kontakt ab und die Familie erfährt nie mehr etwas von Joseph. Seine Frau Maria ließ ihn nach dem Krieg für tot erklären.

    Ein weitläufiger Verwandter in Amerika, Kevin Kramer, hatte sich in den achtziger Jahren die Mühe gemacht und ein Buch über die verschiedenen Müller-Linien in Amerika verfasst. Kramer fand heraus, dass Joseph Müller in Amerika noch einmal geheiratet und einen Sohn bekommen hat. Als seine Frau Helen aber herausfindet, dass Joseph in Deutschland bereits eine Familie hat, lässt sie ihre Ehe annullieren.

    Die unversöhnliche Haltung Helens wirft Joseph völlig aus der Bahn. Kramer fand heraus, dass sich Joseph im Frühjahr 1945 in den Mississippi gestürzt habe. Sein Suizid wurde auch amtlich bestätigt.

    Als die Stadtmüllers durch Kramers Aufzeichnungen von Josephs Sohn John Müller erfuhren, machten sie diesen an Weihnachten 1992 mithilfe der Auslandsauskunft ausfindig. Es folgten gegenseitige Besuche in den Jahren danach. Auch Helen besuchte in hohem Alter noch einmal ihre ursprüngliche Heimat. Über ihre Ehe mit Joseph wurde allerdings nicht gesprochen.

    Für den Autor stellten sich die spannenden Fragen: Warum nimmt sich jemand das Leben? Warum scheitert letztlich jemand, der mit so viel Mut, Entschlossenheit, wahrscheinlich auch Optimismus gestartet ist? Und warum gab es kein Zurück mehr?

    Diese Fragen hätten Stadtmüller beschäftigt und zum Schreiben des Buches veranlasst: "Neben den bekannten Fakten sind die anderen Details aber reine Fiktion, weil es keine weiteren Quellen gab."

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