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    WOLKSHAUSEN

    Zwei Koffer zum Gedenken

    Bildhauer Reinhard Kraft und Bürgermeister Bernhard Rhein (rechts) mit den Koffern, die in Kürze auf die Reise zu ihren ... Foto: Hannelore Grimm

    Die zwei Koffer, die derzeit noch in der Werkstatt von Reinhard Kraft stehen, werden in Kürze die Fahrt zu ihren Bestimmungsorten antreten.

    Der eine der Koffer, die der Bildhauer aus Mooser Kalkstein geschaffen hat, ist für den Würzburger DenkOrt Aumühle bestimmt. Dieser kleine Güterbahnhof – der so genannte Aumühl-Ladehof – war der zentrale Ort für die Deportationen der Juden aus Unterfranken. Hier mussten rund 1800 jüdische Kinder, Frauen und Männer in den Jahren 1941 bis 1942 die Züge besteigen, deren Ziele die Vernichtungslager waren.

    Der zweite findet seinen Platz in der Nähe des Gaukönigshöfer Bahnhofs. Von hier aus hat der Großteil der 29 in der Gemeinde ansässigen jüdischen Mitbürger seine Fahrt in den Tod angetreten.

    Für Reinhard Kraft, der sich darüber gefreut hat, dass die Gemeinde ihn als Bildhauer wahrgenommen und ihm den Auftrag erteilt hat, war die Fertigung der jeweils rund 150 Kilogramm schweren steinernen Koffer nicht nur eine künstlerische Herausforderung.

    Nach seinen Worten wurde er zum einen aufmerksam gemacht auf die jüdischen Mitbürger und ihr Leben in Gaukönigshofen. Zum anderen wurde er durch das Schicksal der Menschen, die damals mit einem Koffer in der Hand ihre Heimat verlassen mussten, an seine Mutter erinnert. Auch sie gehörte zu denen, die ihr Hab und Gut verlassen und aus Tschechien flüchten mussten.

    Für Bürgermeister Bernhard Rhein ist es selbstverständlich, dass die Gemeinde sich an dem DenkOrt Aumühle beteiligt, der für die Erinnerung an die ermordeten Menschen ebenso steht wie als Mahnmal für die nachfolgenden Generationen.

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