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    Aub: Der Kunstsommer jazzt Corona

    Der Kunstsommer Aub blüht auf, trotz, oder vielleicht sogar wegen der Seuche. In der kommenden Wochen erreicht er seinen Höhepunkt.
    Rebecca Trescher kehrte nach Paris-Studien nach Franken zurück. Ihre neue CD erscheint beim renommierten Label Enja.
    Rebecca Trescher kehrte nach Paris-Studien nach Franken zurück. Ihre neue CD erscheint beim renommierten Label Enja. Foto: Trescher

    Die Kultureinrichtungen von Aub arbeiten seit langem überregional vernetzt – und auch untereinander gut zusammen. Deshalb blühte der "Kunstsommer Aub 2020" trotz, ja sogar wegen der Seuche. In der kommenden Woche erreicht er seinen künstlerischen Höhepunkt.

    Vom 18. bis 22. August stehen fünf Jazznächte auf dem Programm. Ursprünglich hatte ein Nürnberger Konzertveranstalter diese Reihe auch für die Mittelfrankenmetropole vorgesehen, sagte sie dann aber wegen Ansteckungsgefahr ab.

    Konzerte in Aub statt in Nürnberg

    Der Förderverein des Spitalmuseums und Ars Musica Aub boten den Musikern als Spielstätte die glasüberwölbte Bühne im Spitalgarten, dem Außenbereich des Museums an. Hier können 200 Zuhörer mit Mindestabstand sitzen. Ars-Musica-Gründer Johannes Wolf erklärt die überregionale Bedeutung dieser Kooperation: "Die Jazznächte waren parallel zu den in Nürnberg geplanten Zikadenkonzerten der Metropolmusik gedacht, sie fungieren also nicht nur als Ersatz der jetzt leider ausfallenden Nürnberger Konzerte, sondern sollten eine Ergänzung ganz im Sinne der ‚Metropolregion’ sein."

    "Relativ viel Zeit und Raum" können Bildende Künstler im Sommer 2020 für sich beanspruchen. Der Spruch wurde zum Ausstellungstitel. Auch die Schau, verteilt im ganzen Auber Stadtgebiet, löst den Anspruch ein, zu einer Metropolregion zu gehören. Offeriert wird die Schau von einem Spezialisten: die "Galaxie off Galerie", die sich auf Ausstellungen an besonderen Orten spezialisiert hat – und eine Anlaufstelle der Studierenden und Absolventen der Akademien von München und Nürnberg ist, also der beiden wichtigsten Talentschmieden in Bayern.

    Für die Zeit vom 18. August bis Ende Oktober (an Konzerttagen von 13 Uhr bis Konzertbeginn) haben die beiden Nürnberger Galeristinnen Diana Galli und Nora Wolf Bilder und Skulpturen zusammengestellt, die auf äußerst verschiedene Weise meist mit zurückhaltender Hand und aufs Wesentliche reduzierten Elementen spielen.

    Mit Kunst gegen den Leerstand

    Hinzu kommen etwas überbordendere Werke, nämlich Installationen in Schaufenstern. Aub hat ja einen gewissen Leerstand zu beklagen; der wird jetzt bespielt, ebenso wie Läden, deren Inhaber aus Freude an der Kunst mitmachen. Und: Die Überzahl der 18 Aussteller gestaltet Installationen vor Ort und nur für diesen Ort, anstatt für den Anlass rasch im Atelier einige fertige Bilder zusammenzustellen. Außer im Einzelhandel wird im Spitalmuseum innen und außen Kunst gezeigt. Und nicht nur von ganz frisch staatlich geprüften Künstlerinnen und Künstlern. Mit Philipp Eyrich steht ein recht bekannter Bildhauer auf der Teilnehmerliste. Am letzten Konzerttag findet – in Sichtweite einiger Eyrich-Werke – auf der Spitalbühne eine Vernissage statt: 22. September, 17 Uhr.

    Das Haus Ars Musica Aub am Marktplatz ist für viele Konzerte zu klein, die Zugänge sind zu verwinkelt, um risikoarm zum Konzertsaal zu werden. Dafür kommt der kleine Prachtbau auf eine Ambition zurück, die Gründer Johannes Wolf schon in der Anfangszeit dieses Musik- und Musikerhauses hegte: auf den Gastronomiebetrieb. Als Pop-up-Restaurant wird die Küche von Ars Musica das Sommerkunstfestival an den Jazznacht-Tagen vegetarisch bekochen – bei gutem Wetter im Garten.

    Die Konzertreihe der nächsten Woche bringt Combos vom Quartett bis zur Bigband, in denen außergewöhnliche Instrument-Kombinationen im Vordergrund stehen. Rebecca Treschers Klarinette im Dialog mit Philipp Schiepeks E-Gitarre – gleich die Solistennamen des ersten Abends lösen beim Freund moderner schöner Musik Freudenschauer aus. So geht es weiter. Einen bemerkenswert hohen Anteil der Ensembles prägen Musikerinnen.

    Das Programm im Einzelnen

    Dienstag, 18. August: Rebecca Trescher New Shapes Quartet; Mittwoch, 19. August: Davis Soyza Quartett; Donnerstag, 20. August: Volker Heukens Shepard Moon (mit Peter Fulda!); Freitag, 21. August: The Big Leppinski; Samstag, 22. August: Mareike Wiening Band.
    Der Eintritt ist an allen fünf Abenden frei. Allerdings ist Reservierung notwendig unter Tel. (01 71) 83 13 647 oder Email: arsmusica.jwolf@t-online.de. Details: www.kunstsommer-aub.de
    Quelle: ars musica
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