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    Rottendorf

    Corona-Krise könnte sozialen Wohnungsbau verhindern

    Die Rottendorfer SPD drängt weiterhin darauf, Projekte des sozialen Wohnungsbaus im Ort in Angriff zu nehmen. Allerdings stellt sich vor dem Hintergrund der durch die Krise wegbrechenden Steuereinnahmen zunehmend die Frage, ob die Gemeinde auch das nötige Geld hat, um entsprechend zu investieren. Besonders im Blick haben die Sozialdemokraten das Baugebiet Am Sand West, mit etwa 200 Baugrundstücken eines der größten im Landkreis. Vor kurzem hat es ein Werkstattgespräch gegeben. Dabei ging es um die Frage, welche Grundstücke die Gemeinde für eigene Vorhaben behalten könnte. Die übrigen sollen an private Bauherren verkauft werden.

    Derzeit sind vier Grundstücke des Baugebiets im Besitz der Gemeinde. Sie sind für Geschosswohnungsbau vorgesehen. Diskutiert wurde auch der Erwerb von Grundstücken in der Ortsmitte oder an der Würzburger Straße. Beim Bau der mehrgeschossigen Häuser setzt Rottendorf auf ein staatliches Förderprogramm.

    Viele Großprojekte stehen in den Startlöchern

    Der Wohnungspakt Bayern hat das Ziel, kurzfristig günstigen Wohnraum zu schaffen. Dabei verkauft die Gemeinde Grundstücke an Bauherren, die die Gebäude errichten und anschließend wieder Wohnungen an die Gemeinde verkaufen. Die Gemeinde hat dann die Möglichkeit, die Wohnungen an von ihr ausgewählte Personengruppen zu einem günstigen Preis weiterzuvermieten.

    Ähnlich ist die Gemeinde bereits bei dem Bau einer ambulant betreuten Wohngemeinschaft für Senioren vorgegangen. Bei diesem Vorgehen steht ein Zuschuss von 30 Prozent aus dem Wohnungspakt Bayern im Raum. Für den Rest müsste allerdings die Gemeinde aufkommen. Auch müsste die Gemeinde noch für die Erschließung aufkommen.

    Wie groß die Spielräume der Gemeinde für solche Projekte jedoch aufgrund der Wirtschaftskrise sind, ist derzeit unklar. Die Gewerbesteuereinnahmen dürften deutlich geringer ausfallen als in den Vorjahren. Auch stehen mehrere Großprojekte in den Startlöchern vom neuen Kindergarten für das Baugebiet über die laufende Sanierung der Hauptstraße bis zur Neugestaltung des Bahnhofsgebäudes. Es soll nun weitere Werkstattgespräche geben. Auch sollen für genauere Festlegungen die Haushaltsberatungen im Herbst dieses Jahres abgewartet werden.

    Bauarbeiten könnten im Herbst beginnen

    Die SPD drängt darauf zu handeln: "Uns läuft die Zeit davon", sagte Gemeinderat Detlef Wolf. Der Bedarf an günstigem Wohnraum sei groß. Auch seien derzeit die Fördertöpfe aufgrund nur weniger Anträge in der Region "prall gefüllt".

    Mit der Umlegung und Erschließung des Baugebiets ist die Firma Bayerngrund beauftragt. Die Umlegung der Grundstücke soll noch in diesem Sommer rechtskräftig beendet werden. Dann kann sowohl der Verkauf der Grundstücke als auch die Vergabe für die Erschließung mit Straße, Wasser und Abwasser beginnen. Wenn alles glattläuft, könnten noch im Herbst die Bauarbeiten beginnen. Die ersten privaten Häuser könnten dann laut Bayerngrund im Herbst 2021 oder im Frühjahr 2022 entstehen.

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