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    Würzburg

    Der gute Morgen: Harald Ebert freut sich wieder auf die Schüler

    Die Corona-Krise als Herausforderung. In unserer Serie geben Menschen aus der Region positive Impulse für den Tag. Heute: Der Schulleiter Harald Ebert.
    Unterricht in Zeiten von Corona: Die Abschlussklassen kehren in die Schulzimmer zurück.
    Unterricht in Zeiten von Corona: Die Abschlussklassen kehren in die Schulzimmer zurück. Foto: Sven Hoppe, dpa

    Ich arbeite in der Don Bosco Berufsschule. Wir begleiten junge Menschen in schwierigen Lebenslagen. Wenn Schule gelingt, hilft sie unserer Generation, den Stab an die nächste Generation mit Anstand weiterzugeben.

    Nach dem Herunterfahren der Schulen freuen sich Schüler und Lehrer aufeinander. Das klingt unglaublich schön. Pädagogen bieten vor allem gemeinsame Zeit an. Das geht auch virtuell, schon das Buch überspringt Raum und Zeit. Trotzdem: Schule ohne Schüler fühlt sich komisch an und virtuelles Lernen ohne Lehrer offensichtlich auch. Das sagen unsere Schüler.

    Die Welt 4.0 fordert uns heraus

    Die Welt 4.0 fordert uns heraus. Vieles ist in den letzten Wochen auch online gelungen. Dank der Kreativität der ganzen Schulfamilie. Aber auch das innovativste "homeschooling" funktioniert nur, wenn die jungen Menschen über die entsprechende Technik verfügen. Wir haben nachgefragt: Es fehlen geeignete Rechner, Netzzugänge und Drucker. Und wir lernen auch: Nur jung sein, macht noch keine "digital natives". Das allgegenwärtige Mobilphone kann nicht alles. Hängen wir die Benachteiligten einmal mehr ab?

    Harald Ebert, Leiter der Don-Bosco-Berufsschule in Würzburg
    Harald Ebert, Leiter der Don-Bosco-Berufsschule in Würzburg Foto: DBS

    Wir erfahren einen weltweiten Ausnahmezustand. Das Virus behandelt alle Menschen gleich. Abstrakte Gleichheit wird konkret. Bedenklich sind die Art, Weise und das Ausmaß der Ungleichheit wie Menschen durch das Virus verletzbar sind. Die Ressourcen zu einem rettenden Umgang mit dem Virus sind in Europa und weltweit gänzlich unterschiedlich verteilt.

    Wir leben von Begegnungen, dann eben mit sozialer Distanz. Unser Hygienekonzept steht, Alltagsmasken sind genäht, Hygienestationen errichtet, ein Stundenplan in Schichten erstellt, sogar das Klassenzimmer im Freien ist vorbereitet. Und jetzt Freude: Wir gehen analog "back to school".

    Wertvolle Schulen lehren, dass Menschen nicht einfach Pech gehabt haben, sie erfahren Unrecht. Schulen dienen auf keinem Fall dem nationalen oder kontinentalen Wir. Es ist ein Wir, das der Entwicklung des eigenen Denkens, Empfindens und Handelns und der Solidarität verpflichtet ist. Demokratie eben!

    Harald Ebert (61) ist Leiter der Don-Bosco-Berufsschule in Würzburg. Dieser Beitrag gehört zur Main-Post-Serie "Der gute Morgen", in der in Zeiten der Corona-Krise Menschen aus Franken ihre positiven Gedanken aufschreiben und mit unseren Leserinnen und Lesern teilen.

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    Harald Ebert

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