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    Der gute Morgen: Jerry James besinnt sich auf Janis Joplin

    Die Corona-Krise als Herausforderung. In unserer Serie geben Menschen aus der Region positive Impulse für den Tag. Heute: Der Sänger Gerald "Jerry" James.
    Der Sänger Gerald 'Jerry' James.
    Der Sänger Gerald "Jerry" James. Foto: Christoph Weiß

    Freiheit ist nur ein anderes Wort dafür, dass man nichts mehr zu verlieren hat. So traurig und doch wunderschön sang es die grandiose Janis Joplin in dem Song "Bobby McGhee". Was haben Freiheit und Verlust mit Corona zu tun? Für mich – als Gerald James in Texas geboren und ein großer Janis-Joplin-Verehrer – liegt das auf der Hand. Ich bin Profi und genieße die Freiheit, in verschiedensten Locations mit verschiedensten Formationen zu spielen. Diese Freiheit und das Vergnügen, das das Publikum dabei hat, das gibt es jetzt alles nicht mehr.

    Von meinen rund 200 in diesem Jahr geplanten Auftritten ist kein einziger übrig geblieben. Da sind wir auch schon beim Verlieren. Meine Einnahmen stehen auf Null, und das geht allen professionellen Musikern so, egal ob sie im Bierzelt, auf der Rock-Bühne oder im Konzertsaal spielen. Die staatliche Hilfe gibt es für uns nur unter bürokratischen Auflagen, die in ihrer Komplexität kaum zu erfüllen sind.

    Immer sprechen die Töne Emotionen an

    Wir planen jetzt einige Konzerte im Internet, aber das ist natürlich keine Erlösquelle für Profis, die von ihrer Arbeit leben. Und auch dem Publikum fehlt das Vergnügen. Ob man dazu tanzt oder konzentriert zuhört, ob laut oder leise, schunkelnd oder headbangend – immer sprechen die Töne Emotionen an. Genau dieses großartige gemeinschaftliche Gefühl fehlt in Corona-Zeiten, da können die Radiosender noch so viel an die gute Laune appellieren und noch so viele Stars ihre Konzerte live aus ihrem Wohnzimmer online übertragen.

    Die Freiheit des Musikgenusses – die selbstverständlich zurzeit der Gesundheit unterzuordnen ist – wird einem leider erst bewusst, wenn sie fehlt. Bis die Live-Musik wieder ertönen darf, hilft nur Demut und das Besinnen auf sich selbst. Wie es schon Janis Joplin besang: Sich gemeinsam gut zu fühlen war uns gut genug.

    Gerald "Jerry" James (49) ist Profi-Sänger und lebt seit seinem zwölften Lebensjahr in Unterfranken. Er singt im Duo, im Trio, in der Oldie-Band Jets genauso wie bei Race, in der Classic-Rockband The Bandits und in der Doors-Tribute-Band Light my fire. Dieser Beitrag gehört zur Main-Post-Serie "Der gute Morgen", in der in Zeiten der Corona-Krise Menschen aus Franken ihre positiven Gedanken aufschreiben und mit unseren Leserinnen und Lesern teilen.

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    Gerald "Jerry" James

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