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    Burggrumbach

    Eintauchen in das Burgleben im Mittelalter

    Die Schüler und Mitakteure sowie der Initiator Martin Mais im Burggarten. Alle stehen wegen Corona gestaffelt hintereinander.
    Die Schüler und Mitakteure sowie der Initiator Martin Mais im Burggarten. Alle stehen wegen Corona gestaffelt hintereinander. Foto: Rainer Weis

    Es ist immer wieder faszinierend, wenn man mit der Geschichte des Mittelalters in Berührung kommt, denn nicht nur große soziale Unterschiede, sondern auch das Burgleben schlechthin hatte etwas Romantisches. Wenn dazu noch kriegerische Auseinandersetzungen und Heldendramen oder gar Kreuzzüge hinzukommen, dann ist unsere Vorstellung vom Mittelalter voll erfüllt.

    Um den Zauber solcher Verherrlichung von edlen Burgfräulein und Ritterhelden zu entschleiern oder gar zu festigen, hat Gymnasiallehrer Martin Mais die historische Burganlage in Burggrumbach genutzt. Denn seit Jahren beschäftigt er sich mit der Geschichte der Burg und erweckt sie mit Geschichten und Erzählungen, selbst angefertigten Karten und Burgmodellen zum Leben. Dies hat er mit Schülern im Enrichment- Wahlkurs zum Thema "Lebendiges Mittelalter" in enger Zusammenarbeit verschiedenster Gymnasien aus Würzburg und Umgebung erarbeitet. Bei der Vorführung zeigten fünfzehn Jugendliche in langen historischer Gewandung gehüllt ihre Werke.

    Garten mit Färbepflanzen angelegt

    Mais, Lehrer am Siebold-Gymnasium und Leiter des Enrichment-Kurses, meinte, ohne die Unterstützung von Re-Enactment Darstellern wie Andreas und Mike vom Chors Castellum Hospitalis in Würzburg, der Schneiderin Sabine Wägelein, deren Steckenpferd das Nähen historischer Gewandung ist und Nina Salmüller, die aus ihrem eigenen Fundus aus pflanzengefärbten Tuniken die Darsteller ausgestattet hat, wäre das Eintauchen in die Zeit des Hohen Mittelalters nicht möglich gewesen.

    Es sei es phantastisch, was die Kooperation von Schule bringe. "Ich bin überrascht, was die Jugendlichen im vergangenen Jahr trotz Einschränkungen durch Corona auf den Weg gebracht haben", ergänzt Andreas Stapf, dem die möglichst genaue historische Darstellung der damaligen Zeit ein zentrales Anliegen ist.

    Mit dem mittelalterlichen Färberpflanzen-Garten, der von der Mittelschule Unterpleichfeld unter Federführung von Eva Knüttel und Julian Gräßel angelegt wurde, Karten, Kisten und Mobiliar, wird die Burg schrittweise zu einem immer interessanteren Lehr-und Lernort für die Schüler.

    Tagebuch von Albert von Grumbach

    Zu all dem Handwerklichen hatte sich Lehrer Mais etwas Besonderes ausgedacht. Er forderte die Schüler auf, ein Tagebuch von Albert von Grumbach zu führen, der am 3. Kreuzzug als Kreuzfahrer teilnahm und möglicherweise auf Sarazenen traf. Auf dreiundzwanzig Seiten erzählten Chaya Krämer, Sarah Will, Nele Panzner, Lina Duppe und Philipp Wohner wie Albert zuerst voller Euphorie auf den Kreuzzug ging und nach und nach immer mehr Zweifel an seinem Tun bekam.

    Bei einem Schwertkampf kurz vor dem Ziel Jerusalem schwer verletzt waren seine letzten Gedanken an die Liebsten daheim, bevor er dahinsiechte. Ein phantastische, voller Dramaturgie herzzerreisende Geschichte die sich die Jugendlichen ausgedacht haben. Historisch erwiesen ist, dass Albert von Grumbach vom Kreuzzug nicht heimkehrte.    

    Martin Mais: "Ich bin froh, dass uns die Kirchenstiftung Burggrumbach, die sich mit großem Einsatz um die Burg kümmert, bei unseren Projekten immer wieder entgegenkommt. Und wenn im nächsten Jahr Corona hoffentlich Geschichte sein wird, dürfen sich unsere Besucher beim dann geplanten Ritterlager auf höchst interessante Mitmachstationen mit von Schülerinnen und Schülern erstellten Materialien freuen. Sie werden dann einen abwechslungsreichen Einblick in die gar nicht so finstere und dunkle Zeit um 1200 gewinnen."

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