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    Würzburg

    Erste digitale Selbsthilfe-Videokonferenz am Uniklinikum Würzburg

    Videokonferenzen gehören zu den Möglichkeiten, mit denen Selbsthilfegruppen ihre Kontakte auch unter Corona-Bedingungen pflegen können. Das Uniklinikum Würzburg veranstaltete hierzu seinen ersten digitalen Qualitätszirkel 'Selbsthilfe-freundliches Krankenhaus'.
    Videokonferenzen gehören zu den Möglichkeiten, mit denen Selbsthilfegruppen ihre Kontakte auch unter Corona-Bedingungen pflegen können. Das Uniklinikum Würzburg veranstaltete hierzu seinen ersten digitalen Qualitätszirkel "Selbsthilfe-freundliches Krankenhaus". Foto: Uniklinikum Würzburg

    Corona-Beschränkungen verhindern die Gruppenarbeit in der Selbsthilfe. Als Alternative bieten sich Online-Lösungen an. Diese probierte das Uniklinikum Würzburg (UKW) aus.

    Seit vergangenem Jahr darf sich das Uniklinikum "Selbsthilfe-freundliches Krankenhaus" nennen. Mit der Auszeichnung durch das bundesweite Netzwerk „Selbsthilfefreundlichkeit und  Patientenorientierung im Gesundheitswesen" ist eine kontinuierliche Verbesserung verbunden, wozu auch die Durchführung von mehreren Qualitätszirkeln pro Jahr gehört.

    Bei diesen Veranstaltungen kommen Vertreter von Selbsthilfegruppen und Kontaktstellen mit den Mitgliedern einer Steuerungsgruppe des Klinikums zusammen. "Die Treffen fanden in Hörsälen und Seminarräumen statt", sagt Gabriele Nelkenstock, externe Selbsthilfe-Beauftragte des UKW. "Das ist wegen des Coronavirus aktuell so nicht mehr möglich."

    Wie stehen Selbsthilfegruppen zur digitalen Kommunikation?

    Dennoch soll nach dem Willen des Vorstands die Austauschplattform nicht bis nach der Krise ruhen. Stattdessen wurde mit dem Aktivbüro der Stadt Würzburg und dem Paritätischen Wohlfahrtsverband der erste digitale Qualitätszirkel "Selbsthilfe-freundliches Krankenhaus" initiiert. Teilnehmer aus 19 verschiedenen Selbsthilfegruppen nahmen an der Videokonferenz teil.

    Die Digitalisierung war auch deren inhaltliche Schwerpunkt. So wurde gefragt, wie sinnvoll die Selbsthilfeakteure digitale Angebote während der Corona-Krise erachten. "Dabei zeigte sich, dass 94 Prozent diesen Weg als 'sehr sinnvoll' einschätzen“, sagt Nelkenstock. Als Hürden wurden die technische Ausstattung und das teilweise fehlende Knowhow genannt.

    Neben Expertenwissen, wie zum Beispiel Empfehlungen zur Verhaltensweise von Risikogruppen, sollten auch technische Hilfestellungen schwerpunktmäßig angeboten werden. Hierzu zählen unter anderem Fortbildungen in der digitalen Medienkompetenz oder Ratschläge zur Finanzierung der erforderlichen technischen Ausstattung.

    Auch nach Corona sollen digitale Lösungen als Service bleiben

    94 Prozent der Teilnehmer bekundeten ihr Interesse, digitale Angebote im Rahmen der Kooperation mit dem UKW auch in Zukunft, also nach der Corona-Pandemie, zu nutzen. "Damit fühlen wir uns in unseren Plänen bestätigt", freut sich Professor Georg Ertl, Ärztlicher Direktor am UKW. Es sei richtig und wichtig, diese Möglichkeiten langfristig zu nutzen.

    Nelkenstock sehe die Krise auch als Chance zur Weiterentwicklung: "Digitale Ergänzungen zu den persönlichen Treffen werden in Zukunft noch mehr Interessierten, zum Beispiel den Angehörigen von Betroffenen, die Teilnahme und den Informationsgewinn vereinfachen."

    Hülya Düber, Sozialreferentin der Stadt Würzburg, begrüßte die schnelle Reaktion des Uniklinikums auf die Corona-Krise: "Wir werden die weitere Suche nach digitalen Angeboten unterstützen, um die Kooperation mit der Selbsthilfe kontinuierlich fortzuführen."

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    Bearbeitet von Jürgen Sterzbach

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