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    Würzburg

    Erstklassiges Zeugnis für das DZHI

    Das Deutsche Zentrum für Herzinsuffizienz (DZHI) in Würzburg wurde vor zehn Jahren gegründet. Nun läuft die Bundesförderung aus.
    Das Deutsche Zentrum für Herzinsuffizienz (DZHI) in Würzburg wurde vor zehn Jahren gegründet. Nun läuft die Bundesförderung aus. Foto: ArchivPatty Varasano

    Vor zehn Jahren wurde das Deutsche Zentrum für Herzinsuffizienz (DZHI) in Würzburg gegründet und als eines von insgesamt acht Integrierten Forschungs- und Behandlungszentren in Deutschland vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Zum Ende der Bundesförderung zieht der wissenschaftliche Beirat mit insgesamt 14 Medizinern aus ganz Europa Bilanz. Das teilte das Universitätsklinikum Würzburg in einer Pressemitteilung mit.

    „Das DZHI hat sich in den letzten zehn Jahren ausgezeichnet entwickelt. Es ist gelungen, eine einzigartige Struktur zu etablieren, die intensive interdisziplinäre Zusammenarbeit für eine Forschung nutzt, die von grundlegenden Mechanismen über neuartige Diagnosemethoden bis hin zum klinischen Management und speziellen Patientenversorgungsprogrammen reicht“, resümiert der Vorsitzende des External Scientific Advisory Boards (ESAB), Prof. Dr. Huibert Pols, ehemaliger Rektor der Erasmus Universität Rotterdam.

    Das ESAB sieht laut Mitteilung viele weitere Potenziale basierend auf der interdisziplinären Zusammenarbeit im Zentrum sowie die Vernetzung mit anderen Gruppen auf dem Würzburger Campus und weltweit. Die Departments und Forschungsgruppen hätten dem Beirat zufolge beeindruckende Ergebnisse geliefert.

    Ein Highlight ist die STAAB-Studie mit 5000 Teilnehmern

    Zu den Highlights würden laut Uniklinik etwa neue Einblicke in die wechselseitige Abhängigkeit zwischen Herzschwäche und psychiatrischen und neurologischen Störungen, die Einrichtung eines Zentrums für genetisch bedingte Herz-Kreislauf-Erkrankungen und die STAAB-Studie mit 5000 Teilnehmern aus der Würzburger Bevölkerung zur Analyse der Entwicklung früher Stadien der Herzinsuffizienz zählen.

    Das übergeordnete Thema des DZHI ist die Vorbeugung und Behandlung von Herzinsuffizienz beziehungsweise Herzschwäche und ihren Komplikationen als systemische Erkrankung. Entsprechend liege ein Fokus der Forschung auf der Interaktion zwischen Herz und anderen Organen sowie auf dem Zusammenspiel von neuroendokriner Aktivierung, Entzündung und Stoffwechsel.

    Konzentration auf neuartige Forschungsbereiche

    Dem Konzept, das als „Herzinsuffizienz-Schnittstellen“ zusammengefasst wird, spricht der wissenschaftliche Beirat großes Potenzial zu. „Das DZHI und die damit verbundenen Institute und Kliniken sind jetzt in einer hervorragenden Position, um sich interdisziplinär auf diese neuartigen Forschungsbereiche zu konzentrieren“, stellt Huibert Pols laut Mitteilung fest. Die Zusammenarbeit von Kardiologen mit Forschern aus Fächern, die normalerweise nicht primär auf dem Gebiet der Herzkrankheiten tätig sind - zum Beispiel Psychiatern, Neurologen, Physikern oder Psychologen - sei international einmalig.

    Ein weiterer Schwerpunkt des DZHI ist die Einrichtung neuer Patientenversorgungsprogramme. Sie reichen von der individuellen Patientenversorgung bis zur Etablierung fortschrittlicher Netzwerke in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie, für die das DZHI deutschlandweit die Ausbildung von Pflege- und Assistenzpersonal speziell für die Behandlung von Herzinsuffizienz durchführt.

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    Bearbeitet von Stefanie Dürr

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