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    Giebelstadt

    Ferienspielplatz in Giebelstadt: Seeräuber trotzen Corona

    In Giebelstadt will man trotz Corona auf den Ferienspielplatz nicht verzichten. Aber natürlich mit Hygiene und Abstand. Was das für die Planung bedeutet.
    Um die einzelnen Bauzonen voneinander abzugrenzen, haben die Mitarbeiter des Giebelstadter Bauhofs auf dem Ferienspielplatz Holzpfähle aufgestellt und Laufwege markiert. 
    Um die einzelnen Bauzonen voneinander abzugrenzen, haben die Mitarbeiter des Giebelstadter Bauhofs auf dem Ferienspielplatz Holzpfähle aufgestellt und Laufwege markiert.  Foto: Annette Barreca

    Auch in diesem Jahr gibt es am Beginn der Sommerferien in Giebelstadt zwei Wochen lang einen Ferienspielplatz. Aber irgendwie ist in Corona-Zeiten alles ein wenig anders. "Seeräuber & Piraten" lautet diesmal das Motto auf dem Platz neben der Mehrzweckhalle.

    Seit elf Jahren schon lädt die Marktgemeinde Kinder und Jugendliche zwischen sechs und 14 Jahren auf den Abenteuerspielplatz ein. "Das bisherige Konzept hat sich bewährt, daran musste nichts geschraubt werden", sagt Annette Barreca von der Gemeinde.  Gleichwohl gelten auch hier Hygienemaßnahmen und Abstandsgebot. Für die Gemeindejugendpflegerin Beate Betschler und die Bauhofmitarbeiter des Marktes bedeutet dies deutliche Mehrarbeit.

    Hygienekonzept wurde zur Herausforderung

    „Die Erstellung des Hygienekonzepts unter Beachtung der geltenden Regeln war schon eine Herausforderung“, so Beate Betschler. Als Folge daraus können heuer nur 95 Kinder und Jugendliche auf dem Platz betreut werden, nicht wie früher üblich weit über 100. Die Grundregeln, wie Mindestabstand, Husten- und Nies-Etikette sowie regelmäßiges Händewaschen, müssen von allen eingehalten werden. Wie in der Schule ist der Mund- und Nasenschutz beim Kommen und Gehen Pflicht, ebenso wie bei gemeinschaftlichen Aktionen und Workshops sowie in den gemeinschaftlich benutzten Bereichen.

    So sieht der Plan für die 6000 Quadratmeter große Fläche aus, die sich bis zum 7. August vom Bolzplatz in eine Piratenbucht verwandeln wird. 
    So sieht der Plan für die 6000 Quadratmeter große Fläche aus, die sich bis zum 7. August vom Bolzplatz in eine Piratenbucht verwandeln wird.  Foto: Gerhard Meißner

    Das gegenseitige Kennenlernen und die Gemeinschaft leiden natürlich unter diesen Maßnahmen. Es gibt feste Gruppen, denen nicht nur einer von insgesamt vier Eingängen zugeordnet wird, sondern auch eine klar abgesteckte Baufläche. Konnten sich die Kinder in den letzten Jahren ihre Baupartner am ersten Tag selbst aussuchen, so wurden die Teams in diesem Jahr vorab von der Leitung zusammengestellt.

    "Wir freuen uns alle auf den Abenteuerspielplatz; es wäre schlimmer gewesen, wenn wir ihn hätten ausfallen lassen müssen."
    Beate Betschler, Gemeindejugendpflegerin

    Dabei hat Beate Betschler darauf acht gegeben, dass eine Gruppe bevorzugt aus den Kindern einer Familie gebildet wird, oder aus Kindern, die auch in ihrer übrigen Freizeit Kontakt zueinander haben. Und nur dieser Bautrupp darf die ihm zugeordnete Bauzone betreten. 

    Gemeindejugendpflegerin Beate Betschler muss in diesem Jahr vor allem auf die Einhaltung der Hygieneregeln achten.
    Gemeindejugendpflegerin Beate Betschler muss in diesem Jahr vor allem auf die Einhaltung der Hygieneregeln achten. Foto: Klaus Prochaska

    Auch beim verwendeten Werkzeug gibt es Neuerungen. Das wichtigste Werkzeug, seinen Hammer, muss jedes Kind selbst von zu Hause mitbringen. Gemeinsam benutztes Material und Werkzeuge müssen nach jeder Nutzung desinfiziert werden. 

    Viel Vorarbeit für Bauhof-Mitarbeiter

    Auch die Laufwege zu den Ein- und Ausgängen sowie zu den Sanitäranlagen sind vorgegeben und markiert - viel Arbeit für die Mitarbeiter des Bauhofes, die Bereiche einzuzeichnen und zu beschildern. Die Männer sorgten auch für die Abgrenzung der Gruppenzonen und setzten entsprechend dem Hygienekonzept die Holzpfähle, die von den Kindern beplankt werden. 

    Auf Besuch von Eltern, Großeltern und Geschwistern müssen die kleinen Baumeister in diesem Jahr verzichten. Und auch der "Bunte Abend" – das große Abschlussfest mit Besuchern und anschließender Übernachtung auf dem Abenteuerspielplatz – muss coronabedingt ausfallen.

    Aufzupassen, dass alle Regeln von allen am Platz eingehalten werden, wird die größte Aufgabe für sie und die übrigen 15 Betreuer sein, sagt Beate Betschler. "Trotzdem freuen wir uns alle auf den Abenteuerspielplatz", so die Sozialpädagogin, "es wäre schlimmer gewesen, wenn wir ihn hätten ausfallen lassen müssen."

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