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    Würzburg

    Festung Marienberg: Warum die Burggaststätten geschlossen sind

    Auch nach Wiedereröffnung vieler Gastronomiebetriebe bleiben die Burgstätten auf der Festung geschlossen. Was ist der Grund dafür und was bedeutet dies für Touristen?
    Die Burggaststätten auf der Festung Marienberg bleiben bis Ende des Jahres geschlossen. Der Pachtvertrag wurde einvernehmlich aufgehoben.
    Die Burggaststätten auf der Festung Marienberg bleiben bis Ende des Jahres geschlossen. Der Pachtvertrag wurde einvernehmlich aufgehoben. Foto: Thomas Obermeier

    Seit fast zwei Monaten haben Gastronomiebetriebe in Würzburg wieder für Gäste geöffnet - und viele nutzen das auch. Die Burggaststätten auf der Festung Marienberg sind für Touristen ein beliebtes Ziel nach dem Aufstieg zum Würzburger Wahrzeichen. Doch deren Gaststätte inklusive Biergarten ist auch nach Erlaubnis der Wiedereröffnung immer noch geschlossen. Wieso ist das so?

    Die Bayerische Schlösserverwaltung teilte dieser Redaktion auf Anfrage mit, dass der Pachtvertrag für die Gaststätte auf der Festung Marienberg einvernehmlich zum Jahresende aufgehoben wurde. "Es war die Entscheidung des Pächters, bereits jetzt nicht mehr zu öffnen", sagt Pressesprecherin Franziska Wimberger. Damit bleibt Touristen künftig nur noch der Kiosk auf dem Festungsgelände.

    "Es war die Entscheidung des Pächters, bereits jetzt nicht mehr zu öffnen."
    Franziska Wimberger, Bayerische Schlösserverwaltung

    Keine Gastronomie wegen Bauarbeiten

    Und auch in den kommenden Jahren wird es wohl keine Gastronomie auf der Festung geben. Die Kernburg soll für das neue Museum für Franken umgebaut werden. "Während der Baustelle wird es kein gastronomisches Angebot auf der Festung geben, da der Bereich der Gastronomie mitten in der Baustelle liegt und ebenfalls erneuert wird", erklärt Wimberger. Im neuen Museum werde es ein Museumscafé geben, aber aufgrund der Baumaßnahmen sie derzeit keine neue Pächtersuche für die Gaststätte geplant.

    Die Biergartentische der Schänke zur alten Wache werden diesen Sommer nicht mehr aufgestellt - Pächter Peter Schweickard hat sich dazu entschlossen, die Burggaststätten bis zum Ende des Jahres nicht mehr zu öffnen.
    Die Biergartentische der Schänke zur alten Wache werden diesen Sommer nicht mehr aufgestellt - Pächter Peter Schweickard hat sich dazu entschlossen, die Burggaststätten bis zum Ende des Jahres nicht mehr zu öffnen. Foto: Thomas Obermeier

    Der aktuelle Pächter Peter Schweickard hat die Burggaststätten fast 25 Jahre geführt. Aufgrund der Bauplanungen wäre ihm klar gewesen, dass das Pachtverhältnis enden müsse. "Ich hätte mir natürlich gewünscht, den Betrieb am Ende meiner Pachtzeit an einen Nachfolger übergeben zu können", sagt der Pächter.

    "Ich hätte mir natürlich gewünscht, den Betrieb am Ende meiner Pachtzeit an einen Nachfolger übergeben zu können."
    Peter Schweickard, aktueller Pächter

    Wegen der fehlenden Veranstaltungen wäre der Betrieb auf absehbare Zeit nicht mehr wirtschaftlich zu führen gewesen. "Die Schenke zur alten Wache sollte zudem im Jahr 2021 vor dem Hintergrund des zweiten Bauabschnitts der Generalsanierung der Festung nicht mehr zur Verfügung stehen", erklärt Schweickard. Auch notwendige Reparaturmaßnahmen im Pachtobjekt stünden in keinem wirtschaftlich vertretbaren Verhältnis zur möglichen Restlaufzeit der Pacht. "Diese Umstände haben die Vertragsparteien dazu bewogen, das Pachtverhältnis zum 31. Dezember zu beenden", weiß Schweickard.

    Alternativangebot Kaffee-Ecke im Museum für Franken

    Georg Wagenbrenner, Pressesprecher der Stadt Würzburg, teilte mit, dass der Bereich "Tourismus und Tagungen" durch die Schließungen direkt betroffen sei. "Dort ist man an guten Übergangslösungen für die Gastronomie interessiert", so Wagenbrenner.

    Um eine solche Übergangslösung ist das Museum für Franken bemüht. "Schon bislang hatten die Burggaststätten und der Biergarten im Winter geschlossen, weshalb wir die Einrichtung einer Kaffee-Ecke im Museum angedacht haben und planen", sagt Museumsleiterin Claudia Lichte. Die Umsetzung werde im engen Austausch mit der Verwaltung organisiert – auch diese sehe sich in der Pflicht für ein entsprechendes Angebot.

    "In jedem Fall ist es uns ein Anliegen, dass Besucher der Festung und des Museums für Franken auf dem Würzburger Marienberg nicht dursten und hungern müssen, sondern sich angemessen verpflegen können", so Lichte. Aufgrund von Corona könne die Versorgungslage aktuell nicht spontan verbessert werden. "Hinter den Kulissen wird aber daran gearbeitet", weiß die Museumsleiterin.

    "Wichtig ist, dass das Museum auf der Festung Marienberg für Gäste wieder zugänglich ist."
    Michael Schwägerl, Dehoga e.V. Unterfranken

    Bis dahin bestehen Ausweichmöglichkeiten in der Stadt

    Solange müssen die Besucher der Festung wohl auf Gastronomie in der Stadt ausweichen. Dort gäbe es laut Michael Schwägerl, Bezirksgeschäftsführer des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbands Unterfranken, ausreichend Gaststätten, die die Gäste der Festung Marienberg begrüßen könnten. Er sehe jedoch keine Auswirkungen auf den allgemeinen Tourismus in der Stadt Würzburg. Schwägerl fügt hinzu: "Wichtig ist, dass das Museum auf der Festung Marienberg für Gäste wieder zugänglich ist."

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