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    Frickenhausen

    Finanzielle Herausforderungen in Frickenhausen

    Viele Tausend Stunden freiwilliger Leistungen stecken im neuen Feuerwehrhaus in Frickenhausen. Trotzdem bedeuten dieses Projekt und die kommende Generalsanierung des Kindergartens Hohe finanzielle Hürden.
    Viele Tausend Stunden freiwilliger Leistungen stecken im neuen Feuerwehrhaus in Frickenhausen. Trotzdem bedeuten dieses Projekt und die kommende Generalsanierung des Kindergartens Hohe finanzielle Hürden. Foto: Klaus Stäck

    Das Geld wird immer knapper in der Marktgemeinde Frickenhausen. Das Feuerwehrhaus muss fertig gestellt werden und die Sanierung des Kindergartens steht bevor. Die Einnahmen reichen aber nicht, um die zwei Großprojekte zu finanzieren. So sieht der Haushalt 2020 eine weitere Entnahme aus der Rücklage vor, die dann aufgebraucht ist, hinzu kommt eine Kreditaufnahme. Der Etat wurde nach einigen Diskussionen beschlossen. Es fand eine namentliche Abstimmung statt, die die CSU-Fraktion beantragt hatte, aus deren Reihen kritische Anmerkungen und die Gegenstimmen kamen.

    Der Verwaltungshaushalt umfasst rund 2,35 Millionen Euro. Auf der Einnahmenseite stehen staatliche Schlüsselzuweisungen von 472 500 Euro. Mit 700 000 Euro ist die Einkommensteuerbeteiligung veranschlagt, wobei der Finanzplan sogar in den kommenden Jahren jeweils eine Steigerung um 20 000 Euro vorsieht. Der Ansatz der Gewerbesteuer wurde von 150 000 auf 180 000 Euro erhöht.

    Steuereinnahmen eingebrochen

    Für Martin Reinhard sind die Steigerungen nicht nachvollziehbar. Durch die Corona-Krise seien die Steuereinnahmen deutlich eingebrochen. Einkommensteuerbeteiligung und Schlüsselzuweisungen würden künftig wesentlich geringer. VG-Kämmerer Schmidt entgegnete, dass bei der Einkommensteuerbeteiligung, die im vergangenen Jahr tatsächlich 740 000 Euro eingebracht habe, schon eine Reduzierung auf 700 000 vorgenommen worden sei.

    Von den 976 000 Euro des Vermögenshaushalts entfallen 260 000 Euro auf den Kindergarten und nochmals 480 000 auf das Feuerwehrhaus. Für dieses seien bis jetzt 911 000 Euro ausgegeben worden, berichtete VG-Kämmerer Schmidt. Ursprünglich war einmal ein Deckelungsbetrag von 900 000 Euro festgelegt worden. Deshalb hatte die CSU-Fraktion in der vorletzten Sitzung, die noch in die haushaltslose Zeit fiel, gegen die Vergabe weiterer Gewerke gestimmt. Nun würden laut dem Kämmerer noch rund 90 000 Euro für Installationen und rund 240 000 Euro für Außenanlagen anstehen.

    Bemühung um Spenden und Arbeitsleistungen

    Es heiße aber nicht, dass der volle Haushaltsansatz ausgeschöpft wird. Bürgermeister Günther Hofmann sagte, es seien schon einige Punkte besprochen worden, die heraus genommen werden könnten. Man bemühe sich weiterhin um Geld- und Sachspenden und freiwillige Arbeitsleistungen. Beispielsweise sei eine Pflasterung sogar durch Fachkräfte möglich. Um Kosten zu sparen, haben freiwillige Helfer in den vergangenen zweieinhalb Jahren seit dem ersten Spatenstich schon Tausende Arbeitsstunden geleistet.

    Während der Generalsanierung des Kindergartens, die im kommenden Jahr beginnen soll, ist ein Übergangsquartier in der ehemaligen Grundschule vorgesehen. Martin Reinhard fragte nach den entstehenden Betriebskosten. VG-Kämmerer Schmidt stellte fest, dass über den laufenden Unterhalt eine Betriebsträgervereinbarung abgeschlossen werde. Zudem stünden in zwei Einzelplänen des Haushalts schon Ansätze für Unterhaltskosten. Bürgermeister Hofmann sagte, dass die Kosten auch im Kindergarten angefallen wären, falls er bei laufendem Betrieb saniert worden wäre. Zudem gebe es auch jetzt Unterhaltsaufwand an der Schule, die auch für sportliche Zwecke genutzt wird. Man dürfe somit die Kosten nicht allein dem Kindergartenbetrieb anlasten.

    Verpflichtungen zu hoch

    Mit den finanziellen Perspektiven der Gemeinde setzte sich der frühere Bürgermeister Reiner Laudenbach auseinander. Die Rücklage, die zum Ende des Jahres 2018 noch knapp 823 000 Euro betrug, wird nun aufgebraucht. Die freie Finanzspanne beträgt nur noch 67 000 Euro. Bedenken hatte Laudenbach wegen der langfristigen Wirkung der Kredite. Heuer stehen im Etat 288 600 Euro, die neu aufgenommen werden sollen. Für den Kindergarten könnten es laut Kämmerer nach heutigem Sachstand noch einmal 600 000 Euro werden. Laudenbach wies darauf hin, dass man dann 30 Jahre lang jeweils mit Rückzahlungen von 30 000 bis 50 000 Euro rechnen müsse. Die Verpflichtungen lägen weit über dem, was die Gemeinde leisten kann. Laudenbach forderte, den Haushalt noch einmal zu überarbeiten. Dazu kam es aber nicht. Die Mehrheit von Bürgermeister und SPD billigte das Zahlenwerk. 

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