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    Würzburg

    Fotos und Kleinplastik zu Wasser

    Ein Gastspiel zur Wiedereröffnung (von links): Kunstvereins-Vorsitzende Eira Starke, Kathrin Feser, Kerstin Römhild, Kristin Finsterbusch und Matthias Braun.
    Ein Gastspiel zur Wiedereröffnung (von links): Kunstvereins-Vorsitzende Eira Starke, Kathrin Feser, Kerstin Römhild, Kristin Finsterbusch und Matthias Braun. Foto: Joachim Fildhaut

    Tricksen und täuschen in höchster Geschwindigkeit, das ist der Inbegriff des Tischtennisspiels. Weil das aber so einen schönen Namen hat – "Ping Pong" –, verwendet man den auch gern einmal für das Gegenteil, nämlich wenn sich Leute kooperativ Bälle zuspielen. So geschehen für die Ausstellung, mit der das Würzburger Kunstschiff Arte Noah seinen Jahresbetrieb verspätet startet. Zwei Ausstellungen fanden wegen der Corona-Pandemie nicht statt.

    Die Lohrer Foto-Grafikerin Kerstin Römhild gab gewissermaßen das Medium für die Bordwände vor, Fotografie eben. Die spielt auch für Kristin Finsterbusch und Kathrin Feser eine wichtige Rolle, und sei es als Zwischenstadium bei der Entwicklung komplexerer Bilder. Beide Künstlerinnen bewegen sich souverän in dem Metier. Und beide gestalteten auch Doppelbilder: zwei Künstlerinnen in einem Rahmen. Weitere Entsprechungen ergeben sich aus den Bildmotiven, wenn auch nicht immer auf den ersten Blick.

    Einige Motivwiederholungen bleiben sogar ganz unsichtbar, etwa zwischen zwei Werkgruppen von Kerstin Römhild. Und trotzdem gibt es sie. Der Kreis bildet das Zentrum einiger ihrer – scheinbaren – Regenbilder; und der war ursprünglich auch die Form des zersplitterten Geschirrs, das Römhild ablichtete und als fast rein weiße, sehr abstrakte Fotografie ausbelichtete.

    Genau von hier aus spannt sich die Brücke mitten in den Raum hinein. In den setzte der Bildhauer und Architekt Matthias Braun eine weitere weiße Rundung: einen Tischtennisball im Maßstab 1:1, variiert in mehreren Kleinplastiken. Deren hinterste greift den Titel "Ping Pong" im Sinn von Schlagabtausch auf. Sie illustriert die gegenseitigen Schuldzuweisungen Chinas und der USA, wer die Corona-Pandemie verursacht habe. Flaggen beider Nationen kleben auf den Tischtennisschlägern. Und erinnern an friedlichere Zeiten, als Sportler von der grünen Platte die Kontakte zwischen Ost und West zu intensivieren halfen: Pingpong-Diplomatie nannte man das.

    Gute Beziehungen haben jedenfalls der Kunstverein mit seinem Ausstellungsschiff und der Berufsverband Bildender Künstler mit seiner Galerie nebenan im Kulturspeicher. Deshalb stellte der Kunstverein den Raum zur Verfügung, für den der BBK diese Ausstellung ausrichtete. Mitglieder konnten sich hierfür bewerben, alle fünf Kandidatinnen wurden genommen. Die Jury, die der BBK für die Endauswahl bestellt hatte, konnte nur noch befinden, dass die fünf "Ping Pong"-Bespieler gut miteinander kommunizieren können.

    Öffnungszeiten: Donnerstag bis Samstag, 15 bis 18 Uhr; Sonntag, 12 bis 18 Uhr.

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