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    Güntersleben

    Gemeinderat startet in neue Wahlperiode

    Die konstituierende Sitzung des Gemeinderats fand unter ungewöhnlichen Umständen statt.
    Die konstituierende Sitzung des Gemeinderats fand unter ungewöhnlichen Umständen statt. Foto: Ammon

    Mit einer faustdicken Überraschung ist der Günterslebener Gemeinderat in seine neue Wahlperiode gestartet: Bei der Wahl des zweiten Bürgermeisters erhielt der Kandidat der CSU, Michael Freudenberger, keine Mehrheit. Das Amt als Stellvertreter von Bürgermeisterin Klara Schömig übernimmt für die kommenden sechs Jahre Gerhard Möldner von der SPD. Auch sind drei Räte aus dem Gremium ausgeschieden. Darunter mit Willi Öffner ein erfahrener Kommunalpolitiker, der den CSU Ortsverband 21 Jahr lang geprägt hat. Die konstituierende Sitzung des Gemeinderats fand in ungewöhnlichem Rahmen statt: Die Gemeinderäte und die gut 70 Zuschauer saßen an weit auseinander gestellten Tischen und Stühlen über die gesamte Festhalle verteilt.

    Die Entscheidung für Gerhard Möldner bei der Wahl des zweiten Bürgermeisters fiel mit den Stimmen von UBG und SPD. Für den Amtsinhaber Michael Freudenberger stimmten nur die fünf Räte der CSU. Beide gehören seit 2002 dem Gemeinderat an. Möldner ist in Güntersleben beliebt, anerkannt und genießt hohes Vertrauen in der Bevölkerung. Auch steht der Leiter der Leitstelle der Berufsfeuerwehr Würzburg kurz vor seinem Ruhestand. Die Wahl war dennoch ungewöhnlich. Vielerorts gilt es als ungeschriebenes Gesetz, dass die zweitstärkste Fraktion im Gemeinderat den Bürgermeister stellt. Auch hatte Freudenberger mit 1900 Stimmen das zweitbeste Stimmergebnis nach UBG-Rat Erich Weißenberger erzielt.

    Bürgermeisterin unterstützt Wahl nicht

    Vor der geheimen Abstimmung begründete denn auch Bürgermeisterin Klara Schömig ausführlich, warum sie den bisherigen Amtsinhaber nicht für das Amt geeignet hält und nicht für ihn stimmen wird. Sie warf ihrem bisherigen Stellvertreter mangelnde Unterstützung und Loyalität vor. "Ich brauche jemanden, der mich unterstützt", sagte sie. Sie sei nicht bereit weitere Querschläge hinzunehmen. Seit 2017, als Freudenberger gegen sie die Wahl für das Amt des Bürgermeisters verloren hat, sei es ihm darum gegangen, sie persönlich anzugreifen und zu beschädigen. Erich Weißenberger, Fraktionssprecher der UBG, vermisste eine "vernünftige Streitkultur": "Einem Weiterso erteilen wir eine Absage."

    Bürgermeisterin Klara Schömig (von links) verabschiedete Maximilian Mack, Waltraud Öhrlein und Willi Öffner als Gemeinderäte.
    Bürgermeisterin Klara Schömig (von links) verabschiedete Maximilian Mack, Waltraud Öhrlein und Willi Öffner als Gemeinderäte. Foto: Ammon

    Freudenberger sieht hierin den Versuch einer "Manipulation" der Gemeinderäte. Er teile seine wiederholt vorgebrachte Beschreibung als "illoyal" nicht. Nach der Wahl zeigte er sich versöhnlicher, gratulierte seinem Nachfolger, bot ihm die Zusammenarbeit an und sagte zu, der Gemeinde weiterhin mit Rat und Tat zur Verfügung zu stehen. Als dritter Bürgermeister wiedergewählt wurde Peter Emmerling. Er setzte sich gegen Johannes Öhrlein (CSU) durch. Mit Willi Öffner ist nach 21 Jahren der bisherige Fraktionssprecher der CSU aus dem Gemeinderat ausgeschieden. Der frühere Leiter einer Sparkassenfiliale bleibt als Kassier dem CSU Ortsverband verbunden.

    Drei Gemeinderäte sind nicht mehr angetreten

    Als Gemeinderat sei es ihm nie um Parteipolitik, sondern stets "um das Ringen um die bessere Lösung" gegangen, erklärte er in einer kurzen Ansprache sein Selbstverständnis als Gemeinderat. Dabei wiederholte er seine Kritik an einem seiner Ansicht nach falschen Umgang mit den Finanzmitteln der vergangenen Jahre. Die "guten Zeiten" seien nun vorläufig vorüber. Gemeinderatssitzungen müssten daher keine "Harmonieveranstaltungen" sein: "Wenn wegen des sogenannten lieben Friedens willen die möglicherweise kontroverse Diskussion unterbleibt, dann macht man meines Erachtens seinen Job nicht, zumindest nicht gut."

    Das sind die neuen Gemeinderäte (von links) Ronny Lamprecht, Verena Will und Tobias Mack, (Zweite von links) Bürgermeisterin Klara Schömig.
    Das sind die neuen Gemeinderäte (von links) Ronny Lamprecht, Verena Will und Tobias Mack, (Zweite von links) Bürgermeisterin Klara Schömig. Foto: Ammon

    Mit Willi Öffner verlassen auch Max Mack und Waltraud Öhrlein den Gemeinderat. Alle drei waren nicht mehr zur Wahl angetreten. Mit Beschluss des Gemeinderats erhielten die Verdienstmedaille der Gemeinde. Dafür haben mit Ronny Lamprecht (CSU), Tobias Mack und Verena Will (beide UBG) drei neue Gesichter am Ratstisch Platz genommen. Den fünf Ausschüssen des Gemeinderats gehören neben der Bürgermeisterin jeweils drei Vertreter der UBG, zwei der CSU und nur noch einer der SPD an. Dies ist eine Folge davon, dass die SPD bei der Kommunalwahl einen Ratssitz eingebüßt hat.

    Posten in den Ausschüssen vergeben

    Den Ausschüssen des Gemeinderats gehören an: Finanzen und Personal: Michael Fleder, Chris Grötzner, Erich Weißenberger (UBG), Erika Hart, Ronny Lamprecht (CSU), Maximilian Beck (SPD); Bau, Landwirtschaft und Umwelt: Peter Emmerling, Tobias Mack, Marianne Scheu-Helgert (UBG), Michael Freudenberger, Hart (CSU), Gerhard Möldner (SPD); Jugend, Kultur und Soziales: Grötzner, Mack, Verena Will (UBG), Johannes Öhrlein, Ira Wolz (CSU), Doris Haslach-Götz (SPD); Ferien: Fleder, Weißenberger, Will (UBG), Freudenberger, Wolz (CSU), Detlef Schnok (SPD); Rechnungsprüfung: Fleder, Grötzner, Weißenberger (UBG), Hart, Lamprecht (CSU), Beck (SPD); Beauftragte des Gemeinderats: Jugend: Will, Lamprecht; Natur- und Flur: Scheu-Helgert und Freudenberger; Senioren: Waltraud Öhrlein, Erna Ziegler und Johannes Öhrlein; Behinderte: Rita Mocker und Ira Wolz; Büchereibeirat: Bürgermeisterin Klara Schömig, Pfarrer Bernd Steigerwald, Leiterin Barbara Seidenspinner, Nicole Öffner und Erne Odoj.

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