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    Rottendorf

    Klaus Hofstätter überraschend gestorben

    Klaus Hofstätter
    Klaus Hofstätter Foto: Christian Ammon

    Als "Familienmann" - so hatte ihn der CSU-Ortsverein Rottendorf zuletzt für die Wahl für den Gemeinderat treffend beschrieben: der Einsatz für junge Menschen, Familien, aber auch die Senioren im Ort gehörten zu den unverhandelbaren Säulen seines Engagements in der Gemeindepolitik. Mit nur 67 Jahren wurde Klaus Hofstätter vor kurzem überraschend aus dem Leben gerissen. Ein herber Verlust für den Ort, die Rottendorfer CSU und seine siebenköpfige Familie. Wie sehr er die Menschen erreichte, zeigte sich schon, als er 1984, als er erstmals für den Gemeinderat kandidierte, den Einzug in das Gremium nur knapp verfehlte -  als Kandidat auf dem letzten Platz 16. Sein Wahlspruch: "Liste 1, letzter Platz".

    Hofstätter wurde zum ersten Nachrücker der CSU-Liste gewählt. Nach dem Tod eines Gemeinderats im Juli 1987 wurde Klaus Hofstätter als Gemeinderat vereidigt. 33 Jahre lang, gehörte er diesem Gremium an, die vergangenen sechs Jahre als Zweiter Bürgermeister. In der CSU Rottendorf war er 35 Jahre lang im Vorstand aktiv, zuletzt als stellvertretender Vorsitzender. Stets abwägend und kompetent, aber dennoch geradlinig und konsequent hatte er großen Anteil daran, dass der Gemeinderat seit Jahren harmonisch und produktiv arbeitet. Auch bei der Kommunalwahl im März, als er das zweitbeste Ergebnis aller Kandidaten erreichte, zeigte sich, wie sehr er bis zuletzt die Menschen erreichte.  

    Dabei konnte er auf zwei prägende Erfahrungen zurückgreifen: Gebürtig im Würzburger Mainviertel erhielt er eine sängerische Ausbildung bei den Domspatzen im Würzburger Domchor. Als aktiver Volleyballer und Trainer der Volleyballjugend lernte er seine Frau Brigitte kennen. Sie heirateten 1980. Damit war auch sein Weg in die Kommunalpolitik vorgezeichnet. Schwiegervater Max Siedler, CSU-Mitglied und -Gemeinderat, war politisch aktiv. Beruflich war er nach seinem Abitur als Bildungsreferent im Bayerischen Bauernverband und als Geschäftsführer der Bayrischen Jungbauernschaft in ganz Unterfranken unterwegs.

    Als Vater von fünf Kindern war ihm der Einsatz für eine familienfreundliche und soziale Gemeinde mehr als nur ein unverbindliches Lippenbekenntnis. Bis zuletzt war er ein engagierter Streiter für eine möglichst sinnvolle Betreuung in Kindergarten und Schule, der Musikschule oder beim Ausbau der Freizeitangebote. Gerne hätte er das neue Bahnhofsgebäude noch eingeweiht und Bagger im neuen Baugebiet "Sand West" gesehen. Die Gemeinde galt ihm stets als ein Ort, in dem keiner vergessen wird. Nicht zuletzt war er bei der Weihnachtspäckchen-Aktion für Senioren einer der Aktivsten.

    Auch im Ehrenamt als Hauptschöffe am Amtsgericht Würzburg seit 2005 und seit 2019 als Jugendschöffe am Landgericht war es stets sein Anliegen, der Jugend einen Weg ins Leben zu bahnen. Die Gemeinde Rottendorf hatte ihn jüngst für die Kommunale Verdienstmedaille des Freistaats vorgeschlagen. Entgegennehmen konnte er sie nicht mehr.

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