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    Hettstadt

    Auf den Spuren von Neumann und Riemenschneider

    Dem „Nachtwächter Schorsch sei Fraa“ Alice Schiller (im Vordergrund mit Hut) folgte mit den Gartenfreunden vom OGV Hettstadt auf unterhaltsame Weise den Spuren von Balthasar Neumann und Tilman Riemenschneider. Foto: Corinna Müller

    Eine nicht alltägliche Stadtführung mit der „Nachtwächterin“ Alice Schiller erlebten rund 20 Mitglieder des Obst- und Gartenbauvereins Hettstadt (OGV) in Würzburg. Da für die naturverbundenen Hettsch’ter die historischen Baudenkmäler Residenz, Festung Marienberg oder Kiliansdom nicht ganz unbekannt sind, ging es nach einer Erfrischung am Nachtwächterstüble mehr auf den privaten Spuren von Balthasar Neumann und Tilman Riemenschneider durch die Mainfrankenmetropole. Alice Schiller hatte beim Besuch des ehemaligen Wohnhauses von Tilman Riemenschneider in der Franziskanergasse viele Anekdoten aus dem wechselvollen Arbeits- und Eheleben des Bildhauers im späten 15. Jahrhundert parat.

    Im Dialog mit historischen Personen

    Der Barock- und Rokoko-Baumeister Balthasar Neumann wohnte gut 200 Jahre später schräg gegenüber in der Franziskanergasse. Die Spuren seiner Kunst beeindrucken bis heute in Gestalt der Würzburger Residenz, der Wallfahrtskirche Käppele, des Schlosses Veitshöchheim und vieler weiterer Kulturdenkmäler tausende Besucher aus nah und fern. Alice Schiller hauchte diesen für Würzburg prägenden historischen Figuren Leben ein, indem sie passende Mitglieder der Gartenfreunde deren Namen gab und in einen Dialog verwickelte.

    Geschichten und Anekdoten

    An der Alten Mainbrücke und am Alten Kranen vorbei ging es zum Main mit dem Blick auf die Festung Marienberg und das Käppele. Begleitet von unterhaltsamen Geschichten und Anekdoten gelangten die Gartenfreunde anschließend über die Karmelitenstraße (historischer Sitz der Fischerzunft) zum Südportal der Marienkapelle am Marktplatz mit Tilman Riemenscheiders Figuren des ersten Menschenpaares. Über den „Stachel“, dem wohl ältesten Weinhaus Deutschlands, die Kirche Neumünster (Grabstätte der Franken-Apostel), den Kreuzgang im Lusamgärtchen und den Domvorplatz ging es schließlich zurück ins Nachtwächterstüble in der Plattnerstraße. Dort beendete eine Brotzeit den unterhaltsamen Samstagnachmittag, bei dem historische Figuren wieder lebendig wurden.

    Der seit 2013 von Corinna Falgner geleitete OGV Hettstadt hat heute etwa 100 Mitglieder. Neben Schulungen und Tipps zur Obst- und Gartenpflege und zu Umweltthemen, Besichtigungstouren und gesellschaftlichen Veranstaltungen kümmert sich der OGV Hettstadt besonders um die Pflege und Verschönerung der Flur. So werden Streuobstwiesen gepflegt, Blühstreifen angelegt, Bäume gepflanzt, sowie mit Sponsorenhilfe Schautafeln und Bänke für Spaziergänger an zentralen Stellen in der Flur aufgestellt. Neue Mitglieder sind jederzeit willkommen.

    Von: Klaus Schmidt, Obst- und Gartenbauverein Hettstadt

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