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    Würzburg

    Lehrer auf vier Pfoten: Schulhund Molly begeistert

    Immer wieder bindet Nadja Laug ihren Hund in den Unterricht mit ein. Foto: Nadja Laug

    Seit Anfang Mai gehört die private katholische Volksschule Elisabethenheim zu einer der wenigen Schulen in der Stadt Würzburg, die einen Schulhund haben. Zwei Tage in der Woche begleitet Molly die Grundschullehrerin in den Unterricht und hilft dort den Kindern beim Lernen. Ihre Belohnung: viele Streicheleinheiten.

    Molly, eine zweijährige französische Wasserhündin, gehört seit kurzem als offizieller Schulhund zum Elisabethenheim.  Sie ist ein sehr ruhiger und friedlicher Zeitgenosse und zählt als Wasserhund zu den allergiearmen Hunderassen. Die Hündin absolvierte einen Wesenstest durch einen Sachverständigen, den sie mit Bravour bestand. Intensive Auseinandersetzung mit der tiergestützten Pädagogik sowie die gezielte Ausbildung auf die Arbeit in der Schule folgten. Molly wird auch in regelmäßigen Abständen dem Tierarzt vorgestellt.

    An zwei Tagen in der Woche begleitet die junge Wasserhündin Nadja Laug in ihre Klasse. Mehr Tage wären Stress für sie. Der Schultag ist für Molly enorm anstrengend, eben ein richtiger Arbeitstag. Kaum einer der Schüler hat zu Hause einen Hund. Durch gezielte Unterrichtseinheiten zum Thema Schulhund wurden die Kinder aber gut auf den ersten Besuch vorbereitet. Ziel war es, den Schülern den richtigen Umgang mit dem Tier zu lernen. Die Kinder sind an den Tagen, an denen Molly im Klassenzimmer ist, deutlich ruhiger geworden und nehmen sehr viel Rücksicht. Sie wissen, dass es Regeln gibt, die sie an Hundeschultagen einhalten müssen. Nicht schreien, nicht durcheinanderrennen oder den Hund festhalten sind einige Beispiele. Wenn es Molly mal zu viel wird, kann sie sich in ihre Hundebox hinter dem Pult zurückziehen, aber das kommt eigentlich nie vor. Lieber legt sie sich unter die Schultische der Schüler, die diese gemeinsame Zeit genießen. Und doch sind Hund und Kinder nie alleine zum Schutze aller.  

    Immer wieder bindet Nadja Laug ihren Hund in den Unterricht mit ein. Mal würfelt Molly verschiedene Aufgaben, buzzert mit den Pfoten Arbeitsaufträge, veranschaulicht Wahrscheinlichkeitsaufgaben in Mathematik durch Apportieren verschiedenfarbiger Bälle oder bringt im Klassenzimmer verteilte Übungsaufgaben, die die Schüler dann bearbeiten dürfen. Viel Unterricht findet nun auf dem Boden statt, damit Molly sich dazulegen kann. So macht auch das Lesen der Klassenlektüre noch mehr Freude. Hündin und Schüler sind sich auch in diesem Punkt einig: „Mit Spaß lernt es sich einfach leichter“

    Zur Zeit lernen die Kinder dem Hund selbst die Kommandos „Sitz“ und „Platz“ zu erteilen. Bis zum Ende des Schuljahres kann jeder Schüler dann noch den Schulhundführerschein ablegen.

    Um nicht nur der eigenen Klasse das Projekt der tiergestützten Pädagogik zu ermöglichen, überlegt Nadja Laug nun, zusätzlich eine Schulhundpause mit Molly anzubieten. So können auch die anderen Schüler des Elisabethenheims Zeit mit ihr verbringen und sie kennenlernen.

    Von: Nadja Laug, Private Katholische Volksschule Elisabethenheim Würzburg

    Immer wieder bindet Nadja Laug ihren Hund in den Unterricht mit ein. Zur Zeit lernen die Kinder dem Hund selbst die Kommandos „Sitz“ und „Platz“ zu erteilen. Foto: Nadja Laug
    Immer wieder bindet Nadja Laug ihren Hund in den Unterricht mit ein. Schulhund Molly legt sich unter die Schultische der Schüler, die diese gemeinsame Zeit genießen. Foto: Nadja Laug

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