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    Bergtheim

    Rotes Kreuz bildet 25 Juniorhelfer aus

    Stolze 25 Juniorhelfer gibt es nun in der Bergtheimer Grundschule an den beiden Schulorten in Bergtheim und Erbshausen. Die Urkunden des Jugendrotkreuzes übergab Ausbilder Oliver Lückhof vom Kreisverband des Roten Kreuzes in Würzburg (links). Mit ihm freuen sich (von rechts) Bürgermeister Bernd Schraud aus Hausen, Lehrer Matthias König als Verantwortlicher Ausbilder der Schule und Rektorin Doris Müller. Foto: Irene Konrad

    „Erste Hilfe zu leisten, das wird euch ein Leben lang begleiten“, begründete Bürgermeister Bernd Schraud aus Hausen sein dickes Lob für 25 Mädchen und Jungs in den dritten und vierten Klassen der Grundschule Bergtheim. Die Kinder haben sich zum „Juniorhelfer“ ausbilden lassen und treten am 1. November ihren freiwilligen Dienst für ihre Mitschüler an.

    Vier Wochen lang haben die 25 Grundschüler eine Ausbildung durchlaufen. In acht Schulstunden erklärte ihnen Oliver Lückhof, wie man bei einem Unfall Erste-Hilfe-Maßnahmen durchführt. Am Ende gab es eine Prüfung und eine feierliche Urkundenübergabe. Nun haben die Kinder eine Bescheinigung in der Hand, dass sie gelernt haben, wie man richtig hilft.

    Alle haben mit einer Eins bestanden

    Die Juniorhelfer kennen die Reihenfolge anschauen-ansprechen-anfassen bei der Ersten Hilfe. Sie können Kühl-Akkus einsetzen und bestimmte Verbände anlegen. Sie wissen auch den Unterschied und die Funktion von sterilen und gewöhnlichen Pflastern, können Patienten in die stabile Seitenlage legen und korrekte Notrufe absetzen.

    „Alle haben mit einer Eins die Prüfung bestanden“, beglückwünschte Ausbilder Lückhof die Kinder, die künftig in den beiden Schulhäusern in Bergtheim (15 Kinder) und Erbshausen (zehn Kinder) ihren Dienst tun. Sie arbeiten in kleinen Gruppen. Vor allem in den Pausen sind sie an ihren Warnwesten gut zu erkennen.

    Außerdem haben beide Schulhäuser eine Juniorhelfertasche bekommen. In diesem Sanitätsrucksack sind die wichtigsten Verbandsmaterialien. Die Juniorausbildung in der Bergtheim Grundschule gab es zum ersten Mal. In Zukunft sollen alle zwei Jahre neue Dritt- und Viertklässler diese Lehre durchlaufen. Es gibt Sicherheit zu wissen, was im Ernstfall zu tun ist.

    „Die Ausbildung von Schülerinnen und Schülern in Erster Hilfe“ basiert auf einer Bekanntmachung des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus vom 23. Juni dieses Jahres. „Bei der Ersten Hilfe handelt es sich um ein Thema mit gesamtgesellschaftlicher Bedeutung, zu dem die Schulen einen wichtigen Beitrag leisten können“, heißt es dort.

    Dem Alter entsprechend herangeführt

    Erste Hilfe sei ein schulart-, jahrgangsstufen- und fächerübergreifendes Thema. Während ihrer Schulzeit sollen alle Schüler in einem Stufenmodell und dem Alter entsprechend an diese wichtige Aufgabe herangeführt werden.

    Rektorin Doris Müller hat in der Bekanntmachung des Ministeriums vor allem angesprochen, dass bereits Grundschüler in geeigneter Weise Kompetenzen für die Ersthilfe entwickeln sollten. Die Hilfsorganisation des Roten Kreuzes fand sie deshalb passend, weil es in Bergtheim eine aktive Bereitschaft gibt. Sie bietet auch Kindern spezielle Gruppenstunden an.

    Dass die neuen Juniorhelfer so motiviert an ihre Aufgabe herangehen, ist nicht nur dem erfahrenen Dozenten Lückhof zu verdanken. Der Leiter der Breitenausbildung des BRK-Kreisverbands Würzburg lobte die gute Zusammenarbeit mit der Schulleitung und die Grundstimmung im Haus. Die Kinder würden es als Privileg ansehen, anderen helfen zu können.

    Kinder wuchsen über sich hinaus

    Berührend ist, dass bei der Ersten Hilfe schulisch schwächere Kinder oder Kinder mit Migrationshintergrund über sich hinauswachsen und ihre sozialen Kompetenzen sichtbar werden. „Es ist wichtig, dass Kinder von klein auf lernen, aufeinander zuzugehen, zu trösten, jemanden zur Seite zu stehen und Hilfe anzubieten“, ist Dozent Lückhof überzeugt.

    Bürgermeister Bernd Schraud gratulierte bei der Feier auch im Namen seiner Amtskollegen Konrad Schlier aus Bergtheim und Martina Rottmann aus Oberpleichfeld jeden einzelnen Prüfling per Handschlag. Nicht nur die neuen Juniorhelfer sondern die ganze Schulfamilie sollte die Wertschätzung für das Amt spüren.

    „Unserer Schule ist es ein Anliegen, die sozialen Kompetenzen der Kinder zu unterstützen und zu fördern“, stellte Rektorin Müller klar. Aus diesem Grund habe die Bergtheimer Grundschule gern das Ausbildungsangebot des Bayerischen Roten Kreuzes angenommen. „Nun freuen wir uns mit unseren stolzen Juniorhelfern auf ihre Einsätze“, sagte die Rektorin.

    Im Rahmen des „Erste-Hilfe-Programms in der Grundschule“ des Staatsministeriums ist an der Bergtheimer Grundschule nun Lehrer Matthias König der Ansprechpartner für die Juniorhelfer. Auch er hat sich bei einem Seminar mit einer entsprechenden Ausbildung qualifiziert und wird regelmäßig an Lehrgängen an der bayerischen Akademie für Lehrerfortbildung und Personalführung in Dillingen teilnehmen.

    Von: Irene Konrad für die Grundschule Bergtheim

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