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    Reichenberg

    Theatergruppe überzeugt mit „Der Heiler von Reichenberg“

    Szene aus „Der Heiler von Reichenberg“. Foto: Wolfgang Steckel

    An zwei Wochenenden im Januar zog es Theaterfreunde aus der Region nach Reichenberg in die Wolffskeelhalle, wo die zehn Laiendarsteller der örtlichen Theatergruppe das Stück „Der Heiler von Reichenberg“ von Bernd Kietzke zeigten. Jeweils Freitag- und Samstagabend spielten sie die Irrungen und Wirrungen der Komödie mit großer Leidenschaft und komischem Talent. Mit viel Applaus und noch mehr Lachern wurden die Schauspieler für ihre monatelangen Proben belohnt.

    Außergewöhnliche Heilerfolge

    Im „Heiler von Reichenberg“ ging es um die unkonventionellen Methoden des Landarztes Dr. Johann Bacchus alias Klaus Scheuermann. Bei ihm bekamen die Patienten Reichenberger Riesling auf Rezept, Sauergespritzten zur Regulierung des Mineralhaushaltes und diverse andere „Schluckimpfungen“. Seine außergewöhnlichen Heilerfolge riefen die Ärztekammer auf den Plan und beflügelten gleichzeitig die ehrgeizigen Pläne der geltungsbedürftigen Bürgermeisterin Minna Moritz (Carmen Mulfinger). Sie wollte ihre Gemeinde gerne als Kurort „Bad Reichenberg“ anerkennen lassen. Mariam Oßwald als couragierte Sprechstundenhilfe Lore Ley mit dem Herz am rechten Fleck hatte alle Hände voll zu tun bei dem Chaos in der Arztpraxis, die gleichzeitig der Treffpunkt für die ganze Gemeinde war. Wenig hilfreich war dabei der neugierige und resolute Putzteufel Ambrosia (Gudrun Rösch). Ihr entging nichts und sie gab stets humorige Ratschläge aus ihrer „Schule des Lebens“. Wolfgang Zoglmann als Abgesandter der Ärztekammer sollte den Doktor wieder auf den Pfad der Schulmedizin zurückbringen, wurde aber nach ausgiebigen Selbstversuchen zum enthusiastischen Anhänger der Reichenberger Heilkunde.

    In geheimer Mission

    Von der schüchternen Vogelscheuche verwandelte sich Ilona Rösch als Bauerntochter Chantal zur „Mrs. Bad Reichenberg“. Karin Brodwolf brillierte als liebestolle Dauerpatientin Wilma Öfter, bei der der Name Programm war. Privatdetektivin Lisa Gross (Monja Pickel) hatte eine geheime Mission, verzweifelte aber fast, weil sie aus den Reichenbergern einfach nichts herausbekam. Thomas Brand begeisterte als Performer und Gesamtkunstwerk Ebby Coolman, der in die Rollen zahlreicher weiterer Patient*innen schlüpfte. Schließlich sollte es ja für die Bewerbung zum Kurbad so aussehen, als ob nicht nur aus ganz Deutschland, sondern aus der ganzen Welt Kranke in Reichenberg Hilfe suchten. So spielte er Fräulein Röschen Strauß, einen Österreicher, einen Schotten und einen Scheich - urkomisch, wie man es von ihm gewohnt ist.

    Werner Hemrich, der Chef der Theatergruppe hatte als Vater der Bürgermeisterin immer neue Ideen und ließ sich regelmäßig von der Bibel zu verrückten Aktionen inspirieren.

    Im Reichenberger Dialekt

    Wie es seit Jahren bei der Theatergruppe Tradition ist, wurde das Stück im Vorfeld auf den Reichenberger Dialekt angepasst und mit zahlreichen ortsspezifischen Details gespickt. Für die Künstler auf der Bühne gab es wieder ausreichend Raum für scharfsinnige Dialoge, zotige Sprüche, spontane Ideen und lustige Einlagen wie die Enthaarung eines Männerbeines mit Wachs. Beim Ende wurde variiert, wenn Minna Moritz ihr Bürgermeisteramt in jüngere Hände abgab. So war jede Aufführung, wie von Conferencier Bernd Kellner angekündigt, eine Premiere.

    Regie führten Karin Brodwolf und Werner Hemrich, als Souffleuse war Katharina Miebach im Einsatz und die Technik übernahm Alexander Brodwolf.

    Von: Manuela Hemmerich für die Theatergruppe Reichenberg

    Mit viel Applaus und noch mehr Lachern wurden die Schauspieler für ihre monatelangen Proben belohnt. Foto: Wolfgang Steckel
    Szene aus „Der Heiler von Reichenberg“ Foto: Wolfgang Steckel

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