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    Würzburg

    Leben im kunstleeren Raum

    Die Künstlergruppe 'Achtung! Kunstleerer Raum' versucht schon seit einer Weile, mit besonderen Aktionen auf die Bedeutung von Kunst in unserer Gesellschaft und unserer Stadt aufmerksam zu machen.
    Die Künstlergruppe "Achtung! Kunstleerer Raum" versucht schon seit einer Weile, mit besonderen Aktionen auf die Bedeutung von Kunst in unserer Gesellschaft und unserer Stadt aufmerksam zu machen. Foto: RMamakl

    Die Galerien sind zu. Ausstellung werden abgesagt. Lesungen verschoben. Was bis vor Kurzem noch im Überfluss vorhanden war, hat das Virus lahmgelegt. Und vielleicht wird der ein oder andere erst jetzt – oder schon jetzt - feststellen, wie wichtig, bildend oder einfach nur schön das Kulturangebot unserer Stadt war, heißt es in einer Pressemitteilung. Aber wie eine Welt ohne Kunst aussehen würde, darüber denkt die Künstlergruppe "Achtung! Kunstleerer Raum" schon seit einer Weile nach und versucht, mit besonderen Aktionen auf die Bedeutung von Kunst in unserer Gesellschaft und unserer Stadt aufmerksam zu machen.

    Bereits im Herbst 2018 starteten die sechs Kunstschaffenden Rainer Haindl, Mechthild Hart, Gabriele Kunkel, Evelin Neukirchen, Sabine Saam und Georgia Templiner mit einer ersten Aktion auf dem Würzburger Marktplatz. Seitdem sind weitere Aktionen hinzugekommen, und natürlich waren neue geplant, die nun der Virus jäh gestoppt hat. Erstmal zumindest.

    Aber in der Tat wird nun für viele spürbar, wie ein Leben ohne Kunst aussieht: Ein Leben im kunstleeren Raum. Ohne die vielen Kunstschaffenden der Region, die als Sänger, Schauspieler, Musiker, Schriftsteller, Maler, Bildhauer  und dergleichen das lebendige, kulturelle Leben unserer Stadt prägten und die nun im Homeoffice verschwunden sind.  Viele von ihnen kämpfen ums Überleben, denn meist arbeiten sie frei und fernab von Mindestlohn oder regelmäßigem Einkommen. Viele zusätzlich auch noch ehrenamtlich.

    "Unser Kunstleerer Raum," so Mechthild Hart in der der Pressemitteilung, "erscheint mir jetzt, als hätten wir es vorher schon gespürt, erahnt. Unsere Aktionen bekommen in der aktuellen Krise eine neue Bedeutung. Unser Kubus, der sichtbar macht, was Leere bedeutet. Er steht fast als Mahnmal, es nicht zu vergessen, dran zu bleiben." Denn in Zeiten wirtschaftlicher Bedrängnis wird meist schnell wieder weit hintenangestellt, was erstmal nicht als dringend relevant erachtet wird.

    "Kunst hat die Aufgabe, wachzuhalten, was für uns Menschen so von Bedeutung und notwendig ist," sagte Michelangelo. In Zeiten wie diesen ist genau dieses Wachbleiben eine wichtige Kompetenz, um nach dem Neustart nicht wieder in gewohnte Denkmuster zu verfallen, die dringend auf den Prüfstand gehörten, sondern dem Raum zu geben, was wirklich wichtig ist, heißt es in der Mitteilung weiter.

    "Es kommt wohl auf jeden einzelnen an, was er für Lehren aus dieser Zeit zieht. Und auf jeden einzelnen, was er daraus macht. Aber Kunst kann dazu beitragen, sichtbar zu machen, was wichtig und n o t- w e n d i g ist," so Evelin Neukirchen. Oder aber auch einfach nur die Seele erwärmen, um nicht zu verzweifeln, endet die Mitteilung.

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    Bearbeitet von Michaela Moldenhauer

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