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    Würzburg

    Leserforum: Nebeneinanderfahren zu erlauben, ist fahrlässig

    Zum Artikel "Corona: Wie hoch ist die Infektionsgefahr auf Rad-und Fußwegen?" vom 11. Mai erreichte die Redaktion folgender Leserbrief.

    Auf schmalen Radwegen zu fahren, war schon vor Corona gefährlich. Nun kommt zum Risiko eines Zusammenpralls das einer Ansteckung mit Corona hinzu, erst recht wenn man rücksichtslos nebeneinander radelnden Fahrern begegnet, die ohne Gesichtsschutz hechelnd unterwegs sind. Am 28. April stellte diese Zeitung die neue Abstandsregel vor, die es Radfahrern "ausdrücklich" erlaubt, nebeneinander zu fahren. Das wird künftig nicht nur auf Fahrstraßen mehr Konflikte und Unfälle erzeugen, sondern auch auf Radwegen unter den Radfahrern selbst. Bei vier von zehn Fällen bleiben Nebeneinanderfahrer stur nebeneinander, mag es noch so eng sein – sollen die anderen doch Platz machen. Dieser Platz aber reicht weder zum sicheren Vorbeifahren noch für den Corona-Abstand aus. Es müsste doch in jedes Radfahrerhirn auch zum Selbstschutz noch hineinpassen, dass man auf dem Radweg bei Gegenverkehr das Nebeneinanderfahren rechtzeitig beendet, um den notwendigen Abstand beim sicheren aneinander Vorbeifahren zu gewähren. Vielleicht machen sich einmal die Verkehrspolitiker über ein entsprechendes Radverkehrszeichen Gedanken. Klingeling und Appelle an die Vernunft alleine nützen erfahrungsgemäß nichts, weil bei allzu vielen Verkehrsteilnehmern in derart brenzligen Situationen Verteidigungsreflexe ausgelöst werden. Nebeneinanderfahren von Radlern "ausdrücklich" ohne Ausnahmeregelung zu erlauben, ist geradezu fahrlässig.

    Frank Stößel
    97299 Zell am Main

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    Bearbeitet von Jürgen Sterzbach

    Kommentare (3)

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