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    Giebelstadt

    Leserforum: So könnte ein EU-Verfahren drohen

    Zum Artikel "Wie schmutzig ist der Dammbach wirklich?" vom 26. Mai erreichte die Redaktion folgende Zuschrift.

    Die Regenüberlaufbecken aus Giebelstadt stammen aus den 70er Jahren, so war dies bereits in der Ausgabe vom 28. Februar zu lesen. Es ist davon auszugehen, dass die Marktgemeinde in den letzten 50 Jahren größer geworden ist. Mehr Flächenversiegelung und mehr Einwohner bringen größere Regen- und Fäkalien-Frachten.

    Die Kapazitäten der beiden Regenüberlaufbecken sind an dieses Wachstum offensichtlich nicht angepasst worden, sonst würden sie nicht bereits bei normalen Regenereignissen "abschlagen". Dass dieser Zustand von den Behörden trotzdem immer wieder genehmigt wurde, finde ich zumindest fragwürdig; auch im Hinblick auf die Verbesserung des chemischen Zustands unserer Gewässer.

    Außerdem meint die Gemeinde, kein Gewässerentwicklungskonzept erstellen zu müssen, weil ihnen die angrenzenden Grundstücke nicht gehören. Dabei sind Gemeinden für die Gewässer 3. Ordnung – und dazu gehören Dammbach, Sulzdorfer Bach und Dreibrunnenbach – bereits bis Ende 2015 dazu verpflichtet gewesen, solche Konzepte erstellen zu lassen, um den "mäßigen" ökologischen Zustand in einen "guten" umzuwandeln.

    Bis spätestens Ende 2027 müssen Konzepte zur Verbesserung der Gewässersituation umgesetzt sein – sowohl hinsichtlich Chemie als auch Ökologie. Wenn alle Gemeinden in Deutschland ihren Aufgaben so wenig nachkommen, droht ein Vertragsverletzungsverfahren der EU.

    Andrea Angenvoort-Baier
    97076 Würzburg

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    Bearbeitet von Franziska Schmitt

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