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    Würzburg

    Leserforum: Stadttauben stammen nicht von Brieftauben ab

    Zum Artikel "Erneut Taube verletzt" vom 11. Juli und zum Leserbrief "Zeigen Sie Mitgefühl" von Maria Neckermann vom 17. Juli erreichte die Redaktion folgender Leserbrief:

    Schön, dass Sie sich für das Wohlergehen der Stadttauben einsetzen. Empfehlenswert wäre auch Ihr Engagement bei der Reinigung und Desinfizierung von verkoteten Innenhöfen, Balkonen und Terrassen in einigen Teilen der Innenstadt. Gerne gebe ich Ihnen Adressen von Geschädigten, die ich während meiner Selbstständigkeit als Elektromeister kennenlernte. Der Spagat, den Blasrohrangriff eines Psychopaten auf eine Stadttaube auf uns Brieftaubenfreunde umzumünzen, ist doch etwas suspekt.

    Die große Unkenntnis, dass die Masse der Stadttauben von nicht nach Hause kommenden Brieftauben abstammt, kommt aus der Welt der Märchen. Bei mehrfacher Inaugenscheinnahme der am Bahnhof ansässigen Stadttauben, deren Brutstätten wir 1985 zusammen mit dem Gartenamt errichteten, ist sporadisch eine Brieftaube zu sehen, aber nie dauerhaft. Nach meiner Recherche konnte sich niemand der Würzburger Brieftaubenfreunde daran erinnern, mit Ihnen gesprochen zu haben.

    Wie im Pferdesport wird auch bei den Brieftaubenfreunden auf Leistung gezüchtet. Wir praktizieren beste Versorgung inklusive Tierarztbetreuung, haben einen hochmodernen klimatisierten Transporter (Kabinenexpress) mit Versorgungseinrichtung. Ohne Futter und Wasser ist der Würzburger Kabinenexpress noch nicht vom Hof gefahren. Besuchen Sie uns und begutachten die Brieftauben in den Einsatzboxen – Sie werden keinerlei Spuren von Stress oder Unwohlsein vorfinden. Dennoch hoffen wir bei Zeitflügen auf erste Platzierungen, aber nicht um jeden Preis! Geld verdienen wir damit allerdings nicht. Im Gegenteil: Für die Aktion Mensch hat der Brieftaubensport als größter Vereinsspender über acht Millionen Euro auf Bundesebene gespendet.

    Auch geschichtlich leisten die Brieftaubenfreunde ihren Beitrag. 2005 organisierten die Würzburger in Zusammenarbeit mit Landtagsabgeordnetem Christian Will auf dem Soldatenfriedhof von Verdun einen Friedensflug, der im Beisein von Bürgermeister Arsene Lux auf europäischer Ebene große Anerkennung fand.

    Das Würzburger Brieftaubenwesen existiert seit 1885, die Geschichte der Botentaube seit 4000 Jahren. Diese Geschichte und Tradition werde ich dem Zeitgeist nicht opfern.

    Franz-Josef Page
    97230 Estenfeld

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    Bearbeitet von Nico Christgau

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