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    Würzburg

    Mainfränkische Hilfe für Corona-Kampf in Äthiopien

    „EasyShields“: Wie eine private Initiative mit selbst produzierten Gesichtsvisieren auch die Ärmsten unterstützt – über die Landesgrenzen hinaus.
    Mutmacher-Seite, Shields für Äthiopien
    Mutmacher-Seite, Shields für Äthiopien Foto: Andreas Jungbauer

    Würzburg/Obernburg. Wenn sich in der Corona-Krise Kreativität und Initiative mit Solidarität und einem Blick über den Tellerrand verbinden, dann kann von Mainfranken aus auch Menschen in den ärmsten Erdteilen geholfen werden. Ein positives Beispiel dafür geben laut Pressemitteilung das Projekt „EasyShields“ mit Sitz in Obernburg (Lkr. Aschaffenburg) und die Würzburger Aktionsgruppe der Äthiopienhilfe „Menschen für Menschen“.

    In dem Land am Horn von Afrika fehlt es wie in den meisten afrikanischen Staaten an medizinischer Ausstattung, Medikamenten und Material. Es gibt nur wenige Intensivbetten. Hygiene ist ohne flächendeckenden Zugang zu sauberem Wasser kaum zu gewährleisten, ebenso wenig Abstandsregeln, wo die Menschen häufig auf engstem Raum zusammenleben.

    Schutz vor Tröpfcheninspektion

    Deshalb hat die von Karlheinz Böhm gegründete Stiftung „Menschen für Menschen“ zu Spenden aufgerufen und erste Lieferungen mit Schutzausrüstung und Desinfektionsmitteln in Äthiopien gestartet.  Vor Ort wird genau geprüft, was am dringendsten gebraucht wird. Unabhängig davon bat auch die äthiopische Botschaft in Deutschland alle Exil-Äthiopier, Freunde des Landes und Organisationen um Unterstützung im Kampf gegen die Pandemie.

    In Würzburg hat Genet Hampl-Legesse umgehend reagiert, so die Pressemitteilung: Die aus Äthiopien stammende und seit 30 Jahren in Deutschland lebende Hebamme setzte sich mit dem Projekt „EasyShields“ in Verbindung, das die beiden Initiatoren Benjamin Fischer (24) und Andreas Nacken (37) erst vor wenigen Wochen aus der Taufe gehoben haben: Mit einer Gruppe von aktuell neun Leuten und zwölf 3D-Druckern stellen sie praktisch rund um die Uhr Gesichtsvisiere her – ohne Gewinnabsicht, nur gegen Spenden. Ganz ähnlich funktioniert in Würzburg das Projekt „ShieldCommunity“.

    Die Visiere werden aus einem Trägerrahmen, einem Gummiband und einer zugeschnittenen Overheadfolie zusammengebaut und sollen vor einer Tröpfcheninfektion schützen. Nicht als medizinischer Standard, darauf legen die Verantwortlichen von EasyShield Wert. Es handele sich um eine „Behelfslösung“, eine rein physische, durchsichtige Barriere zwischen Patient und medizinischem Personal. Als solche sind die Visiere aber sehr wertvoll und wurden in den letzten Wochen schon zahlreich an Rettungsdienste, Kitas, Seniorenheime oder auch Geschäftsbetreiber verteilt.

    Unterstützung über Landesgrenzen hinweg

    Die Initiatoren liefern, wo es geht, selbst aus oder verschicken. „Wir stoßen auf dankbare Menschen, die sehr zu schätzen wissen, was wir tun“, sagen Fischer und Nacken. „Die Leute freuen sich über die kostenlose, schnelle Hilfe.“ So wie Genet Hampl-Legesse, die auch in der Würzburger Aktionsgruppe von „Menschen für Menschen“ aktiv ist. Die Äthiopierin bekam ein Paket mit 75 EasyShields, das nun über das Konsulat mit anderen Hilfsgütern in einer Maschine der Ethiopian Airlines nach Äthiopien geht und dort seine Verwendung im Kampf gegen Covid-19 findet. Die Hebamme zeigt sich beeindruckt, was die beiden jungen Männer in kurzer Zeit auf die Beine gestellt haben – und dass Hilfsbereitschaft nicht an der Landesgrenze endet.

    Alle Infos über das Projekt im Internet: www.initiative-easyshields.de

    Die Hilfe von „Menschen für Menschen“: www.menschenfuermenschen.de (ACZ)

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    Bearbeitet von Andrea Czygan

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