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    Würzburg

    Mainfranken Theater: Erneute Hängepartie um Vertrag für Trabusch

    Eigentlich schien alles klar: Nach langem Hin und Her sollte Intendant Markus Trabusch einen neuen Vertrag bekommen. Doch nun geht die Geschichte in die Verlängerung.
    Weiß im Moment immer noch nicht, ob und wann er einen neuen Vertrag bekommt: Mainfranken Theater-Intendant Markus Trabusch. 
    Weiß im Moment immer noch nicht, ob und wann er einen neuen Vertrag bekommt: Mainfranken Theater-Intendant Markus Trabusch.  Foto: Archivfoto Thomas Obermeier

    Es schien das Ende einer zähen Geschichte zu sein, als der Würzburger Stadtrat am 30. April beschloss, Mainfranken Theater-Intendant Markus Trabusch einen neuen Vertrag anzubieten. Trabusch (58) ist seit 2016 Intendant, sein Fünfjahresvertrag läuft am 31. August 2021 aus. 

    Während die Verwaltung auf eine Neuausschreibung der Stelle gedrängt hatte, entschied eine deutliche Mehrheit, dass mit dem amtierenden Intendanten über einen neuen Vertrag verhandelt werden soll. Eine Fortschreibung des bestehenden Vertrags war nicht mehr möglich gewesen, nachdem sich der Stadtrats-Notausschuss am 2. April in einer umstrittenen Entscheidung zunächst gegen eine Vertragsverlängerung entschieden hatte und dieser Beschluss formal bereits vollzogen war. 

    Vorausgegangen war eine rund ein Jahr lang währende Debatte um die Frage einer weiteren Zusammenarbeit, die teils sehr emotional geführt wurde. Hintergrund waren Kritik an Trabuschs Führungsstil und Konflikte auf der Führungsebene des Mainfranken Theaters. OB Christian Schuchardt und Kulturreferent Achim Könneke hatten sich dabei klar gegen einen Anschlussvertrag ausgesprochen.

    Stadtratsmitglied hatte Beschluss über neuen Vertrag beanstandet

    Mit dem Beschluss vom 30. April hätte die Causa beendet sein können – ist sie aber nicht. Wie und wann Markus Trabusch einen neuen Vertrag erhält, ist im Moment wieder einmal nicht so ganz klar.  

    Nach Informationen dieser Redaktion hatte nämlich ein Stadtratsmitglied die Entscheidung vom 30. April beanstandet: Da es sich ja um einen neuen Vertrag handele, könne die Stadt darüber nicht nur mit Trabusch verhandeln, auch weil es inzwischen weitere Bewerber gebe, so der Tenor.

    Tatsächlich hatten, obwohl die Stelle nicht ausgeschrieben war, noch vor der Sitzung vom 30. April zwei Bewerber für den Intendantenposten ihren Hut in den Ring geworfen, was Kulturreferent Könneke wenig später auf Anfrage bestätigte: Es lägen "zwei sehr ernst zu nehmende schriftliche Initiativ-Bewerbungen vor, die beide grundsätzlich den Qualifikationsansprüchen für eine solch herausgehobene öffentliche Position entsprechen". Die Stadträte seien vor der Abstimmung am 30. April über die Bewerbungen informiert gewesen.

    Stadt verweist auf Prinzip der "Bestenauslese"

    Die Frage war nun offenbar, ob die Stadt den neuen Intendantenvertrag tatsächlich nur einer Person – Markus Trabusch – anbieten kann, ohne Gefahr zu laufen, bei einer juristischen Auseinandersetzung mit möglichen anderen Interessenten den Kürzeren zu ziehen. "Denn ein unmittelbares Vertragsangebot an einen Kandidaten ohne ausreichende Gewährleistung der im Grundgesetz verankerten Vorgabe einer 'Bestenauslese' ist juristisch mindestens problematisch", so Kulturreferent Könneke gegenüber dieser Redaktion.

    Was es mit der Bestenauslese auf sich hat, steht im Artikel 33 des Grundgesetzes: "Jeder Deutsche hat nach seiner Eignung, Befähigung und fachlichen Leistung gleichen Zugang zu jedem öffentlichen Amte." Wegen dieser Rahmenbedingungen habe die Verwaltung in der Sitzung am 30. April auch den "rechtlich sicheren Weg einer Neuausschreibung der Intendanz" vorgeschlagen, so Könneke.

    Die Stadt jedenfalls wandte sich nach der Beanstandung durch das Stadtratsmitglied an die Regierung von Unterfranken, um den Beschluss vom 30. April überprüfen zu lassen. Dort sieht man ein alleiniges Vertragsangebot an Trabusch dem Vernehmen nach ähnlich problematisch wie im Rathaus. 

    Interne Ausschreibung der Stelle wahrscheinlich

    Wie es jetzt weitergeht, muss nun der Stadtrat in seiner Sitzung an diesem Donnerstag entscheiden. Zuvor hatte sich bereits der Theater-Werkausschuss in nichtöffentlicher Sitzung mit dem Thema befasst. Wie zu erfahren war, hat man sich dort darauf verständigt, dass der Posten des Intendanten jetzt doch ausgeschrieben werden soll – allerdings nur intern. Bewerben könnten sich dann nur Angestellte der Stadt Würzburg, deren Fähigkeiten dem Anforderungsprofil der Stelle entsprechen. 

    Für Markus Trabusch, der sich zu der laufenden Angelegenheit nicht äußern wollte, bedeutet das eine erneute Hängepartie. Eigentlich hatte der Stadtrat ja schon im Sommer 2019 darüber beschließen sollen, ob der Vertrag des Intendanten verlängert wird. Damals wurde die Entscheidung auf das Ende der Legislaturperiode im April 2020 verschoben, um zunächst die internen Konflikte am Theater zu klären. Bis Markus Trabusch endgültig weiß, ob er auch über August 2021 hinaus Intendant bleibt, wird es nun allerdings noch weitere Wochen dauern.

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