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    Würzburg

    Mainfranken Theater: Wird es künftig drei Shows pro Abend geben?

    Nach dem vorzeitigen Abbruch einer sehr erfolgreichen Spielzeit, bereitet sich das Mainfranken Theater auf Vorstellungen unter Corona-Bedingungen vor.
    Die Baustelle des Mainfranken Theaters, das die Spielzeit 2019/2020 wegen der Corona-Pandemie vorzeitig beenden musste. Doch wie wird die nächste Spielzeit aussehen?
    Die Baustelle des Mainfranken Theaters, das die Spielzeit 2019/2020 wegen der Corona-Pandemie vorzeitig beenden musste. Doch wie wird die nächste Spielzeit aussehen? Foto: Thomas Obermeier

    Mit stehenden Ovationen endete für das Mainfranken Theater am Abend des 8. März durch die Corona-Pandemie eine bis dato äußerst erfolgreiche Spielzeit 2019/2020 vorzeitig: "Anfang März waren wir noch sehr gut gestimmt", berichtete Intendant und Schauspieldirektor Markus Trabusch kürzlich im Theater-Werkausschuss des Stadtrats.

    Die Stimmung war deshalb hervorragend, weil das künftige Staatstheater bis Ende Februar 2020 ziemlich genau 10 000 Zuschauer mehr begrüßen konnte, als im Schnitt der vergangenen sechs Spielzeiten im selben Zeitraum – 86 180 waren es genau. Damit einher ging eine Steigerung der Eintrittserlöse um rund eine halbe Million auf 1,73 Millionen Euro.

    925 000 Euro der geplanten Einnahmen fehlen

    Mit der Premiere der Wagner-Oper "Das Rheingold" am 14. März sollte diese Erfolgsgeschichte weiter geschrieben werden – das Veranstaltungsverbot wegen der Corona-Pandemie machte Trabusch und Co. jedoch einen dicken Strich durch die Rechnung. Deshalb werden in der Gesamtabrechnung 925 000 Euro geplante Einnahmen fehlen.

    Geschäftsführer Dirk Terwey ist trotzdem optimistisch, am Ende der Spielzeit ein ausgeglichenes Ergebnis präsentieren zu können. Vor allem bei den Personalkosten, die etwa 80 Prozent des Theater-Etats ausmachen, könnten laut Terwey durch Kurzarbeit von mehr als 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bis zu 400 000 Euro eingespart werden. Auch 78 künstlerisch Beschäftigte und 54 Mitglieder des Orchesters sind seit 20. Mai in Kurzarbeit.

    Intendant Markus Trabusch und Geschäftsführender Direktor Dirk Terwey bei einem Rundgang über die Baustelle des Mainfranken Theaters.
    Intendant Markus Trabusch und Geschäftsführender Direktor Dirk Terwey bei einem Rundgang über die Baustelle des Mainfranken Theaters. Foto: Johannes Kiefer

    Für freiberuflich tätige Gast-Künstler sei in allen Fällen ebenfalls eine Lösung gefunden worden, ergänzte Trabusch. Bereits geplante Produktionen seien in die nächste oder übernächste Spielzeit verschoben worden.

    Auch die Proben haben wieder begonnen

    Während die Generalsanierung des Gebäudes weitergeht, konnten im Drei-Sparten-Haus durch die Lockerungen der vergangenen Wochen die Vorbereitungen auf die kommende Spielzeit beginnen. Nachdem das Orchester seit Mitte März mehr als hundert Open-Air-Konzerte gespielt und die Schneiderei 5000 Community-Masken und 150 Schutzkittel genäht hat, "haben wir vorsichtig wieder angefangen zu proben", berichtet Trabusch. Geprobt wird eine Vier-Personen-Inszenierung, dabei sind auf der Probebühne pro Akteur 20 Quadratmeter Fläche und sechs Meter Abstand erforderlich, außerdem dürfen die Schauspieler nur nach vorne sprechen.

    Tänzer dürfen inzwischen wieder einzeln im kleinen Ballettsaal üben, das Orchester testet kleine kammermusikalische Besetzungen im Orchester-Probensaal, Sänger dürfen zusammen mit einem Pianisten mit sechs Metern Abstand in den Stimmzimmern proben, so der Intendant weiter: "Alle sind glücklich, dass sie allmählich wieder in ihrem Metier arbeiten dürfen." In der Kostümwerkstatt sind bereits die Kostüme und Masken für kommende Produktionen wie Mozarts "Zauberflöte" entstanden.

    Unter welchen Bedingungen in der kommenden Spielzeit Theater gespielt wird, ist noch offen – nach aktuellem Stand sind bei Indoor-Veranstaltungen unabhängig von der Größe des Raumes nur 50 Zuschauer zugelassen. Im Ausweichquartier "Blaue Halle" der Firma va-Q-tec hätte das Theater unter normalen Umständen vor knapp 500 Menschen gespielt. Jetzt steht unter anderem im Raum, kürzere Stücke mehrmals hintereinander zu spielen und die Halle dazwischen kräftig durchzulüften: "Wenn die Künstler es schaffen, spielen wir dann eben dasselbe Werk an einem Abend dreimal", so Trabusch.

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