• aktualisiert:

    Würzburg

    Masken-Portrait: Würzburger Fotoprojekt unterstützt Kindertafel

    Bischof Franz Jung, Fußballer Bernd Hollerbach oder OB Christian Schuchardt- sie alle haben sich schon für das Fotoprojekt mynewface ablichten lassen. Was steckt dahinter?
    Individuelle Portraitfotos trotz Schutzmaske: So sehen die Ergebnisse des Projekts 'mynewface' aus. Beispielhaft sind hier die beiden Leiter des Projekts Thomas Berberich (links) und Alexander Deß (rechts), sowie der Autor dieses Artikels Lukas Hellmuth (Mitte) als Collage zusammen abgebildet.
    Individuelle Portraitfotos trotz Schutzmaske: So sehen die Ergebnisse des Projekts "mynewface" aus. Beispielhaft sind hier die beiden Leiter des Projekts Thomas Berberich (links) und Alexander Deß (rechts), sowie der Autor dieses Artikels Lukas Hellmuth (Mitte) als Collage zusammen abgebildet. Foto: Thomas Berberich

    Vor einer Woche haben Fotograf Thomas Berberich und Webdesigner Alexander Deß das Projekt "mynewface" ins Leben gerufen, welches die Würzburger Kindertafel unterstützt. Die Idee: Für eine Spende von mindestens 50 Euro an die Tafel erhalten Unterstützer ein professionelles und individuelles Portraitfoto in ihrer Schutzmaske. Teilnehmer können die Bilder für ihre eigenen nicht-kommerziellen Zwecke benutzen, zusätzlich werden sie auf der Internetseite des Projekts veröffentlicht.

    Das Projekt soll Kindern helfen

    Die Idee der beiden Würzburger ist der momentanen Corona-Lage geschuldet. Als freiberuflicher Fotograf hatte Berberich durch die Umstände weniger Aufträge. Und umso schlimmer für ihn: "Der Golfplatz wurde geschlossen", so der passionierte Hobbygolfer scherzhaft. Als er und Deß mitbekamen, dass auch die Kindertafel zum Schutz geschlossen bleiben muss, wollten die beiden mit ihrem Projekt helfen.

    "Kinder brauchen immer Zuwendung, noch dazu, wenn es um das tägliche Pausenbrot und ein gutes Mittagessen geht", heißt es auf der Internetseite des Projekts. Wichtig war den beiden auch, dass das Projekt "nicht laut" sondern gewissermaßen subtil sein sollte, ohne die Pandemie beim Namen nennen zu müssen, so Deß. Nach dem Beschluss der Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln und im Einzelhandel ab Montag, dem 27. April, wussten Berberich und Deß auch, dass "mynewface" zu diesem Zeitpunkt live gehen sollte.

    Fototermin mit Sicherheitsabstand: Die Macher des Projekts 'mynewface' Webdesigner Alexander Deß (links) und Fotograf Thomas Berberich (rechts)
    Fototermin mit Sicherheitsabstand: Die Macher des Projekts "mynewface" Webdesigner Alexander Deß (links) und Fotograf Thomas Berberich (rechts) Foto: Thomas Berberich

    Genauso subtil wie das Projekt selbst ist auch der Ablauf: "Wir wollten selbst kein Geld in die Hand nehmen müssen", erklärt der 55-jährige Fotograf. Stattdessen überweisen Teilnehmer nach dem Fototermin einfach die Spende direkt an die Tafel. Auch der Termin erfolgt völlig kontaktlos, durchgehend mit genügend Abstand und unter den Verhaltens- und Hygieneregeln. "Keiner, der zum Fotos machen kommt, begegnet sich. Das ist uns besonders wichtig", so Berberich.

    Schon über 70 Menschen abgelichtet

    Die Idee der beiden Würzburger sprach sich schnell herum, es gab "sofort viel positive Resonanz". So wurden innerhalb der ersten Woche bereits mehr als 70 Menschen abgelichtet. Deß und Berberich wissen, dass es mit den Terminen der kommenden Woche schon weit über 100 sein werden.

    Unter ihnen sind auch viele bekannte Gesichter Würzburgs: Oberbürgermeister Christian Schuchardt, Bischof Franz Jung, Fußballtrainer Bernd Hollerbach und viele mehr. Der jüngste Teilnehmer vor der Linse war gerade einmal neun Monate alt.

    Für Berberich bietet das Projekt die Chance "Portraits in einer Zeit, die es so hoffentlich nie wieder geben wird" zu fotografieren. "Dabei kann man noch gleich etwas Gutes tun", sagt er. Auch Deß erklärt den Reiz der Bilder: "Auf den Fotos sind alle gleich. Durch die Maske im Vordergrund zeigt aber jeder seine Individualität".

    Spannende Konstellationen auf der Internetseite

    Diesen Aspekt hebt der 50-jährige Webdesigner auch auf der Website des Projekts hervor: Jedes Mal, wenn die Seite neu geladen wird, erscheinen die Portraits in einer neuen, zufälligen Anordnung. "Man weiß nie, welches bekannte Gesicht neben dem eigenen Bild auftaucht", so Deß.

    Für die nächsten Wochen sind noch mehr als genug freie Termine geplant. Und wen würde sich Berberich noch vor seiner Kamera wünschen? "Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland Josef Schuster, Sternekoch Bernhard Reiser und Basketball-Star Dirk Nowitzki, wenn er mal in der Stadt wäre".

    Drei Mal wöchentlich bequem per E-Mail:
    Abonnieren Sie jetzt den kompakten Würzburg-Newsletter!

    Kommentare (0)

      Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!