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    Ochsenfurt

    Ochsenfurt: Ein Rahmenplan zur Mainufergestaltung soll her

    Seit Jahren steht die Aktivierung der beiden Mainufer auf der Agenda der Stadt. Einzelne Projekte wurden bereits angegangen. Doch ein Plan fürs große Ganze fehlt bisher.
    Die beiden Mainufer in Ochsenfurt bieten viel Potenzial. In einem Rahmenplan will die Stadt die beabsichtigten Vorhaben zumindest in groben Zügen festhalten.
    Die beiden Mainufer in Ochsenfurt bieten viel Potenzial. In einem Rahmenplan will die Stadt die beabsichtigten Vorhaben zumindest in groben Zügen festhalten. Foto: Claudia Schuhmann

    Hier ein Parkplatz, dort eine Wiese, andernorts bis ans Wasser reichende Bäume: An den beiden Mainufern in Ochsenfurt lässt es sich schon aushalten. Aber, da ist man sich auch im Stadtrat einig, am Fluss ginge noch sehr viel mehr. Während Nachbargemeinden schon längst an der Gestaltung ihrer Mainufer feilen und sie als Freizeitbereiche attraktiv machen, kommt Ochsenfurt bei diesem Thema nicht so richtig in Fahrt. Das soll sich nun ändern, und zwar durch die Erarbeitung eines Rahmenplans, in dem die angedachten Projekte zumindest grob festgelegt werden sollen. Der Bauausschuss stimmte in seiner jüngsten Sitzung für einen solchen Plan.

    Für Bürgermeister Peter Juks (UWG) sind insbesondere drei Ziele vorrangig: einen Wohnmobilstellplatz bauen, die Zugänglichkeit von der Stadt zum Fluss verbessern und die Erlebnisqualität längst des Mains steigern. Das möchte Juks am liebsten noch innerhalb der nächsten sechs Jahre verwirklichen. Dabei ist es ihm wichtig, nicht nur die "Kernzone", also den Bereich zwischen den beiden Brücken, zu betrachten. Der Rahmenplan soll sich vom Thierbach im Westen bis zum Areal Südzucker im Osten erstrecken und in Nord-Süd-Richtung die B 13 am rechtsmainischen sowie die Südtangente am linksmainischen Ufer mit umfassen, und damit den Radweg und die Stadtgräben.

    "Ich habe zum ersten Mal seit zwölf Jahren das Gefühl, dass wir etwas erreichen können."
    Barsom Aktas, UWG-Stadtratsmitglied

    Ein solcher Rahmenplan, sagte Juks in der Sitzung, sei Voraussetzung für eine Förderung von Projekten. Die Regierung möchte einen Eindruck bekommen, was die Stadt in den kommenden Jahren vorhat. Gefördert werden können im Rahmen der Städtebauförderung Maßnahmen im Altstadtbereich bis zum Flockenwerk. Auch für den Plan selbst gebe es Zuschüsse, sagte Stadtbaumeister Jens Pauluhn. An das Konzept sei die Stadt dann aber auch gebunden.

    Genau dort sieht Paul Hofmann (UWG) ein Problem. Er befürchtet, der Stadt seien durch die Festsetzungen über Jahre hinweg die Hände gebunden. Eine Detailplanung enthalte der Rahmenplan nicht, erklärte Pauluhn, wohl aber einige grundsätzliche Entscheidungen. Etwa, ob aus der alten Mainländebahn ein Fuß- und Radweg werden und wo der beginnen und enden soll. "Die Kernthemen müssen festgelegt werden", so Juks.

    Viel Platz, wenig Gestaltung: Die Stadt muss sich überlegen, welche Projekte wo verwirklicht werden sollen.
    Viel Platz, wenig Gestaltung: Die Stadt muss sich überlegen, welche Projekte wo verwirklicht werden sollen. Foto: Claudia Schuhmann

    Erarbeiten soll den Plan nicht die Verwaltung allein, sondern eine Arbeitsgruppe, der neben Mitarbeitern aus der Verwaltung auch ein Vertreter jeder Fraktion angehören wird. Außerdem ist geplant, in regelmäßigen Abständen Veranstaltungen für die Bürger anzubieten, in denen diese auch eigene Ideen einbringen können.

    Joachim Eck (SPD) befürwortet den Rahmenplan. Er begrüßt ausdrücklich, dass statt des bisherigen "Flickenteppichs" aus vielen Ideen nun eine grobe Struktur entstehe, aus der ersichtlich sei, wo welche ausschlaggebenden Projekte verwirklicht werden sollen. "Und es ist gut, dass es ein gemeinsamer Prozess mit Beteiligung der Bürger und Fraktionen ist."

    Bürgerbeteiligung soll in jedem Fall stattfinden

    Auch Barsom Aktas (UWG) steht hinter dem Rahmenplan: "Ich habe zum ersten Mal seit zwölf Jahren das Gefühl, dass wir etwas erreichen können", sagte er im Hinblick auf die vielen Ideen, die seitdem diskutiert worden seien und nur selten zu einem Ergebnis geführt hätten. "Wir haben uns in Einzelprojekte verzettelt und Energie verschwendet", sagte Aktas. Das habe vielleicht an der Strategie gelegen. "Jetzt werden Zusammenhänge betrachtet", lobte er. Bert Eitschberger (SPD) findet den Rahmenplan ebenfalls wichtig. Er machte deutlich, dass er die Bürgerbeteiligung auf jeden Fall wolle. Auch Stefan Pohl (CSU) betonte diesen Punkt.

    Auch am rechtsmainischen Ufer ist gestalterisch noch Luft nach oben.
    Auch am rechtsmainischen Ufer ist gestalterisch noch Luft nach oben. Foto: Claudia Schuhmann

    In den Plan mit inkludiert werde auch der Bereich Weststadt, für den es bereits einen Rahmenplan gibt, sagte Juks im Gespräch mit der Redaktion. Auch die schon genehmigte Planung für einen Stadtbalkon am rechtsmainischen Ufer werde mit einbezogen. Ausgehend von diesen Eckpunkten könnten dann einzelne Bausteine geplant und genehmigt werden, je nach finanzieller Lage.

    Im Frühjahr soll der Plan fertig sein

    Juks zufolge soll die Arbeitsgruppe die Angelegenheit ergebnisoffen angehen. Das gelte auch für den Standort des Wohnmobilstellplatzes, den sich Juks persönlich am besten auf dem ohnehin als Parkplatz angedachten Festplatz am Flockenwerk vorstellen könnte. Vielleicht, so der Bürgermeister, komme auch irgendwem eine zündende Idee für den Rollschuhplatz am Oberen Tor, der mehr oder minder ungenutzt dahin dämmert.

    In Form gießen wird den Plan das Büro ArcGrün aus Kitzingen. Möglichst im März oder April kommenden Jahres soll dieser Juks zufolge dem Stadtrat dann zur Genehmigung vorgelegt werden.

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