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    Höchberg

    Schleicherversammlung in Zeiten von Corona

    Gruppenbild mit Abstand und Mund-Nasen-Bedeckung: Die Schleicher im 110. Jahr ihres Bestehens. 
    Gruppenbild mit Abstand und Mund-Nasen-Bedeckung: Die Schleicher im 110. Jahr ihres Bestehens.  Foto: Matthias Ernst

    Was macht ein Stammtisch, wenn alle Termine wegen Corona abgesagt werden müssen? Vor dieser Frage stand die Tischgesellschaft der Schleicher. Eigentlich wollte man das 110-jährige Bestehen des Stammtisches groß feiern, doch seit dem Lockdown ist es schwer sich zu treffen und zu feiern. Selbst die ursprünglich für Ende März geplante Generalversammlung musste verschoben werden, wegen der Ausgangsbeschränkungen.

    Nun hielt Vorsitzender Achim Dindorf doch noch eine ordnungsgemäße Versammlung ab. Die Mitglieder fühlten sich im Burkardussaal des Gasthauses Lamm zwar wie bei einer Schulprüfung mit den aufgestellten Tischen und den weiten Abständen zum Sitznachbarn, der grundsätzlich positiven Stimmung tat dies aber keinen Abbruch.

    Immerhin 19 der aktuell 31 Mitglieder waren gekommen, die Übrigen hatten vor allem gesundheitliche oder Corona-Vorsichts-Gründe angegeben. Groß ist offenbar bei einigen noch die Angst, sich in der Öffentlichkeit zu infizieren. Dabei hatte man im Vorfeld alles unternommen, um die Veranstaltung für Alle zu einem frohen Ereignis werden zu lassen.

    Wie üblich traf man sich mit Frack und Zylinder und zweiter Vorsitzender Christian Riegel verlas die dreizehn Gebote, nach denen ein Stammtischbruder zu leben und zu handeln habe. Dies gelte allerdings nur für die Zeit der gemeinsamen Aktionen, in der Freizeit könne jedes Mitglied machen, was es wolle.

    "Es tut gut, sich mal wieder zu treffen und etwas blöd zu schmarren."
    Achim Dindorf, Vorsitzender

    Der Stammtisch besteht nur aus Männern, so wie er 1910 gegründet wurde. Anlass war das Erscheinen des Haleyschen Kometen in Erdnähe. Damals wurde prophezeit, dass die Welt untergehen werde und mehrere junge Höchberger Männer gingen gemeinsam zum Weg am Kreuz, um dieses Schauspiel und die letzten Stunden gemeinsam zu erleben.

    Als die Welt dann doch nicht unterging, schlichen sie zurück in Klaras Garküche, das spätere Gasthaus Hofmann. Dort wurden sie von älteren Höchbergern als: "Na ihr Schleicher" begrüßt, damit war der Name des Stammtisches geboren. Von da an traf man sich regelmäßig und behält diese Tradition bis heute bei.

    "Es tut gut, sich mal wieder zu treffen und etwas blöd zu schmarren", begann Achim Dindorf seinen Jahresrückblick. Man hatte viele Aktionen neben den monatlichen Frühschoppen. Genannt wurde unter anderem der Schleicherball zu Fasching, der in den Räumen der Höchberger Schützen eine neue Heimat gefunden hat oder die Ausflugsfahrt im vergangenen Herbst an den Mittelrhein, organisiert von Theo Spiegel und Ute Riegel.

    In diesem Jahr wollte man eigentlich mit der Pferdekutsche am Vatertag einen Ausflug machen, der fiel aber ebenso aus, wie das Jubiläumsfest. Vorsichtig plant man für den Herbst eine Fahrt zur Schleicherbräu nach Kaltenbrunn in Oberfranken und auch die Weihnachtsfeier will man noch nicht absagen. Alle hoffen auf eine positive Entwicklung in Sachen Corona, damit in 2021 die ausgefallenen Aktivitäten nachgeholt werden können.

    Bei den turnusgemäßen Wahlen wurde Achim Dindorf in seinem Amt bestätigt. Er wollte eigentlich nicht wieder antreten, aber wegen der bewegten Zeiten im Moment wolle er das Schiff weiter auf Kurs halten.

    Zum neuen zweiten Vorsitzenden wurde Theo Seltsam gewählt, der Christian Riegel ablöst, der für eine erneute Kandidatur nicht zur Verfügung stand. Auch der bisherige dritte Vorsitzende Heiner Memmel, kandidierte nicht mehr. Im Amt bestätigt wurden hingegen Kassier Hermann Berst und Schriftführer Andreas Seltsam. Und künftig werden Tim Memmel und Claudius Janoschka dem Stammtsich angehören, das beschloss die Versammlung einstimmig.

    Nach den Formalien ging es an die frische Luft, wo man unter Einhaltung der Abstandsregel das obligatorische Schleicherlied erklingen ließ. 

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