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    Frickenhausen

    Schule wird Ausweichquartier für Kita-Sanierung

    Die Sanierungs-Pläne des Kindergarten Frickenhausen wurden geändert. Nach Abriss des flachen Anbaus soll nun ein zweigeschossiger Trakt entstehen.
    Die Sanierungs-Pläne des Kindergarten Frickenhausen wurden geändert. Nach Abriss des flachen Anbaus soll nun ein zweigeschossiger Trakt entstehen. Foto: Klaus Stäck

    Die Sanierung des Kindergartens in Frickenhausen wird noch einmal umgeplant. Anstelle des vorhandenen Anbaus wird ein neuer zweistöckiger Trakt angefügt, während bisher ein einstöckiger geplant war.

    Für die Bauzeit erhält der Kindergarten ein Übergangsquartier in der ehemaligen Grundschule. So beschloss es nun der Gemeinderat mit knapper Mehrheit. Gegenstimmen kamen aus der Fraktion CSU/Bürgervereinigung, die Kritik an der Verfahrensweise übte und eine Vertagung beantragte, die aber abgelehnt wurde. Zahlreiche Zuhörer verfolgten die Behandlung des Themas in der Sitzung.

    Landratsamt erkennt Schulhaus als Alternative an

    Die Planungen waren zu Beginn dieses Jahres weit gediehen. Baugenehmigung und Zuschusszusage waren kurz vor Jahreswechsel ergangen. Wegen erwarteter höherer Kinderzahlen wurde Anfang 2020 die Einrichtung eines dreigruppigen Kindergartens mit zwei Regelgruppen und einer Krippengruppe beschlossen.

    Für den zusätzlichen Platzbedarf wurde ein nach Süden ins Freigelände ragender Schenkel am Anbau beschlossen. Die Sanierung bei laufendem Betrieb wurde nie als glücklich angesehen und stieß bei Eltern und Kitapersonal auf größte Bedenken wegen möglicher Lärm- und Staubbelastung, war aber bislang Beschlusslage.

    Die grundsätzliche Eignung des Schulhauses als Ausweichquartier wurde von der Kindergarten-Fachaufsicht im Landratsamt anerkannt. Aus Gründen des Brandschutzes wären aber Baumaßnahmen nötig. Das Geld dafür wollte sich der Gemeinderat damals ersparen.

    Große Zuhörerzahl beweist Relevanz des Themas

    Die CSU/Bürgervereinigung kritisierte, dass die neue Umplanung ohne Bürgerbeteiligung eigenmächtig durch den Bürgermeister erfolgt sei und verwies darauf, dass es einen einstimmigen Beschluss für einen ebenerdigen Kindergarten gebe. Bei einem zweigeschossigen Bau sei im Brandfall eine Rettung aus dem Obergeschoss schwierig.

    Bürgermeister Günther Hofmann entgegnete, dass das Thema durch Veröffentlichung der Tagesordnung bekannt sei, was die große Zuhörerzahl beweise. Über das Projekt sei im Bau- und im Finanzausschuss mehrmals beraten worden. Es habe eine Besprechung mit dem Kitapersonal gegeben. Die Arbeiterwohlfahrt als Betriebsträger sei über alle Einzelheiten informiert. Der Antrag auf Vertagung wurde mit sieben zu sechs Stimmen abgelehnt.

    Architekt Küster stellte die Planungsvarianten vor und erläuterte, wie das Übergangsquartier in der Schule aussehen könnte. Die bisherige Variante hätte den Vorteil eines Kindergartens auf einer Ebene. Andererseits wäre durch den Flügel am Anbau der Flächenbedarf größer, das Außenspielgelände würde verringert.

    Bei zweistöckiger Variante ist Speiseraum möglich

    Der Flügel stünde bei Hochwasser quer zur Flussrichtung, weshalb das Wasserwirtschaftsamt erhebliche Einwände hätte. Die zweigeschossige Variante brauche nur wenig zusätzliche Grundfläche für eine Verbreiterung im Eingangsbereich. Flucht- und Rettungswege aus dem Obergeschoss wären machbar. Wegen des kompakteren Baukörpers würden sich Heizkosten verringern.

    Weiterer Vorteil wäre laut Küster ein Zuwachs an Nutzfläche. Bei der zweistöckigen Variante wäre im Obergeschoss auch ein zuschussfähiger Speiseraum möglich. Die gesamte förderbare Fläche von 429 Quadratmetern bei einer Gesamtgeschossfläche von 794 Quadratmetern würde ausgenutzt. Die Baukosten wären laut Architekt bei beiden Varianten fast gleich mit rund 1,8 Millionen Euro.

    Als Übergangsquartier könnten im östlichen Teil des Schulgebäudes zwei Gruppenräume entstehen. Brandschutztüren wären machbar. Flucht- und Rettungswege stellte der Architekt dar. Nachteil sei, dass für die Nutzungsänderung ein Genehmigungsverfahren nötig sei und Kosten des Übergangsquartiers nicht bezuschusst werden. Zu rechnen wäre mit rund 78 000 Euro.

    Umzug in Schule könnte in Faschingsferien passieren

    Allerdings seien Einsparungen am Kindergarten selbst zu erwarten. Denn der Bau gehe schneller voran. Bauliche Provisorien würden überflüssig. Bürgermeister Hofmann hofft, auf diese Weise einige zehntausend Euro einsparen zu können, so dass die Mehrkosten nicht so sehr ins Gewicht fallen.

    Zum Ablauf könnte sich der Architekt vorstellen, dass im September 2020 der Bauantrag und im Oktober der Förderantrag gestellt werden. Der Umzug in die Schule könnte in den Faschingsferien sein, Baubeginn am Kindergarten März 2021 und Fertigstellung im Sommer 2022.

    Mit sieben zu sechs Stimmen beschloss der Gemeinderat den zweistöckigen Anbau. Mit acht zu fünf erging der Grundsatzbeschluss, die Schule als Ausweichquartier zu nutzen. In diesem Tagesordnungspunkt waren auch die Vergabe des Brandschutznachweises und die Ermächtigung des Bürgermeisters zur Vergabe weiterer Architektenleistungen enthalten.

    Dagegen wandte sich die CSU/Bürgervereinigung. Die Punkte stünden so nicht auf der Tagesordnung. Für die Übergangslösung lägen noch keine Gesamt- und Folgekosten vor, ebenso wenig eine Terminplanung. Die Kosten für Planungsleistungen seien nicht ersichtlich. Mit der Mehrheit von Bürgermeister und SPD wurden diese beiden Beschlüsse aber gefasst.

    Das ehemalige Schulhaus wird nun doch während der Sanierung des Frickenhäuser Kindergartens als Ausweichquartier genutzt.
    Das ehemalige Schulhaus wird nun doch während der Sanierung des Frickenhäuser Kindergartens als Ausweichquartier genutzt. Foto: Klaus Stäck
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