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    Höchberg

    Staatswald: Illegale Dirtbike-Strecke im Wald entdeckt

    Gut versteckt und abseits der normalen Wege wurde im Staatswald um Höchberg eine illegale Dirtbike-Strecke entdeckt. Warum sie eine Gefahr darstellt.
    Bei dieser Sprungschanze mitten im Wald geht es gut zehn Meter senkrecht in die Tiefe. Sie liegt an einer illegalen Dirtbike-Strecke.
    Bei dieser Sprungschanze mitten im Wald geht es gut zehn Meter senkrecht in die Tiefe. Sie liegt an einer illegalen Dirtbike-Strecke. Foto: Matthias Ernst

    "Grundsätzlich ist der Wald für alle da", sagt Christoph Riegert, Forstbetriebsleiter der Bayerischen Staatsforsten in Arnstein. Doch wo die Nutzung zu einer Gefahr wird, muss man einschreiten. Mehrere Privatpersonen und auch die Gemeinde Höchberg haben mitgeteilt, dass sich auf dem Gelände des Staatswaldes um Höchberg herum, gut versteckt und abseits der normalen Wege, eine illegale Dirtbike-Strecke befindet. Sie liegt auf Zeller Gemarkung und mitten im Naturschutzgebiet "Laubwälder um Würzburg". Hier fahren Mountainbiker mit ihren Rädern mitten durch den Wald und haben sich teilweise extra Schanzen und Hindernisse aufgebaut.

    "Sobald wir von diesen illegal gebauten Strecken Kenntnis erhalten, müssen sich die Staatsforsten mit haftungsrechtlichen Fragen beschäftigen. Wenn es dumm ausgeht, haftet der bayerische Staat bei einem Unfall eines Mountainbikers für die Kosten", so Rieger. Bis jetzt haben zwar die bayerischen Gerichte meist zugunsten des Waldeigentümers entschieden, aber das könne sich auch schnell ändern.

    Zehn Meter lange Sprungschanze für Mountainbikes

    Bei einem Ortstermin mit dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) wurden die Dimensionen des Umbaus der Landschaft für "sportliche Zwecke" deutlich. Riegert und sein Stellvertreter Michael Grimm führten Elfi Raunecker und Valerie Kantelberg vom AELF zu einer etwa zehn Meter langen Sprungschanze für Mountainbikes. Am Ende des Aufsprungpunktes sind mehrere stämmige Bäume, sodass eine extreme Verletzungsgefahr besteht. Sofort nach Bekanntwerden der Schanze hatten die Staatsforsten das Gebiet mit Trassierband abgesperrt.

    Forstbetriebsleiter Christoph Riegert (links) und sein Stellvertreter Michael Grimm in einem von den Staatsforsten abgesperrten Dirtbike-Trail
    Forstbetriebsleiter Christoph Riegert (links) und sein Stellvertreter Michael Grimm in einem von den Staatsforsten abgesperrten Dirtbike-Trail Foto: Matthias Ernst

    Genutzt hat es aber wenig. "Ich war erste vergangene Woche hier und habe die abgerissenen Bänder wieder befestigt", berichtet Michael Grimm. Beim Rundgang waren sie schon wieder abgerissen. Mittlerweile haben die Staatsforsten bei der Polizei Anzeige erstattet und hoffen auf Ermittlung der Täter.

    Zwei Fahrer erwischt

    Bei einer anderen Begehung, noch tiefer im Wald, hatte man zwei Personen erwischt, die dort illegal fuhren. Nach eingehenden Gesprächen mit den jungen Männern zeigten sie sich einsichtig. Ihnen war nicht klar, dass man solche Strecken im Wald nicht anlegen darf, so Grimm. Mittlerweile ist das Gelände, auf dem die beiden Fahrer erwischt wurden, größtenteils von ihnen zurückgebaut worden. Doch an der Stelle der großen Sprungschanze wird wahrscheinlich eine professionelle Firma den Rückbau übernehmen müssen, wenn die Polizei keine Täter ermittelt. Christoph Riegert rechnet mit Kosten von mindestens 1000 Euro.

    Staatsforst setzt auf Austausch mit Sportlern

    Radfahrer müssen sich grundsätzlich an offizielle Wege halten und dürfen nicht mitten durchs Gelände fahren. "Fahrräder sind nur auf geeigneten Wegen im Wald erlaubt", sagt dazu Riegert. Eine genauere Definition gibt es in Bayern nicht. Deshalb müssten Gerichte jeden Einzelfall entscheiden. Trotzdem setzt der Staatsforst auf einen Austausch mit den Sportlern. Man ist gerne bereit, einen Bereich für die Biker zur Verfügung zu stellen. Wichtig sei nur, dass sich eine rechtsverbindliche Trägerschaft findet. In Oberdürrbach habe man so eine Vereinbarung derzeit in Vorbereitung. Hier wird aus einer illegalen Strecke eine legale.

    Selbst der schriftliche Hinweis auf das Verbot der Nutzung wurde mutwillig abgerissen und auf dem Waldboden mit dem Absperrband liegengelassen.
    Selbst der schriftliche Hinweis auf das Verbot der Nutzung wurde mutwillig abgerissen und auf dem Waldboden mit dem Absperrband liegengelassen. Foto: Matthias Ernst

    Solche Vorbilder wünscht sich Valerie Kantelberg mehrere. Sie ist gerade dabei, eine Kartierung zu erstellen, wo sich Natur und Freizeit begegnen können, ohne dass die Natur Schaden nimmt. Im Gebiet der jetzigen illegalen Strecke in Höchberg werde das sehr schwer werden, zumal dort auch noch das Nistgebiet der Bechstein-Fledermaus ist. Alle staatlich Verantwortlichen hoffen auf das Sozialverhalten der Waldnutzer.

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