• aktualisiert:

    Hettstadt

    Grenzgang der Gemeinde Hettstadt

    Der Bildstock am Hettstadter Wallfahrtsweg nach Walldürn erinnert an das Missgeschick eines Priesters mit rotem Messwein im 13. Jahrhundert Foto: Klaus Schmidt

    Am 23. Juni war es wieder soweit. Gut 60 Bürgerinnen und Bürger versammelten sich zum Grenzgang der Gemeinde Hettstadt, den Feldgeschworenen-Obmann Konrad Denninger seit seinem Amtsantritt 1991 alljährlich im Frühsommer anführt. Dabei hat er die 22 Kilometer lange Gemarkungsgrenze Hettstadts zu den Nachbargemeinden Greußenheim, Oberleinach, Roßbrunn, Waldbüttelbrunn und Zell in fünf Abschnitte eingeteilt. Nach der Begrüßung durch Bürgermeisterin Andrea Rothenbucher und Konrad Denninger am Alten Rathaus führte die  insgesamt 8,2 Kilometer lange Route über den Ortsteil Point und den Mädelhofer Weg zu dem an Roßbrunn und Greußenheim angrenzenden 3,8 Kilometer langen Grenzabschnitt Müllert-Rothbüsch.

    Sehenswürdigkeiten an der Strecke

    Die beim Rundganng von Konrad Denninger genannten Flurnamen wie Leusbaum, Buchvogelherd oder  Pfifferhölzlein sind nur alteingesessenen Hettstadtern ein Begriff. Besonders interessant für die zahlreich mit wandernden Neubürger sind das „Stauchen“ von neuen Teilnehmern an den mit den Farben der Gemeinde Hettstadt (blau) markierten Grenzsteinen und die Sehenswürdigkeiten an der Strecke. Konrad Denninger hat dazu stets viele Anekdoten und Zahlen parat. So basiert der an der Pilgerstrecke der Walldürn-Wallfahrt aufgestellte  Bildstock aus rotem Sandstein auf dem Missgeschick eines Priesters mit rotem Messwein im 13. Jahrhundert. Weitere Stationen waren beispielsweise die mit Hilfe zahlreicher Sponsoren 2009 fertiggestellte Sternwarte des Friedrich-Koenig-Gymnasiums und der von Andrea Rothenbucher erläuterte zwei Hektar große Solarpark der Firma Suntec auf einer früheren Erdaushub-Deponie an der Roßbrunner Straße. Konrad Denninger informierte zudem über eine 2016 durchgeführte Grenzbereinigung im Wald zwischen Hettstadt und Greußenheim, mit der die Zahl der im Privatbesitz befindlichen Parzellen von 5200 auf 403 komprimiert wurde.

    Veränderungen in der Natur

    Beim Gang durch Wald und Flur werden die Folgen des Klimawandels von Jahr zu Jahr in Form abgestorbener Bäume oder ausgetrockneter Quellen immer deutlicher sichtbar. So berichtete Andrea Rothenbucher, dass der gefürchtete Schwammspinner im Hettstadter Flurgebiet Tännig  16 Hektar wertvollen Laubwald kahlgefressen hat. Der von Konrad Denninger und seinen sechs Feldgeschworenen-Kollegen (Siebenern) seit fast drei Jahrzehnten organisierte Grenzgang macht die Veränderungen in der Natur erlebbar und sensibilisiert für einen bewussteren Umgang mit der Umwelt. Die mehrstündige Wanderung nach dem Motto „immer an der Grenz lang“ endete im Hettstadter Radlerheim mit intensiven Diskussionen bei Bier, Bratwurst, Kaffee und Kuchen.

    Von: Klaus Schmidt für die Gemeinde Hettstadt

    Feldgeschworenen-Obmann Konrad Denninger (3.v.r.) und Bürgermeisterin Andrea Rothenbucher (2.v.l.) konnten mehr als 60 Hettstadter Bürgerinnen und Bürger zum Grenzgang begrüßen. Foto: Klaus Schmidt

    Weitere Artikel
    Fotos

      Kommentare (0)

        Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!