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    Würzburg

    Studie: Wie gesund sind die Würzburger Herzen?

    Experten des Herzinsuffizienzzentrums und der Unikliniken untersuchen in einer groß angelegten Studie die Würzburger Bevölkerung. Was sie herausfinden, überrascht.
    Bereits seit Januar 2014 läuft in Würzburg eine groß angelegte Studie von Kardiologen des Deutschen Zentrums für Herzinsuffizienz und Forschern des Instituts für Klinische Epidemiologie und Biometrie der Uni Würzburg.
    Bereits seit Januar 2014 läuft in Würzburg eine groß angelegte Studie von Kardiologen des Deutschen Zentrums für Herzinsuffizienz und Forschern des Instituts für Klinische Epidemiologie und Biometrie der Uni Würzburg. Foto: Patty Varasano

    Bereits seit Januar 2014 läuft in Würzburg eine groß angelegte Studie von Kardiologen des Deutschen Zentrums für Herzinsuffizienz (DZHI) und Forschern des Instituts für Klinische Epidemiologie und Biometrie der Uni Würzburg (IKE-B). Professor Stefan Störk, Leiter der klinischen Forschung am DZHI, und Professor Peter U. Heuschmann, Direktor des IKE-B, wollen mit ihrem Studienteam herausfinden, wie häufig Herzschwäche in der Würzburger Bevölkerung auftritt und welche Faktoren die Krankheit auslösen.  Die Ergebnisse überraschen.

    Rund 5000 Würzburger sind bei dieser Studie mindestens einmal, die meisten bereits zweimal umfassend untersucht worden, heißt es nun in einer Pressemitteilung des DZHI. Die erste große Auswertung wurde jetzt im European Journal of Preventive Cardiology publiziert. Denn die Studie sorgt für Überraschungen: Fast jeder Zweite hat mindestens einen bekannten Risikofaktor für die Entstehung einer Herzinsuffizienz, so die Mitteilung. Und es gebe Hinweise, dass es noch weitere, bisher unbekannte Einflussfaktoren gebe, die das Herz schwächen würden.

    Die Studienteilnehmer wurden von der Stadt Würzburg nach dem Zufallsprinzip ausgewählt

    In der Studie wird erforscht, wie häufig die Vorstufen der Herzinsuffizienz in der Bevölkerung im Alter von 30 bis 79 Jahren auftreten, wie sie mit Risikofaktoren wie Lebensstil und Vorerkrankungen zusammenhängen und wie oft und wie schnell Betroffene in ein höheres Stadium der Herzinsuffizienz übergehen. Die Studienteilnehmer waren von der Stadt Würzburg nach dem Zufallsprinzip ausgewählt und vom Studienteam angeschrieben worden. Diejenigen, die keine vorbekannte Herzinsuffizienz hatten, wurden innerhalb von rund vier Jahren zweimal untersucht.

    Von den Untersuchten hatten 42 Prozent einen oder mehrere Risikofaktoren für Herzschwäche, zeigten im Ultraschall aber ein normales Erscheinungsbild des Herzens. Mit 45 Prozent am meisten verbreitet ist laut Mitteilung der Risikofaktor Bluthochdruck. An zweiter Stelle steht mit 20 Prozent starkes Übergewicht. Diese Risikofaktoren fanden die Forscher bereits zu einem erheblichen Teil in jüngeren Menschen von 30 bis 39 Jahren; elf Prozent hatten Bluthochdruck, zehn Prozent Adipositas.

    Weitere 17 Prozent der Studienteilnehmer sind bereits im zweiten Stadium

    Weitere 17 Prozent der Studienteilnehmer sind bereits im zweiten Stadium: Bei ihnen wurde im Ultraschall eine strukturelle Veränderung am Herzen gefunden, die noch keine Symptome verursacht. Dies bedeute aber nicht, dass 60 Prozent der Bevölkerung für herzkrank erklärt werden müssten, so die Mitteilung weiter. Die beiden Stadien seien jedoch Warnzeichen, die ernst genommen werden sollten.

    Etwa jeder dritte Teilnehmer im Stadium B hatte dabei keinen der bekannten Risikofaktoren, der für Stadium A qualifizieren würde. Diese Untergruppe scheint die Vorstellung von der Entstehung der Herzschwäche in Frage zu stellen und war mit einem Durchschnittsalter von 47 Jahren auffällig jung und vorwiegend weiblich. Die Gründe dafür sind laut Pressemitteilung noch ungeklärt. Ein statistischer Zufall sei aufgrund der Auswertungsmethodik eher unwahrscheinlich, so die Studienärzte.

    Wegen der Corona-Pandemie sind die Untersuchungen unterbrochen worden

    Die Folgeuntersuchungen der Studienteilnehmer sollen im Abstand von drei bis vier Jahren stattfinden. Die erste Welle war bereits in vollem Gang: Mehr als 3000 Probanden hatten schon ihren Folgetermin. Aufgrund der Corona-Pandemie sind die Untersuchungen aber im Interesse der Sicherheit aller Beteiligten derzeit unterbrochen worden.

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