• aktualisiert:

    Unterpleichfeld

    Unterpleichfeld: Abgerissenes Kirchturmkreuz wird repariert

    In der Werkstatt der Kunstschmiede Schrepfer in Würzburg. Vorne ist Inhaber Erik Hofmann zu sehen, im Hintergrund schmiedet Moritz Mendow den neuen Kaiserstil.
    In der Werkstatt der Kunstschmiede Schrepfer in Würzburg. Vorne ist Inhaber Erik Hofmann zu sehen, im Hintergrund schmiedet Moritz Mendow den neuen Kaiserstil. Foto: Rainer Weis

    Weithin sichtbar sind die aus dem Ortsbild herausragenden Kirchtürme mit ihren symbolischen Kreuzen. Jedoch hat die katholische Pfarrkirche St. Laurentius dazu noch eine Besonderheit, die Kirchturmspitze zeigt eine sogenannte Zwiebelform in Schiefereindeckung. Darauf stehen im Aufbau eine Kugel und darüber ein fein ziseliertes Kreuz.   

    Vor knapp zwei Jahren fegte am 23. September 2018 an einem Sonntagabend das Sturmtief Fabienne über Deutschland hinweg und hat schwere Spuren der Verwüstung hinterlassen. In Unterpleichfeld war an jenem Abend außer ein paar Schäden an Häusern nichts zu sehen. Erst am nächsten Morgen wurde das im Rathaushof liegende heruntergefallene Kirchturmkreuz mit Kugel bemerkt. Dazu sagte Robert Wild von der Kirchenverwaltung: "Gott sei Dank, dass niemand zu Schaden kam, was einem kleinen Wunder gleicht. Denn sehr oft parken hier Fahrzeuge und befinden sich Besucher, die das Rathaus besuchen". Nach einer Beweissicherung wurden alle Zierelemente einschließlich des Kreuzkubus und der Kugel in den gemeindlichen Bauhof gebracht und eingelagert.

    Biegebruch führte wohl zum Absturz

    In der Folgezeit wurde nach der Ursache des Kreuzabsturzes gesucht. Mit einem Kranwagen mit Personengondel wurde das oberste Gebälk des Turms nach losen Holz- oder Gebälketeilen untersucht, ob möglicherweise von da der Halt des Kreuzes nicht mehr sicher war. Doch beim näheren Hinsehen wurde schnell festgestellt, dass ein Teil, der eiserne Kaiserstil des Kreuzfußes noch im Gebälk steckt und daran war deutlich eine Bruchstelle festzustellen. Nach diesem Schadensbild war die Sache klar. Das Kreuz ist wohl durch die starken Windböen des Sturmtiefs und der damit einhergehenden ständigen Bewegungen zu einem Biegebruch gekommen, der zum Absturz führte.

    In den nächsten Tagen wurde geklärt, ob ein Versicherungsschutz besteht, der für die Kosten der Reparatur aufkommt. Die Diözese hat für derartige Schäden eine Versicherung und die Gemeinde übernimmt die ungedeckten Kosten von 9000 Euro. Damit war es möglich, nach einem Handwerksbetrieb Ausschau zu halten, der die Reparatur übernimmt. Der Auftrag ging an die Kunstschmiede Schrepfer in Würzburg.

    Noch bis zu sechs Wochen Arbeit

    Jüngst berichtete der Inhaber Erik Hofmann, dass die Arbeiten begonnen haben und die Richtarbeiten am rund 120 Kilogramm schweren Kreuz fast abgeschlossen sind. Auch habe man die Schmuckteile am Kreuz schon ergänzt. Die rund 60 Kilogramm schwere kupferne Kugel aus Kupferblech, vergoldet, mit einem Durchmesser von einem Meter beinhaltet eine kupferne Urkundenrolle, die nicht geöffnet wurde. Die Kugel wurde bei der Spezialfirma Eid in Würzburg gerichtet und wird als nächstes gestrahlt und lackiert. Zeitaufwendig müssen danach noch alle Teile mit Blattgold beschichtet werden. Er rechne noch mit einer Arbeitszeit von fünf bis sechs Wochen.

    Drei Mal wöchentlich bequem per E-Mail:
    Abonnieren Sie jetzt den kompakten Würzburg-Newsletter!

    Kommentare (0)

      Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!